Zugfahren in Japan – Teil 1

Vor ein paar Wochen ging ein langer Traum in Erfüllung: eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne!

Ich möchte ein paar Dinge aufgreifen, die ich während der Reise interessant fand und hier im Blog davon berichten. Im ersten Teil geht es um die Nahverkehrszüge, Tickets und Unterschiede zu den Zügen in Deutschland. Jetzt denkt sich der ein oder andere vielleicht „Ist Zugfahren nicht überall gleich?“ – aber seht selbst.

Ab nach Tokyo!

Los ging die Reise mit der japanischen Eisenbahn am Flughafen Narita bei Tokyo.

Zunächst suchten wir das Reisezentrum auf – dort mussten wir unseren Japan Rail Pass (künftig „JRP“ abgekürzt) abholen. Mit dem JRP darf man eine bestimmte Zeit lang (bspw. 7 oder 14 Tage) viele der JR-Züge nutzen ohne separate Tickets kaufen zu müssen. Wichtig dabei ist, dass man den Pass vorher im Ausland kaufen muss. Bei Kauf erhält man einen Gutschein, den man dann in Japan in den eigentlichen Pass eintauscht. Wenn man den Pass dann einmal hat, funktioniert er ähnlich wie eine BahnCard 100.

Narita Express-Zug im Bahnhof Narita Airport T1

Bei der Abholung des Rail Pass haben wir außerdem Reservierungen für den nächsten Narita-Express (im JRP enthalten) nach Tokyo bekommen. Einige Züge, wie der Narita-Express, sind reservierungspflichtig. Reservierungen erhält man mit dem JRP jedoch kostenlos an JR-Fahrkartenschaltern in vielen größeren Bahnhöfen.

Bevor wir zum Narita Express kamen, mussten wir aber erstmal durch die Bahnsteigsperren. Sämtliche Bahnsteige in Japan haben Bahnsteigsperren – diese kann man mit dem JRP allerdings nicht benutzen. Da aber jede Sperre mit Personal besetzt ist, geht man zum Bahnhofspersonal und darf nach Vorzeigen des JRP den Kinderwagen-/Rollstuhlzugang neben den eigentlichen Sperren benutzen. Das ist meiner Meinung nach der einzige Nachteil am JR Pass. Da es sich beim Bahnhofspersonal auch ab und an mal staut, muss man ggf. warten bis man an der Reihe ist und kann nicht, wie der Großteil der Reisenden, in 2 Sekunden durch die Sperren laufen.

Der Narita-Express wird gerade gereinigt.

Am Bahnsteig angekommen dauerte es nicht lang bis der Narita Express einfuhr – zusteigen durften wir aber noch nicht. Ein Bahnmitarbeiter spannte ein Absperrband in der Tür auf und saugte erstmal schnell den Wagen durch und drehte anschließend alle Sitzplätze in Fahrtrichtung um – so musste niemand rückwärts fahren. Generell sind alle Züge, auch die Nahverkehrszüge, sehr sauber, ohne Graffiti, Kratzer oder andere Beschädigungen.

Die Fahrt nach Tokyo verlief pünktlich und ruhig. Während der Fahrt gibt es Durchsagen auf Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch. Auf den Bildschirmen im Zug gab es neben einer Karte mit dem Streckenverlauf auch Nachrichten und den Wetterbericht – natürlich ohne Tonspur aber mit Untertiteln. Generell ist es in den japanischen Zügen ausgesprochen leise. Wenn die Japaner telefonieren müssen, gehen sie ans Ende der Wagen in die Türbereiche – eine Sitte, die in Deutschland leider zunehmend aus der Mode gerät…

Der Narita-Express (Green Class / 1. Klasse) von Innen

Viele Betreiber…

In Tokyo selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten voran zu kommen. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass es in Japan keine Verkehrsverbünde gibt, so wie man es in Deutschland kennt. Selbst die U-Bahn in Tokyo wird von zwei verschiedenen Firmen betrieben, dazu kommen die Busse und viele Eisenbahnlinien von privaten Bahngesellschaften.

Sehr interessant ist, dass die U-Bahn-Strecken, anders als in Deutschland, keine separaten U-Bahn-Strecken sind sondern mit „richtigen“ Eisenbahnstrecken verknüpft werden. Ein Beispiel dafür ist die Fukutoshin-Linie, die von Tokyo Metro betrieben wird. Am Endbahnhof Shibuya können die Züge direkt weiter auf der Toyoko-Linie der privaten Tokyu-Eisenbahngesellschaft bis bspw. nach Yokohama fahren.

Ein Nahverkehrszug in Ikebukuro

Mitunter sind sogar mehrere Bahnstrecken miteinander verknüpft – z.B. könnte ein Zug von Yokohama aus auf der Toyoko-Linie (Betreiber: Tokyu) bis nach Shibuya fahren. Dort wechselt er auf die Fukutoshin-Linie der Tokyo Metro und fährt weiter nach Ikebukuro. Von dort aus kann der Zug dann weiter auf der Tobu-Tojo-Linie (Betreiber: Tobu Tetsudo) bis nach Shinrinkoen fahren. So würde ein Zug insgesamt auf drei verschiedenen Netzen von drei verschiedenen Betreibern unterwegs sein und als unkundiger Mitfahrer würde man den Betreiberwechsel unter Umständen gar nicht mitbekommen.

Die Züge sind immer entsprechend der Linie beschildert, auf der sie gerade fahren, jedoch bleibt das „Endziel“ gleich. So ist der Zug auf dem Abschnitt Shibuya – Ikebukuro bspw. als Fukutoshin-Line-Zug, jedoch mit Ziel „Shinrinkoen“ beschildert.

Viele Tickets…

Für die Fahrgäste ist es ganz praktisch, jedoch ist die tarifliche Handhabung etwas ungewohnt – wo wir schon beim nächsten Punkt angekommen wären. Prinzipiell gilt in Japan ein entfernungsbasierter Tarif. Da es keinen Verkehrsverbund gibt, muss auch bei jedem Wechsel von einer Linie eines Betreibers auf die eines anderen Betreibers erneut gezahlt werden.

Ein Tagesticket für Tokyo Metro & Toei Subway auf einer PASMO-Karte

Selbst wenn man, wie im o.g. Beispiel, gar nicht umsteigen muss, möchte trotzdem jeder der Betreiber seinen Anteil an den Fahrtkosten abhaben.

Beim Fahrkartenkauf eines regulären Tickets hängen über den Fahrkartenautomaten Linienpläne, auf denen die Fahrpreise bis zur Zielstation angegeben sind. Am Automaten wählt man dann nur den entsprechenden Wert (bspw. 230¥) aus, nimmt das Ticket und steckt es in die Sperre. Beim Verlassen des Zielbahnhofs wird genau so vorgegangen. Sollte man versehentlich zu wenig bezahlt haben, öffnet die Sperre nicht und die Japaner gehen ganz selbstverständlich zu einem „Fare Adjustment“-Automaten, die ähnlich wie die Ticketautomaten funktionieren. Dort stecken sie ihr Ticket ein, bezahlen den Differenzbetrag und können anschließend die Schranken öffnen. Das ist auch sehr praktisch falls man den genauen Betrag zum Zielbahnhof nicht kennt oder er nicht ausgewiesen ist – man bezahlt einen Pauschalbetrag und zahlt die Differenz am Ziel nach.

Beim Umsteigen zwischen verschiedenen Betreibern gibt es kleine Rabatte, jedoch ist eine Fahrt über bspw. 5 km Distanz bei einem Betreiber immer noch günstiger als wenn man bspw. nach 2,5 km auf einen anderen Betreiber umsteigt.

Für Touristen und Vielfahrer gibt es zudem auch entsprechende Tagestickets.

Bei der U-Bahn Toyko kann man bspw. zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Tagesticket Tokyo Metro (Betreiber 1) = 600 ¥
  • Tagesticket Toei Subway (Betreiber 2) = 700 ¥
  • Tagesticket Tokyo Metro + Toei Subway (Betreiber 1+2) = 900 ¥
  • Tagesticket „Tokyo Combination“ (beide U-Bahn-Betreiber, Busse, Straßenbahn, JR-Züge) = 1.590 ¥

Eine Bahnsteigtür im Bahnhof Ueno – mit Pandas, da die Pandas im nahegelegenen Ueno-Zoo die Publikumslieblinge sind.

Für uns war das Tokyo Metro + Toei Subway-Tagesticket am praktischsten, da die JR-Züge durch den JRP abgedeckt waren und wir keine Busse brauchten. Die Straßenbahn (es gibt nur eine Linie) benutzten wir ebenfalls nicht.

Zusätzlich zu den genannten Tickets gibt es auch noch Tageskarten, die sich speziell an ausländische Besucher richten. Diese sind ein paar Yen günstiger, können aber auch nur an bestimmten Bahnhöfen oder an den Flughäfen gekauft werden.

Insgesamt sieht man, dass es schon ziemlich schwierig sein kann, das richtige Ticket auszuwählen. Als Tourist sollte man sich daher vorab informieren, auf welchen Linien welches Betreibers man unterwegs sein wird und das Ticket dementsprechend aussuchen.

Keine Lust, ewig nach dem richtigen Fahrpreis zu recherchieren?

Deutlich einfacher ist die Nutzung einer IC-Karte. Diese Karten werden mit einem Guthaben oder einer Zeitkarte aufgeladen, kurz an die Sperre gehalten und das Guthaben wird automatisch abgezogen. Die Karte kostet einmalig 500 ¥ Pfand, das man bei der Rückgabe inkl. eventuell vorhandenem Restguthaben zurückerstattet bekommt.

Ein Yamanote-Line Zug in Tokyo

In Tokyo gibt es verschiedene Kartentypen – von Tokyo Metro und Toei Subway werden „PASMO“-Karten ausgegeben, von JR „Suica“-Karten. Jedoch ist der Name der einzige Unterschied – technisch sind die Karten innerhalb Japans komplett kompatibel. So kann man mit einer „PASMO“-Karte aus Tokyo bspw. auch die U-Bahn in Kyoto oder Osaka benutzen.

Wenn man eine Tageskarte oder eine andere Zeitkarte auf die Karte lädt, wird die Karte zusätzlich bedruckt. Bevor man nach Ablauf der einen Zeitkarte eine zweite Zeitkarte auf die IC-Karte laden möchte, muss man den Aufdruck vorher vom Bahnhofspersonal löschen lassen!

Sehr praktisch ist zudem, dass man mit den IC-Karten auch an diversen Getränkeautomaten oder in Minimärkten wie 7-Eleven oder Family Mart bezahlen kann, die es quasi an jeder zweiten Straßenecke gibt. Das ist eine gute Möglichkeit, um am Ende einer Reise noch Restguthaben zu verbrauchen. Reicht das Restguthaben nicht für den kompletten Einkauf aus zahlt man die Differenz einfach bar nach.

Pendler in der Tokyo Metro

Welcher Zug ist der Richtige?

Neben den U-Bahnen gibt es in Tokyo, wie schon erwähnt, diverse JR- und Privatlinien. Anders als bei uns haben die Linien keine Nummern sondern Namen. Für Touristen, denen die japanische Aussprache zu kompliziert ist, haben die Linien in den Großstädten zudem auch noch Buchstabenabkürzungen. Die Abkürzung für die Yamanote-Linie (Betreiber: JR) ist bspw. „JY“. Auch die Stationen haben neben ihrem Namen noch eine Zahlenkombination, damit sich Touristen besser orientieren können. Der Bahnhof Shinagawa auf der Yamanote-Linie trägt so bspw. das Kürzel JY25. Diese Kürzel werden auch in den Ansagen und auf den Anzeigen verwendet.

Ein Zug der Chuo-Line im Bahnhof Shinjuku

Beim Umsteigen sollte man beachten, dass teilweise lange Wege zwischen den einzelnen Bahnsteigen liegen – 500 m und mehr sind keine Seltenheit – vor allem dann nicht, wenn man zwischen verschiedenen Betreibern umsteigt. Allerdings sind die Beschilderungen sehr vorbildlich und man findet den Weg zum richtigen Bahnsteig ziemlich leicht. Auf vielen Schildern sind auch die Entfernungsangaben angegeben.

Auf vielen Linien gibt es unterschiedliche Bedienfrequenzen, die man am besten mit den „Regionalbahnen“ und „RegionalExpress“-Zügen in Deutschland vergleichen kann. Die Bedienfrequenzen und Bezeichnungen können allerdings auch je nach Linie und Betreiber unterschiedlich sein.

Grundsätzlich halten die „Local“-Züge an allen Stationen.

Daneben gibt es schnellere Züge, die Stationen unterwegs überspringen und nur an größeren Bahnhöfen halten. Diese heißen beispielsweise „Semi-Express“, „Express“, „Rapid“, „Rapid-Exress“, „Homeliner“, … Das sind alles Nahverkehrszüge, die im Prinzip mit jedem Fahrschein genutzt werden können.

Nachdem man den richtigen Zug gefunden hat, geht es nun ans Einsteigen.

In Japan stellt man sich zum Einsteigen in Reihen auf!

Auf sämtlichen Bahnsteigen finden sich Markierungen, auf denen man erkennen kann, welcher Wagen wo hält und wo sich die Türen befindet. Zusätzlich ist angegeben, ob man sich in 1er-, 2er-, 3er-Reihen usw. aufstellen soll. Die Züge halten punktgenau an den Markierungen an.

Falls unterschiedliche Zugtypen an einem Bahnsteig halten, ist an den Anzeigen oftmals angegeben an welchen Markierungen man sich anstellen soll. Wenn neben dem zunächst einfahrenden Zug bspw. ein Dreieck angezeigt wird, soll man sich an den Markierungen mit Dreieck-Symbol anstellen. Das System funktioniert erstaunlich gut, nur die Touristen brauchen eine Weile um sich daran zu gewöhnen.

Pendler in der Tokyo Metro

Wenn der Zug eingefahren ist, steigen die Fahrgäste in der Mitte aus während von rechts und/oder links gleichzeitig Fahrgäste in den Zug steigen können. So ist der Fahrgastfluss effizient und dauert nicht zu lange. Zu Stoßzeiten stehen zudem die bekannten, mit weißen Handschuhen ausgestatteten, „Fahrgastschieber“ zur Stelle, die notfalls etwas stopfen damit die Türen schließen können.

Ein weiterer Unterschied im Vergleich zu Europa sind die Abfertigungsmelodien.

Sobald sich die Türen öffnen ertönt eine Melodie. Diese Melodie kann sich je nach Linie und Station unterscheiden, so dass eingeübte Pendler anhand der Melodie erkennen an welcher Station sie gerade sind und auf welcher Linie sie fahren. Während die Melodie spielt sollen die Fahrgäste ein- und aussteigen. Sobald die Melodie aufhört ist der Fahrgastwechsel beendet, der Zug ist abfahrtbereit und die Türen schließen in Kürze.

Orientierung im Zug

Im Zug selbst findet man sich recht gut zurecht – die Ansagen erfolgen in Japanisch und Englisch. Zusätzlich gibt es in vielen Zügen Bildschirme, auf denen nicht nur die nächste Station und der Fahrtverlauf sondern auch die Lage der Rolltreppen, die kürzesten Wege zu den jeweiligen Ausgängen und Umsteigemöglichkeiten angezeigt werden. Erstaunlicherweise habe ich während der gesamten Zeit keinerlei defekte Anzeige, defekte Tür oder Ähnliches beobachten können. Da sieht man, dass die japanischen Bahngesellschaften sehr viel Wert auf ihre Züge legen.

Anzeige in der Yamanote-Linie – Lageplan des Bahnhofs Shibuya

Anzeige in der Yamanote-Linie – nächster Halt: Shibuya

Im nächsten Teil geht es weiter und ich berichte über den Shinkansen

Viele Grüße
Fabian

City-Tunnel Leipzig – So sieht’s aus

Nachdem ich das Glück hatte und zwei Tickets für eine Besichtigungsfahrt durch den City-Tunnel Leipzig gewann, wagte ich mich heute in den Leipziger Untergrund.

Los ging’s am Leipziger Hauptbahnhof – nachdem die Tickets kontrolliert wurden, konnte man es sich vor dem Abstieg kurz gemütlich machen und einen Imagefilm zum Tunnel ansehen sowie etwas Informationsmaterial absahnen. Es wurden anschließend schicke DB-Warnwesten und Helme ausgeteilt, um dann auch sicher den Abstieg in die neue S-Bahnstation Hauptbahnhof beginnen zu können.

IMG_3173 Unten war etwas Zeit für Fotos und dann kam auch schon der Zug. Extra für die Rundfahrten wurden hier einige Transportwagen mit Bänken ausgestattet, so dass man es einigermaßen bequem hatte. Jeder Wagen verfügte auch über einige Lautsprecher, über die man einen Audiokommentar hören konnte – allerdings nur in der Theorie. In der Praxis waren die „Loks“ und die Fahrgeräusche so laut, dass man kaum etwas verstand.

Die Fahrt führte dann non-stop durch den Tunnel über die Stationen „Markt“, „Wilhelm-Leuschner-Platz“ zur Station „Bayerischer Bahnhof“ und wieder zurück zum Hauptbahnhof.

Man konnte gut sehen, dass der Innenausbau der Stationen schon sehr weit fortgeschritten war und nur noch einige Handgriffe notwendig sind, bis der Tunnel nächstes Jahr in Betrieb gehen kann. Geplant ist, dass der Tunnel nach seiner Eröffnung am 15. Dezember 2013 von 6 neuen S-Bahn-Linien bedient wird und auf der Stammstrecke jede 5 Minuten eine S-Bahn fährt.

IMG_3126 Was mich jedoch etwas „schockiert“ hat war, dass zwischen Bayrischem Bahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz schon wieder die ersten Graffitis in den Tunnelröhren zu finden waren – normalerweise geht man ja durchaus davon aus, dass so eine große Baustelle ordentlich gesichert ist, und so was deshalb nicht passiert. Später wird man die Graffitis während der Zugfahrt aber vermutlich sowieso nicht sehen können.

Ich bin gespannt, ob das Konzept der S-Bahn Mitteldeutschland aufgeht und wie der Tunnel nach der Eröffnung von den Leipzigern und den Anwohnern aus der Region angenommen wird.

Insgesamt war die Besichtigung gut organisiert, jedoch wäre es sicherlich noch informativer gewesen, wenn man den Audiokommentar vor die Fahrt gelegt hätte, so dass man im Infobereich etwas mehr als das vorgefertigte Video geliefert bekommen hätte. Während der Fahrt konnte man sowieso nichts hören und war auch schon genug damit beschäftigt Fotos zu machen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Alle Fotos, die ich während der Fahrt machen konnte, findet ihr wie immer bei Flickr.

Einen schönen Sonntag noch und einen guten Start in die neue Woche,
– Fabian. 

DB Fernverkehr in Leipzig II

Ich habe ja bereits berichtet, dass die Deutsche Bahn ab Herbst den ICE-Fernverkehr in Leipzig einschränken möchte.
Dies kam bei den Leipzigern natürlich nicht gut und und diverse Geschäftsleute, Bundestagsabgeordnete und andere Politiker haben sich in einem Brief an den Bahnvorstand über die geplanten Einschränkungen beschwert.

Die Leipziger Volkszeitung berichtete vor ein paar Tagen dann, dass Bahnvorstand Grube dem Freistaat Sachsen entgegenkommt. So soll die Strecke Leipzig <> Berlin weiterhin im Stundentakt bedient werden. Grube sprach sogar davon, dass der Stundentakt garantiert werde, auch wenn noch nicht alle ICE-Züge wieder einsatzfähig sind. Vermutlich werden dann, wie schon einmal, IC-Ersatzzüge eingesetzt.

Auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Frankfurt soll dann im 40/80 Minuten-Takt gefahren werden. Das bedeutet, dass z.B. Züge um 11:00, 11:40 und die nächsten Züge dann um 13:00 und 13:40 fahren.

Jedoch frage ich mich, was es nun mit den sogenannten „Technikproblemen“ aufsich hat. Gibt es nun doch keine mehr, wenn stündlich zwischen Leipzig und Berlin gefahren wird oder woher kommen die zusätzlichen Züge, die eigentlich nicht zur Verfügung stehen würden? Hat es in letzter Zeit ICE’s geregnet?

Ich hoffe sehr, dass es sich bei Grubes Aussage auch tatsächlich um die Wahrheit handelt und es nicht nur zur Beruhigung der Menschen schnell dahergesagt wurde.

Natürlich werde ich weiter am Thema dranbleiben und darüber berichten 🙂

Viele Grüße und Frohe Ostern,
– Fabi

Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof

Es ist mal wieder an der Zeit. Die Bahn stellt wieder mal die Software des elektronischen Stellwerks in Leipzig um. Dadurch ergibt sich eine Sperrung der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs bis zur Nacht von Sonntag auf Montag. In dieser Zeit gibt es zahlreiche Veränderungen bei den Zugverbindungen in der Leipziger Region. Auch die Fernverkehrsverbindungen in Richtung Berlin, Dresden, Frankfurt und München sind in der Zeit von Samstag nachmittag bis Montag um 4:30 beeinträchtigt.

Die Züge, die normalerweise bis Leipzig Hbf. fahren werden dann an anderen Bahnhöfen in Leipzig enden, von denen Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof und somit ins Stadtzentrum besteht. Endpunkte während dieser Softwareumstellung werden zum Beispiel Leipzig Messe, Leipzig Thekla und Leipzig Leutzsch sein. Die Fernverkehrszüge werden wohl über Halle (Saale) umgeleitet und aus Richtung Berlin gibt es Ersatzverkehr ab Bitterfeld. Einige andere Züge fahren aber auch mit Umleitung (und damit 60 Minuten längerer Fahrzeit) direkt bis nach Leipzig.

Eine weitere Umstellung gibt es auch auf der Strecke Hoyerswerda/Cottbus <> Taucha <> Leipzig. Wegen Bauarbeiten werden dort die Züge bis zum Herbst umgeleitet. Anstatt der direkten Verbindung von Taucha nach Leipzig (Fahrzeit ca. 20 Minuten) werden die Züge über Leipzig Messe oder Leipzig Engelsdorf umgeleitet. Die RE-Züge aus Cottbus enden in dieser Zeit in Leipzig Thekla, dort geht es dann mit Bussen weiter zum Hauptbahnhof. Betroffen davon sind die Linien MRB 115, RE 10 und RE 11.

Wenn es die Möglichkeit gibt, mit der Straßenbahn (z.B. aus Taucha) oder mit dem Bus (z.B. aus Eilenburg) nach Leipzig zu fahren, sollte man dies also eher in Betracht ziehen, als wenn man den Zug nimmt und über die Umleitungsstrecke fahren wird.

An der Grafik habe ich ungefähr versucht, die normale Strecke sowie die Umleitungsstrecke darzustellen. Quelle der Karte  ist Google Maps.

Umleitung zwischen Taucha und Leipzig Hbf. bis voraussichtlich September 2010.

Ich hoffe, der eingeplante Bauplan wird auch eingehalten. Bisher habe ich die schnelle Verbindung zwischen Taucha und Leipzig immer gern verwendet aber in Zukunft lohnt es sich nicht mehr, extra 15 Minuten zum Bahnhof zu laufen um dann noch fast eine halbe Stunde zu fahren. Zum Bus laufe ich 4 Minuten und bin auch in einer halben Stunde im Stadtzentrum 😉

Hier gibt es noch ein paar Hinweise und den geänderten Fahrplan während der Softwareumstellung im Hauptbahnhof:

– Hinweisplakat zur Softwareumstellung
– Fahrplan und Lagepläne der SEV-Bahnhöfe während der Umstellung

(beide Links verlinken auf PDF-Dokumente bei bahn.de)

Seid ihr auch von der Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof betroffen? Müsst ihr den Schienenersatzverkehr nutzen? Was habt ihr für Erfahrungen bei Baumaßnahmen der Bahn?

Bis bald und viele Grüße,
– Fabi

PS.: Der nächste Artikel wird dann sicherlich nicht wieder von der Bahn handeln 😉

DB will Fernverkehr in Leipzig einschränken

Top-Thema des Tages bei vielen Leipzigern ist ein Bericht der Leipziger Volkszeitung, in dem es um den Winterfahrplan der DB geht. Angeblich plane die Bahn, den Fernverkehr über Leipzig massiv einzuschränken.

Unter anderem wird die Strecke Berlin <> Leipzig <> München aufgeteilt. Der bisherige Stundentakt auf dieser Verbindung wird abgelöst und die Verbindung soll nur noch im 2-Stunden-Takt bedient werden. Desweiteren fahren diese Züge ab Nürnberg nicht mehr über die Schnellfahrstrecke und Ingolstadt sondern über eine langsamere Strecke und über Augsburg. Zwischen Berlin und München wird es jedoch weiterhin einen Stundentakt geben: zum einen wie bisher über Leipzig und zum anderen über Halle (Saale). Wahrscheinlich werden sich dann also die Züge Berlin <> München abwechseln und entweder über Leipzig (und die langsamere Strecke über Augsburg) oder über Halle (Saale) und die Schnellfahrstrecke über Ingolstadt fahren. Die Züge über Halle (Saale) sind somit gleich rund 50 Minuten schneller als die Züge über Leipzig.

Das ist vielleicht noch das kleinste Problem aber vor allem Berufspendler zwischen Leipzig und Berlin werden ganz schöne Probleme bekommen. Es ist noch nicht lange her, als die neue Verbindung „Leipzig <> Berlin“ ganz groß beworben wurde „Nur eine Stunde und 15 Minuten Fahrt von Leipzig nach Berlin Südkreuz“ hieß es damals. Wenn der Takt jetzt jedoch von 60 auf 120 Minuten geändert wird, werden sich sicherlich immer mehr Menschen überlegen doch lieber mit dem Auto nach Berlin zu fahren.

Außerdem sind Einschnitte auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Erfurt <> Frankfurt (<> Wiesbaden) geplant. Statt dem bisherigen Stundentakt werden die Züge ab Dezember in einem wechselnden 40 / 80 Minuten-Takt fahren. Soll heißen: der erste Zug fährt z.B. um 09:00 ab, der nächste Zug um 09:40, der übernächste Zug dann erst wieder um 11:00. Die Halte in Riesa, Dresden-Neustadt, Weimar und Eisenach werden außerdem nur noch alle 2 Stunden bedient. Wer einmal, vor allem an Freitagen und Sonntagen auf dieser Strecke gefahren ist, wird feststellen, dass die Züge dann schon immer sehr voll sind und man teilweise nur noch auf dem Boden Platz bekommen hat.

Begründet wird diese ganze Maßnahme durch den höheren Wartungsbedarf und die Technikprobleme der Bahn. Okay, von mir aus muss nicht jede 60 Minuten ein ICE nach Berlin fahren, aber dann könnte man wenigstens einen IC-Zug einsetzen und so trotzdem einen 60-Minuten-Takt auf der Verbindung nach Berlin einrichten.

Ich denke eher, dass es ganz andere Gründe hat. Ein ein paar Jahren wird die neue Schnellfahrstrecke von Berlin über Erfurt nach Nürnberg fertig. Sicher will die Bahn jetzt schon versuchen die Leute daran zu gewöhnen, dass diese neue Strecke prinzipiell über Halle (Saale) geführt werden soll. Damit dann der Aufschrei bei Eröffnung der Strecke nicht all zu groß wird, probiert die Bahn nun schon ab Dezember etwas aus.

Das aber „Technikprobleme“ zu Lasten des Fernverkehrs eines ganzen Bundeslandes gehen, kann ich bei weitem nicht verstehen. Schon allein wenn man Leipzig mit seinen 515.500 Einwohnern (Quelle: Wikipedia) und Halle (Saale) mit knapp der Hälfte der Einwohner gegenüberstellt sollte man erkennen können, welche Stadt den größeren Bedarf an Fernverkehrsverbindungen hat. Durch diese Maßnahme wird ebenfalls der Regionalverkehr in Sachsen beeinträchtigt da so etliche Zubringerzüge fehlen.

Ich hoffe, die Bahn überlegt sich diesen Schritt noch genau und entscheidet sich für eine Lösung für Leipzig, Sachsen und natürlich vielen Fahrgästen auf den Strecken von Leipzig nach Berlin, Dresden und Frankfurt. Sicherlich werden dann noch mehr Menschen überlegen das Flugzeug nach Frankfurt und München zu nehmen. Dort hat man seinen Sitzplatz garantiert ohne Aufpreis und mit etwas Glück zahlt man auch noch weniger als mit der Bahn. Was nützt der Bahn eine neue, tolle Schnellfahrstrecke ohne Fahrgäste in den Zügen?

Falls es nicht dazu kommen sollte, hoffe ich, dass Privatbahnen und Züge wie der Interconnex das Potential der Strecke nach Berlin erkennen und öfter Züge anbieten werden. Schon jetzt besteht eine gute Nachfrage um für ca. 20€ in nur 90 Minuten von Leipzig direkt zum Potsdamer Platz oder zum Berliner Hauptbahnhof zu fahren.

Wie steht ihr zum neuen Fahrplanentwurf der Bahn und was haltet ihr von der Bahn allgemein? Findet ihr, dass Privatbahnen der DB noch stärker Konkurrenz machen müssen? Denkt ihr wirklich, dass Technikprobleme der Grund für diese Maßnahme sind? – Ich freue mich auf eure Kommentare.

Viele Grüße von Fabi, der bald zum Asia-all-you-can-eat-Buffet gehen wird 😉