Zugfahren in Japan – Teil 1

Vor ein paar Wochen ging ein langer Traum in Erfüllung: eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne!

Ich möchte ein paar Dinge aufgreifen, die ich während der Reise interessant fand und hier im Blog davon berichten. Im ersten Teil geht es um die Nahverkehrszüge, Tickets und Unterschiede zu den Zügen in Deutschland. Jetzt denkt sich der ein oder andere vielleicht „Ist Zugfahren nicht überall gleich?“ – aber seht selbst.

Ab nach Tokyo!

Los ging die Reise mit der japanischen Eisenbahn am Flughafen Narita bei Tokyo.

Zunächst suchten wir das Reisezentrum auf – dort mussten wir unseren Japan Rail Pass (künftig „JRP“ abgekürzt) abholen. Mit dem JRP darf man eine bestimmte Zeit lang (bspw. 7 oder 14 Tage) viele der JR-Züge nutzen ohne separate Tickets kaufen zu müssen. Wichtig dabei ist, dass man den Pass vorher im Ausland kaufen muss. Bei Kauf erhält man einen Gutschein, den man dann in Japan in den eigentlichen Pass eintauscht. Wenn man den Pass dann einmal hat, funktioniert er ähnlich wie eine BahnCard 100.

Narita Express-Zug im Bahnhof Narita Airport T1

Bei der Abholung des Rail Pass haben wir außerdem Reservierungen für den nächsten Narita-Express (im JRP enthalten) nach Tokyo bekommen. Einige Züge, wie der Narita-Express, sind reservierungspflichtig. Reservierungen erhält man mit dem JRP jedoch kostenlos an JR-Fahrkartenschaltern in vielen größeren Bahnhöfen.

Bevor wir zum Narita Express kamen, mussten wir aber erstmal durch die Bahnsteigsperren. Sämtliche Bahnsteige in Japan haben Bahnsteigsperren – diese kann man mit dem JRP allerdings nicht benutzen. Da aber jede Sperre mit Personal besetzt ist, geht man zum Bahnhofspersonal und darf nach Vorzeigen des JRP den Kinderwagen-/Rollstuhlzugang neben den eigentlichen Sperren benutzen. Das ist meiner Meinung nach der einzige Nachteil am JR Pass. Da es sich beim Bahnhofspersonal auch ab und an mal staut, muss man ggf. warten bis man an der Reihe ist und kann nicht, wie der Großteil der Reisenden, in 2 Sekunden durch die Sperren laufen.

Der Narita-Express wird gerade gereinigt.

Am Bahnsteig angekommen dauerte es nicht lang bis der Narita Express einfuhr – zusteigen durften wir aber noch nicht. Ein Bahnmitarbeiter spannte ein Absperrband in der Tür auf und saugte erstmal schnell den Wagen durch und drehte anschließend alle Sitzplätze in Fahrtrichtung um – so musste niemand rückwärts fahren. Generell sind alle Züge, auch die Nahverkehrszüge, sehr sauber, ohne Graffiti, Kratzer oder andere Beschädigungen.

Die Fahrt nach Tokyo verlief pünktlich und ruhig. Während der Fahrt gibt es Durchsagen auf Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch. Auf den Bildschirmen im Zug gab es neben einer Karte mit dem Streckenverlauf auch Nachrichten und den Wetterbericht – natürlich ohne Tonspur aber mit Untertiteln. Generell ist es in den japanischen Zügen ausgesprochen leise. Wenn die Japaner telefonieren müssen, gehen sie ans Ende der Wagen in die Türbereiche – eine Sitte, die in Deutschland leider zunehmend aus der Mode gerät…

Der Narita-Express (Green Class / 1. Klasse) von Innen

Viele Betreiber…

In Tokyo selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten voran zu kommen. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass es in Japan keine Verkehrsverbünde gibt, so wie man es in Deutschland kennt. Selbst die U-Bahn in Tokyo wird von zwei verschiedenen Firmen betrieben, dazu kommen die Busse und viele Eisenbahnlinien von privaten Bahngesellschaften.

Sehr interessant ist, dass die U-Bahn-Strecken, anders als in Deutschland, keine separaten U-Bahn-Strecken sind sondern mit „richtigen“ Eisenbahnstrecken verknüpft werden. Ein Beispiel dafür ist die Fukutoshin-Linie, die von Tokyo Metro betrieben wird. Am Endbahnhof Shibuya können die Züge direkt weiter auf der Toyoko-Linie der privaten Tokyu-Eisenbahngesellschaft bis bspw. nach Yokohama fahren.

Ein Nahverkehrszug in Ikebukuro

Mitunter sind sogar mehrere Bahnstrecken miteinander verknüpft – z.B. könnte ein Zug von Yokohama aus auf der Toyoko-Linie (Betreiber: Tokyu) bis nach Shibuya fahren. Dort wechselt er auf die Fukutoshin-Linie der Tokyo Metro und fährt weiter nach Ikebukuro. Von dort aus kann der Zug dann weiter auf der Tobu-Tojo-Linie (Betreiber: Tobu Tetsudo) bis nach Shinrinkoen fahren. So würde ein Zug insgesamt auf drei verschiedenen Netzen von drei verschiedenen Betreibern unterwegs sein und als unkundiger Mitfahrer würde man den Betreiberwechsel unter Umständen gar nicht mitbekommen.

Die Züge sind immer entsprechend der Linie beschildert, auf der sie gerade fahren, jedoch bleibt das „Endziel“ gleich. So ist der Zug auf dem Abschnitt Shibuya – Ikebukuro bspw. als Fukutoshin-Line-Zug, jedoch mit Ziel „Shinrinkoen“ beschildert.

Viele Tickets…

Für die Fahrgäste ist es ganz praktisch, jedoch ist die tarifliche Handhabung etwas ungewohnt – wo wir schon beim nächsten Punkt angekommen wären. Prinzipiell gilt in Japan ein entfernungsbasierter Tarif. Da es keinen Verkehrsverbund gibt, muss auch bei jedem Wechsel von einer Linie eines Betreibers auf die eines anderen Betreibers erneut gezahlt werden.

Ein Tagesticket für Tokyo Metro & Toei Subway auf einer PASMO-Karte

Selbst wenn man, wie im o.g. Beispiel, gar nicht umsteigen muss, möchte trotzdem jeder der Betreiber seinen Anteil an den Fahrtkosten abhaben.

Beim Fahrkartenkauf eines regulären Tickets hängen über den Fahrkartenautomaten Linienpläne, auf denen die Fahrpreise bis zur Zielstation angegeben sind. Am Automaten wählt man dann nur den entsprechenden Wert (bspw. 230¥) aus, nimmt das Ticket und steckt es in die Sperre. Beim Verlassen des Zielbahnhofs wird genau so vorgegangen. Sollte man versehentlich zu wenig bezahlt haben, öffnet die Sperre nicht und die Japaner gehen ganz selbstverständlich zu einem „Fare Adjustment“-Automaten, die ähnlich wie die Ticketautomaten funktionieren. Dort stecken sie ihr Ticket ein, bezahlen den Differenzbetrag und können anschließend die Schranken öffnen. Das ist auch sehr praktisch falls man den genauen Betrag zum Zielbahnhof nicht kennt oder er nicht ausgewiesen ist – man bezahlt einen Pauschalbetrag und zahlt die Differenz am Ziel nach.

Beim Umsteigen zwischen verschiedenen Betreibern gibt es kleine Rabatte, jedoch ist eine Fahrt über bspw. 5 km Distanz bei einem Betreiber immer noch günstiger als wenn man bspw. nach 2,5 km auf einen anderen Betreiber umsteigt.

Für Touristen und Vielfahrer gibt es zudem auch entsprechende Tagestickets.

Bei der U-Bahn Toyko kann man bspw. zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Tagesticket Tokyo Metro (Betreiber 1) = 600 ¥
  • Tagesticket Toei Subway (Betreiber 2) = 700 ¥
  • Tagesticket Tokyo Metro + Toei Subway (Betreiber 1+2) = 900 ¥
  • Tagesticket „Tokyo Combination“ (beide U-Bahn-Betreiber, Busse, Straßenbahn, JR-Züge) = 1.590 ¥

Eine Bahnsteigtür im Bahnhof Ueno – mit Pandas, da die Pandas im nahegelegenen Ueno-Zoo die Publikumslieblinge sind.

Für uns war das Tokyo Metro + Toei Subway-Tagesticket am praktischsten, da die JR-Züge durch den JRP abgedeckt waren und wir keine Busse brauchten. Die Straßenbahn (es gibt nur eine Linie) benutzten wir ebenfalls nicht.

Zusätzlich zu den genannten Tickets gibt es auch noch Tageskarten, die sich speziell an ausländische Besucher richten. Diese sind ein paar Yen günstiger, können aber auch nur an bestimmten Bahnhöfen oder an den Flughäfen gekauft werden.

Insgesamt sieht man, dass es schon ziemlich schwierig sein kann, das richtige Ticket auszuwählen. Als Tourist sollte man sich daher vorab informieren, auf welchen Linien welches Betreibers man unterwegs sein wird und das Ticket dementsprechend aussuchen.

Keine Lust, ewig nach dem richtigen Fahrpreis zu recherchieren?

Deutlich einfacher ist die Nutzung einer IC-Karte. Diese Karten werden mit einem Guthaben oder einer Zeitkarte aufgeladen, kurz an die Sperre gehalten und das Guthaben wird automatisch abgezogen. Die Karte kostet einmalig 500 ¥ Pfand, das man bei der Rückgabe inkl. eventuell vorhandenem Restguthaben zurückerstattet bekommt.

Ein Yamanote-Line Zug in Tokyo

In Tokyo gibt es verschiedene Kartentypen – von Tokyo Metro und Toei Subway werden „PASMO“-Karten ausgegeben, von JR „Suica“-Karten. Jedoch ist der Name der einzige Unterschied – technisch sind die Karten innerhalb Japans komplett kompatibel. So kann man mit einer „PASMO“-Karte aus Tokyo bspw. auch die U-Bahn in Kyoto oder Osaka benutzen.

Wenn man eine Tageskarte oder eine andere Zeitkarte auf die Karte lädt, wird die Karte zusätzlich bedruckt. Bevor man nach Ablauf der einen Zeitkarte eine zweite Zeitkarte auf die IC-Karte laden möchte, muss man den Aufdruck vorher vom Bahnhofspersonal löschen lassen!

Sehr praktisch ist zudem, dass man mit den IC-Karten auch an diversen Getränkeautomaten oder in Minimärkten wie 7-Eleven oder Family Mart bezahlen kann, die es quasi an jeder zweiten Straßenecke gibt. Das ist eine gute Möglichkeit, um am Ende einer Reise noch Restguthaben zu verbrauchen. Reicht das Restguthaben nicht für den kompletten Einkauf aus zahlt man die Differenz einfach bar nach.

Pendler in der Tokyo Metro

Welcher Zug ist der Richtige?

Neben den U-Bahnen gibt es in Tokyo, wie schon erwähnt, diverse JR- und Privatlinien. Anders als bei uns haben die Linien keine Nummern sondern Namen. Für Touristen, denen die japanische Aussprache zu kompliziert ist, haben die Linien in den Großstädten zudem auch noch Buchstabenabkürzungen. Die Abkürzung für die Yamanote-Linie (Betreiber: JR) ist bspw. „JY“. Auch die Stationen haben neben ihrem Namen noch eine Zahlenkombination, damit sich Touristen besser orientieren können. Der Bahnhof Shinagawa auf der Yamanote-Linie trägt so bspw. das Kürzel JY25. Diese Kürzel werden auch in den Ansagen und auf den Anzeigen verwendet.

Ein Zug der Chuo-Line im Bahnhof Shinjuku

Beim Umsteigen sollte man beachten, dass teilweise lange Wege zwischen den einzelnen Bahnsteigen liegen – 500 m und mehr sind keine Seltenheit – vor allem dann nicht, wenn man zwischen verschiedenen Betreibern umsteigt. Allerdings sind die Beschilderungen sehr vorbildlich und man findet den Weg zum richtigen Bahnsteig ziemlich leicht. Auf vielen Schildern sind auch die Entfernungsangaben angegeben.

Auf vielen Linien gibt es unterschiedliche Bedienfrequenzen, die man am besten mit den „Regionalbahnen“ und „RegionalExpress“-Zügen in Deutschland vergleichen kann. Die Bedienfrequenzen und Bezeichnungen können allerdings auch je nach Linie und Betreiber unterschiedlich sein.

Grundsätzlich halten die „Local“-Züge an allen Stationen.

Daneben gibt es schnellere Züge, die Stationen unterwegs überspringen und nur an größeren Bahnhöfen halten. Diese heißen beispielsweise „Semi-Express“, „Express“, „Rapid“, „Rapid-Exress“, „Homeliner“, … Das sind alles Nahverkehrszüge, die im Prinzip mit jedem Fahrschein genutzt werden können.

Nachdem man den richtigen Zug gefunden hat, geht es nun ans Einsteigen.

In Japan stellt man sich zum Einsteigen in Reihen auf!

Auf sämtlichen Bahnsteigen finden sich Markierungen, auf denen man erkennen kann, welcher Wagen wo hält und wo sich die Türen befindet. Zusätzlich ist angegeben, ob man sich in 1er-, 2er-, 3er-Reihen usw. aufstellen soll. Die Züge halten punktgenau an den Markierungen an.

Falls unterschiedliche Zugtypen an einem Bahnsteig halten, ist an den Anzeigen oftmals angegeben an welchen Markierungen man sich anstellen soll. Wenn neben dem zunächst einfahrenden Zug bspw. ein Dreieck angezeigt wird, soll man sich an den Markierungen mit Dreieck-Symbol anstellen. Das System funktioniert erstaunlich gut, nur die Touristen brauchen eine Weile um sich daran zu gewöhnen.

Pendler in der Tokyo Metro

Wenn der Zug eingefahren ist, steigen die Fahrgäste in der Mitte aus während von rechts und/oder links gleichzeitig Fahrgäste in den Zug steigen können. So ist der Fahrgastfluss effizient und dauert nicht zu lange. Zu Stoßzeiten stehen zudem die bekannten, mit weißen Handschuhen ausgestatteten, „Fahrgastschieber“ zur Stelle, die notfalls etwas stopfen damit die Türen schließen können.

Ein weiterer Unterschied im Vergleich zu Europa sind die Abfertigungsmelodien.

Sobald sich die Türen öffnen ertönt eine Melodie. Diese Melodie kann sich je nach Linie und Station unterscheiden, so dass eingeübte Pendler anhand der Melodie erkennen an welcher Station sie gerade sind und auf welcher Linie sie fahren. Während die Melodie spielt sollen die Fahrgäste ein- und aussteigen. Sobald die Melodie aufhört ist der Fahrgastwechsel beendet, der Zug ist abfahrtbereit und die Türen schließen in Kürze.

Orientierung im Zug

Im Zug selbst findet man sich recht gut zurecht – die Ansagen erfolgen in Japanisch und Englisch. Zusätzlich gibt es in vielen Zügen Bildschirme, auf denen nicht nur die nächste Station und der Fahrtverlauf sondern auch die Lage der Rolltreppen, die kürzesten Wege zu den jeweiligen Ausgängen und Umsteigemöglichkeiten angezeigt werden. Erstaunlicherweise habe ich während der gesamten Zeit keinerlei defekte Anzeige, defekte Tür oder Ähnliches beobachten können. Da sieht man, dass die japanischen Bahngesellschaften sehr viel Wert auf ihre Züge legen.

Anzeige in der Yamanote-Linie – Lageplan des Bahnhofs Shibuya

Anzeige in der Yamanote-Linie – nächster Halt: Shibuya

Im nächsten Teil geht es weiter und ich berichte über den Shinkansen

Viele Grüße
Fabian

Telekom: „Smart Traveller“ – meine Kostenfalle des Jahres

Ich hätte nicht gedacht, dass mein neuster Blogeintrag ausgerechnet von der Telekom handelt, aber aus gegebenem Anlass kann ich nicht anders als über die Geschäftspraktiken dieses Unternehmens zu schreiben.

Geplant war alles ganz einfach: Ich buche zu meinem Laufzeitvertrag mit deutschlandweiter Flatrate die Option „Smart Traveller“ hinzu und kann im EU-Ausland zu günstigen Konditionen telefonieren, ohne mir den Kopf über die kommende Handyrechnung zerbrechen zu müssen. So weit, so gut.

Auf Übersichtsseite der Telekom wird das soweit auch alles einfach erklärt dargestellt:

Kunden mit Smart Traveller-Option

Seit dem 1. Juli 2014 gelten in der Roaming-Ländergruppe 1 folgende Preise:

  • Tefonieren: Abgehend 0,75 € Verbindungspreis pro Gespräch und zusätzlich ab der ersten Minute Anrechnung der nationalen Inklusiv-Minuten. Bei Inlands-Tarifen ohne Inklusivminuten wird zusätzlich zu dem Verbindungspreis von 0,75 € der Preis pro Minute nach Ihrem jeweiligen Tarif (max. 0,29 € /Min.) berechnet.

Das klingt echt verlockend, denn unter der Annahme, es handelt sich bei einer nationalen Flatrate um „Inklusivminuten“ würde man nur 75 Cent pro Gespräch im Ausland bezahlen und der Rest wird ohne Probleme und weitere Kosten über die Flatrate abgerechnet.

Da mir so ein gutes Angebot selbst für die Telekom fast zu kundenfreundlich vorkam, fragte ich bereits im Ende letzten Jahres bei @Telekom_hilft auf Twitter nach und bekam die Antwort: „Ja, wenn du eine Flatrate hast, zahlst du mit Smart Traveller nur die Verbindungsgebühr.“

Für mich war die Sache erledigt und ich freute mich schon auf meinen nächsten Auslandsaufenthalt, bei dem ich zu günstigen Konditionen telefonieren kann. Vor einigen Wochen kam es dazu und voller Freude rief ich zu Hause an, um zu berichten wie es mir in fremden Städten und Ländern so erging. Nun gingen wieder einige Wochen ins Land und als ich meinen Briefkasten öffnete, flatterte mir direkt die Telekom-Rechnung entgegen.

Zu meiner Überraschung stellte ich nun fest, dass neben der Verbindungsgebühr auch noch knapp 3 Euro für das Gespräch an sich abgezogen wurden. „Wer weiß“, dachte ich, „vielleicht schleicht sich ja auch bei einer ehemaligen Behörde mal ein Fehler ein“ und so kontaktierte ich erneut die Damen und Herren bei @Telekom_hilft. Es dauerte auch nicht lange und eine magentafarbene Antwort trudelte auf meinem Handy ein:

Vermutlich liegt also doch ein Fehler mit meiner Rechnung vor? Oder wie kommt diese Antwort zustande? Nach einiger Diskussion stellte sich nun Folgendes heraus:

Wie jetzt? Ein Minutenpreis? Eben hieß es doch noch, es gibt nur einen Verbindungspreis, wenn man eine Inlandsflatrate hat?

Man sagt mir also nun „Hätte ich einen Tarif mit Inklusivminuten (z.B. 100 Freiminuten im Monat), dann würde es bei der Verbindungsgebühr bleiben. Da ich aber eine Flatrate habe, zahle ich nicht nur die Verbindungsgebühr sondern auch noch 29 Cent pro Gesprächsminute.“

Bisher war ich immer in der Annahme, dass es sich bei einer Telefonflatrate um nichts anderes als „unbegrenzte Gesprächsminuten“ handelt, die ja im meinem Tarif inklusive sind – daher auch Inklusivminuten – schließlich bezahle ich dafür ja nicht noch mal extra sondern nur meine Grundgebühr.

Bei der Telekom ist es nun allerdings so, dass eine Flatrate viel weniger Wert ist als sogenannte „Freiminuten“, denn bei diesen zahlen die Nutzer in Verbindung mit der Smart Traveller-Option nun ja deutlich weniger – nämlich nur 75 Cent pro Gespräch, so lange sie ihre Freiminuten nicht überschritten haben.

Als Flatrate-Kunde ist man nun mit dieser „tollen Zusatzoption“ aber gleich doppelt gestraft: Man zahlt nicht nur deutlich mehr als selbst die Telekom auf einem ihrer Social Media-Kanäle sagt, sondern zahlt auch deutlich mehr als Nutzer ohne diese Zusatzoption.

Nutzer der normalen „Welt-Option“ zahlen nämlich nur die von der EU regulierten Roaminggebühren in Höhe von 22 Cent pro Minute und 0,05 Cent für ankommende Gespräche.

Zum Vergleich: ein 10-minütiges Gespräch mit Smart Traveller kostet demnach 0,75€ Verbindungsgebühr + 0,29€ pro Minute = 3,65€. In der voreingestellten „Welt-Option“ 0,22€ pro Minute = 2,20€ für das gesamte Gespräch.

Angenommen ich hätte in meinem Urlaub nun nur 5 Gespräche zu jeweils 10 Minuten geführt, hätte ich durch die Auskunft der Telekom nun 7,25€ mehr ausgegeben als ich eigentlich gemusst hätte.

Als Kunde fühle ich mich mehr als schlecht beraten – schließlich frage ich doch nicht explizit mehrfach nach, um letztendlich falsche Informationen zu bekommen, die mir finanziell schaden. In meinem Fall bin ich nur froh, dass es bei diesem einen, relativ kurzen Gespräch blieb und ich mein Handy nicht exzessiver nutzte.

Allen anderen Kunden, insbesondere denen mit deutschlandweiter Flatrate und Telekom-Laufzeitvertrag, kann ich nur von der Nutzung der Smart Traveller-Option abraten, da sich diese nur als Kostenfalle entpuppt. Für mich erschließen sich bei der Nutzung dieser Option im EU-Ausland keinerlei Vorteile.

Besonders traurig fand ich, dass sich die Kollegen der Telekom fast 7 Stunden nach Absenden meines Tweets auch nicht mal für die Verbreitung der falschen Informationen entschuldigen konnten.

Für mich steht nun fest: der Laufzeitvertrag wird nächstes Jahr gekündigt und die „Smart Traveller“-Option sofort deaktiviert. Jeder Prepaid-Anbieter im E-Plus-Netz schafft es, verständlichere Tarifinformationen zu kommunizieren als der „pinke Riese“. Leider.

Ärgerliche Grüße,
– Fabian.

 

London – Februar 2011

Schon wieder London? Ja, ihr lest richtig! Da ich den kompletten Februar frei hatte und mir dadurch glücklicherweise sehr viel Freizeit zur Verfügung stand, habe ich die Zeit noch mal genutzt um Martin in London zu besuchen. Viel Spaß beim Lesen!

Reiseziel: London, Großbritannien
Reisedaten: 13/02/2011 – 17/02/2011
Verkehrsmittel: Flugzeug (Lufthansa – LEJ – DUS – LHR – DUS – LEJ)

Wie schon beim letzten London-Besuch ging es zeitig los – und das an einem Sonntag. Um 08:25 startete das Flugzeug nach Düsseldorf, wo ich eine Stunde später ankam und zwei Stunden Aufenthalt hatte, bevor es weiter in Richtung London ging. Auf dem Hinflug nach Düsseldorf gab es einige leichte Turbulenzen die natürlich genau dann eintraten, als ich gerade vom Getränkewagen bedient wurde. Verschüttet habe ich nichts und der Flug war trotzdem ziemlich lustig.

London Skyline In London ging alles ziemlich schnell. Innerhalb von 15 Minuten(!) bin ich durch die Passkontrolle, habe mein Gepäck abgeholt und meine Oyster-Card für die U-Bahn aufgeladen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell aus dem Flughafen rauskomme. Anscheinend war auf dem Flughafen Heathrow nicht ganz so viel Betrieb. Nach einer Stunde Fahrt war ich an Martins Arbeitsstelle angekommen und habe mir erst mal den Schlüssel für das Zimmer abgeholt, in dem er wohnt. Auf dem Weg dahin habe ich erst mal eine kleine Pause am 3-Store abgelegt. 3 ist ein Mobilfunkanbieter in England und da es bei Martin kein WLAN gibt, habe ich mir dort einen Surf-Stick für meinen Laptop geholt. Die Mobilfunkpreise in England sind allgemein recht günstig. Den Stick und 1 GB Daten gab es für 20£. Außerdem hatte ich die Option noch 3000 SMS, 100 Gesprächsminuten und 500 zusätzliche MB für 10£ extra zu bekommen – alles ohne Vertragsbindung.

Weiter ging es zu Tesco. Durch das Flüssigkeitenverbot in Flugzeugen konnte ich mir natürlich nichts zu trinken mitnehmen und habe dort erstmal für den Getränkenachschub gesorgt. Auch toll ist dort das riesige Sandwich-Angebot. Hier in Deutschland findet man bei Aldi / Rewe meistens nur 2-3 verschiedene Sorten aber in England fällt die Wahl echt schwierig. Ich bin immer noch dafür, das Tesco auch Läden in Deutschland eröffnen sollte.

Nachdem ich dann alles ausgepackt habe, ging es weiter zur Oxford Street um mich in London einzuleben. Für einen Sonntagnachmittag war es natürlich wieder sehr voll, aber irgendwie auch angenehm. Später ging es dann nach Hause und relativ zeitig schlafen.

Westfield London Am nächsten Tag musste Martin am Vormittag wieder arbeiten und ich bin alleine durch die Stadt gewandert. Am Vormittag ging es in das Westfield Shopping Centre – ein wirklich riesiges und super gutes Einkaufszentrum. Dort gibt es wirklich für jeden Geschmack sämtliche Geschäfte – HMV, Puma, Nike, Apple, H&M, Hollister und sogar Deichmann war dort mit einer Filale vertreten. Ich wusste gar nicht, dass es die auch außerhalb von Deutschland gibt. Nachdem ich mir alles angesehen habe, ging es zurück und ich habe erstmal ein paar Sandwiches zum Mittag gegessen. Da das Wetter am Montag wirklich gut war (Sonne und über 10°C) ging es dann gleich noch zur Oxford Street und durch die Regent Street zum Piccadilly Circus. Später habe ich Martin dann von der Arbeit abgeholt und wir sind nach Greenwich gefahren und haben uns das Observatorium und den Nullmeridian angesehen. Von dort hatte man auch einen super Blick auf die Londoner Skyline. Wir hatten echt Glück mit dem Wetter und ich war froh, dass wir diesen Ausflug dann gleich am Montag gemacht haben. Auf dem Rückweg sind wir noch am Leicester Square und durch China Town und Soho langsam wieder nach Hause gekommen.

Ich auf der Tower Bridge Dienstag ging es etwas ruhiger los, auch das Wetter hatte nicht wirklich große Lust mitgebracht. Es war sehr grau und regnerisch, trotzdem aber noch ziemlich warm. Gegen Mittag sind wir noch mal zum Westfield Shopping Centre gefahren und haben anschließend in der Oxford Street etwas beim Chinesen gegessen. Die Preise waren gar nicht so teuer wie ich dachte – eine Portion kostete 6£, was durchaus bezahlbar ist. Am Nachmittag habe ich mich dann noch mal alleine auf den Weg gemacht und mir noch mal den Tower of London (von außen) und die Tower Bridge angesehen. Auf dem Rückweg ging es über den Piccadilly Circus zurück. Dort war es so voll, dass ich ernsthaft 3 Tubes fahren lassen musste, bevor ich mitfahren konnte. Wer denkt, dass die Straßenbahn in Leipzig zum Berufsverkehr voll ist, sollte mal in London mit der U-Bahn fahren. Die Bahnen kommen dort schon fast jede 2 Minuten und trotzdem kommt man nur mit sehr viel drücken und quetschen rein. Der Tag war dann aber noch lange nicht vorbei: Martin und ich sind zum Rockets (ein Pub) bei der Euston Station gegangen. Im Vergleich zu Bars / Pubs in Deutschland war es dort wirklich ziemlich voll, was sicherlich auch an den guten Getränkepreisen lag. Wir haben Snake Bite getrunken und für 2 Getränke nur 2,50£ bezahlt – in Deutschland wäre das sicher teurer. Was ich sehr merkwürdig finde ist, dass es in London echt noch Schließzeiten gibt. Während in Leipzig viele Kneipen die ganze Nacht durchgehend geöffnet haben, ist in London meistens gegen 0:00 Uhr dicht. Der Abend war auf jeden Fall richtig super und sollte irgendwann wiederholt werden.

Swiss-Re-Tower Am Mittwoch hat sich das Wetter schon wieder beruhigt und die Sonne schien. Am Vormittag waren wir noch mal an der Tower Bridge und sind dann durch das (sehr interessante) Bankenviertel zur St. Pauls Kathedrale gelaufen. Das Bankenviertel ist wirklich ein richtiges Geschäftsviertel und man hat fast nur Menschen in Anzügen und Touristen gesehen. Wer dort arbeitet und im Anzug rumläuft verdient garantiert eine Menge Geld. Bei St. Pauls war auch eine Gruppe Schüler unterwegs. Das war daran zu erkennen, dass alle eine gelbe Leuchtweste anhatten um nicht verloren zu gehen. So was habe ich hier auch noch nie gesehen, aber Leipzig ist im Vergleich zu London ja auch sehr überschaubar. Später ging es dann über die Oxford Street zurück nach King’s Cross, wo wir allerdings nicht so lange blieben. Am Nachmittag war Kino angesagt. Wir haben uns für „Just go with it“ mit Adam Sandler in einem Kino am Leicester Square entschieden. Auf Deutsch heißt der Film „Meine erfundene Frau“… ein sehr, sehr „kreativer“ Name, wenn man mich fragt… Das Kino ist in England definitiv teurer als in Deutschland. Obwohl wir um 17:30 im Kino waren, hat eine Karte 13,25£ gekostet – ungefähr doppelt so viel wie hier. Der hohe Preis hat sich allerdings für den Film gelohnt und sogar die Kino-Werbung finde ich in England interessanter und vor allem kürzer als hier. Wenn der Film dann auch in Deutschland im Kino kommt, empfehle ich ihn auf jeden Fall. Ich hoffe nur, dass die deutsche Synchronisation gut geworden ist. Nach dem Film ging es dann zu Fuß wieder zurück und der letzte Abend in London brach an.

London UndergroundDonnerstagmorgen war dann gar nicht mehr so viel los. Ich habe Martin auf Arbeit gebracht und mir schnell bei Tesco etwas zum Frühstück gekauft, bevor ich zum Flughafen fahren musste. Dann war nicht mehr viel Zeit, um meinen Koffer zu packen und um zur Tube zu gehen. Bevor ich endgültig zum Flughafen fahren konnte, musste ich Martin seinen Schlüssel zurückbringen und dann ging es auch schon los. Dieses Mal habe ich relativ schnell einen Sitzplatz in der Tube bekommen – am Donnerstag fahren anscheinend nicht so viele Leute wie am Montag zum Flughafen. Der Rückflug ging auch recht reibungslos. In London sind wir zwar 50 Minuten später weggekommen, weil zu viel Verkehr war, aber meinen Anschlussflug in Düsseldorf habe ich gerade noch so bekommen. Wenn ihr die Wahl habt, empfehle ich auf jeden Fall in Düsseldorf und nicht in Frankfurt umzusteigen. Die Wege dort sind viel kürzer und ich musste auch nicht erneut durch die Sicherheitskontrolle.

Die Tage in London waren auf jeden Fall wieder sehr schön und ich muss auf jeden Fall noch mal in diese tolle Stadt. Wenn ihr euch Fotos anschauen wollt, findet ihr diese wie gewohnt bei Flickr. Vielen Dank natürlich auch an Martin, der mich noch mal nach London eingeladen und mir die Stadt gezeigt hat 🙂

Bis bald,
– Fabian

China Town

London – Januar 2011

Das Jahr ging gerade erst los und schon habe ich es geschafft, mal ein paar Tage zu vereisen. Dieses Mal ging es zu Martin nach London, der dort für ein Jahr arbeitet. Hier sind ein paar Eindrücke von diesem Kurztrip. Viel Spaß beim Lesen!

Reiseziel: London, Großbritannien
Reisedaten: 21/01/2011 – 24/01/2011
Verkehrsmittel: Flugzeug (Lufthansa – LEJ – DUS – LHR – FRA – LEJ)

Tower BridgeAm Freitag ging es schon ziemlich zeitig los. Um 7:00 habe ich mich auf den Weg zum Flughafen Leipzig/Halle gemacht, wo um 8:25 das Flugzeug nach Düsseldorf gestartet ist. Dort habe ich mir dann ungefähr zwei Stunden mit lesen und Musik hören vertrieben, da nach der Passkontrolle nicht mehr wirklich viele Läden, in denen man etwas ansehen konnte, kamen. Das Flugzeug nach London kam ebenfalls pünktlich und ist sogar eine viertel Stunde zeitiger in Heathrow gelandet. Dummerweise gab es noch keine freie Parkposition, weshalb wir dann trotzdem noch ungefähr 15 Minuten warten mussten. In London angekommen ging es wieder durch die Passkontrolle und dann dauerte es wieder bis das Gepäck ankam. Am Terminal hat Martin schon auf mich gewartet und wir sind zur Tube (der Londonder U-Bahn) gegangen. Dort habe ich mir schnelle eine Oyster-Card gekauft und schon ging es zur Bahn. Die Oyster-Card ist ziemlich praktisch. Es ist eine Art Chipkarte, auf der man ein bestimmtes Guthaben oder Tages- bzw. Monatskarten aufladen kann. Immer wenn man mit der Bahn fährt, hält man seine Karte an ein Lesegerät und hält sie beim Aussteigen noch mal dran. So wird automatisch Guthaben von der Karte abgezogen und sparen kann man auch noch. Die Oyster-Card ist billiger als einzelne Papierfahrscheine und es wird immer nur Guthaben bis zum Preis einer Tageskarte abgezogen.

Nach einer Stunde Fahrt mit der Tube kamen wir dann am Bahnhof King’s Cross an. Das Zimmer von Martin ist nur maximal eine Minute von dort entfernt, also ziemlich zentral gelegen. Viele Geschäfte wie McDonalds, Subway, KFC, Starbucks, Tesco, Burger King usw. waren nur wenige Minuten entfernt. Nachdem ich mein Gepäck abgestellt habe, ging es dann weiter. Es ging wieder zur Tube und dann nach Westminster zu Big Ben, dem Parlament und dem London Eye. Das Wetter war perfekt für Sightseeing. Es war sonnig, überall war blauer Himmel und nur am Abend wurde es etwas frisch. Weiter ging es zum Piccadilly Circus und durch die Regent Street zum Oxford Circus und der Oxford Street, DER Shoppingstraße in London. Ich glaube, wenn man dort etwas nicht findet, braucht man gar nicht erst weiter suchen.

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Samstag und Sonntag musste Martin arbeiten, weshalb ich mich allein auf dem Weg gemacht habe. Am Samstag ging es als erstes zur Tower Bridge. Es war zwar ziemlich grau, aber trotzdem nicht kalt und es hat nicht geregnet, was sehr vorteilhaft für mich war. 😀 Danach ging es weiter zu Harrods, laut Wikipedia eines der größten und teuersten Kaufhäuser der Welt, wo ich mich auch etwas umgesehen habe. Gekauft habe ich mir aufgrund der Preise jedoch nichts. Mit dem Bus bin ich dann wieder in die Oxford Street gefahren, wo ich mich etwas weiter umsah. Am Nachmittag ging es zurück nach King’s Cross, wo ich etwas gegessen und Postkarten geschrieben habe. Da ich noch etwas Zeit hatte, bin ich danach wieder in die Oxford Street bzw. zu Marble Arch gefahren. Dort habe ich mich etwas in den Hyde Park gesetzt. Kurz bevor es dunkel wurde, kam die Sonne noch mal wieder etwas raus und ich habe es mir auf einer Bank gemütlich gemacht. Am Abend war ich dann noch mal an der Regent Street und habe mir den Apple Store angesehen. Das Gute an diesem Laden ist: es gibt kostenloses WLAN. Anscheinend sind die Briten nicht gerade spendabel. Ich habe in London, außer dem WLAN im Apple Store, kein freies WLAN-Netz gefunden. In einigen McDonalds-Filialen musste man eine britische Telefonnummer eingeben um WLAN-Zugang zu bekommen, welche ich jedoch nicht hatte.
Telefooooon

Am Sonntag Vormittag bin ich zu Elizabeth und Charles zum Buckingham Palace gefahren. Dort war ziemlich viel los, was sicherlich auch an der kleinen Wachablösung lag, die dort stattfand. Die restlichen Stunden des Tages habe ich wieder am Big Ben sowie in der Regent und Oxford Street verbracht. Am Nachmittag fuhr ich an beiden Tagen wieder für ein paar Stunden zurück nach King’s Cross, da Martin gerade Pause hatte. Am Sonntag Abend fuhr ich dann noch mal zum Big Ben um ein paar Fotos bei Dunkelheit zu machen. Einige sind, meiner Meinung nach, recht gut gelungen. Ziemlich toll fand ich übrigens auch die Musiker in der Tube. Anders als z.B. in Berlin fahren die nicht mit in den Bahnen mit, sondern stehen an bestimmten Stellen in U-Bahn-Stationen. Außerdem: alle, die ich dort sah, waren talentiert und haben die Leute nicht mit ihrer Musik genervt. Das könnte man gerne hier übernehmen. Der letzte Tag ging natürlich wieder viel zu schnell vorbei. Montag musste ich dann schon um 6:00 aufstehen, damit ich gegen 7:00 eine Tube zurück zum Flughafen bekam. Es war ziemlich voll, weshalb ich ca. 45 von 60 Minuten Fahrzeit stehen oder halb auf meinem Koffer sitzen musste. Kurz vor dem Flughafen wurden dann aber glücklicherweise doch ein paar Sitzplätze frei. Der Rückflug verlief auch recht unproblematisch, jedoch ist es seeehr stressig, innerhalb von 20 Minuten auf dem Flughafen Frankfurt umzusteigen. Es hat trotzdem alles geklappt und sogar mein Koffer kam in Leipzig an 😀

Insgesamt war es ein wirklich schönes Wochenende mit sehr vielen (positiven) Eindrücken und für mich steht fest, dass ich sicher mal wieder nach London fliegen werde. Es gibt noch zu viele Dinge, die ich in der kurzen Zeit nicht sehen konnte – das muss nachgeholt werden.

Fotos findet ihr übrigens im London-Album bei Flickr. Viel Spaß beim Ansehen.

Bis bald,
– Fabian

Strasbourg / August 2010

Hallo 🙂

Wie ich bereits angekündigt habe, soll es hier bald auch ein paar Berichte zu meinen Reisen / Ausflügen geben – heute geht es los!

Reiseziel: Strasbourg, Frankreich
Reisedaten: 05/08/2010 – 08/08/2010
Verkehrsmittel: Zug (TGV + ICE)
Hotel: ibis Hotel Strasbourg Centre Halles

Der Vorteil bei uns in der Firma Nachtschicht zu haben liegt klar auf der Hand: es gibt nicht nur mehr Geld, man hat anschließend auch vier volle Tage frei. Wenn man also nicht zu Hause rumsitzen möchte, ist es die perfekte Gelegenheit um etwas zu unternehmen und sich die Welt anzusehen.

Nur eine Woche vorher haben Julia und ich geplant, einfach mal nach Frankreich zu fahren. Damit es nicht zu weit und zu teuer wird, haben wir uns auf Strabourg, gleich hinter der deutschen Grenze festgelegt.

Donnerstagmorgen ging es los. Da ich bis um 3:00 in der Nacht arbeiten musste und erst kurz nach 4:00 zu Hause war, blieb nicht viel Zeit zum Schlafen. Eine Stunde ausruhen und dann musste die Reisetasche gepackt werden. Um 6:35 fuhr dann auch schon die Bahn zum Hauptbahnhof. Dort ging es mit dem ICE bis nach Frankfurt Hbf. Glücklicherweise war ich nicht der Einzige, der sehr müde war. Der halbe ICE-Wagen hat geschlafen und erst nach Fulda wurden die ersten Leute wieder wach. In Frankfurt ging es dann ganz schnell ein paar Gleise weiter, der ICE nach Karlsruhe hat schon gewartet und aufgrund der Verspätung meines Zuges, blieben nur 5 Minuten Zeit zum umsteigen.

In Karlsruhe selbst hatte ich dann ungefähr 60 Minuten Aufenthalt. Dank der T-Mobile Hotspot-Flatrate und einer McDonalds-Filale habe ich die Zeit genutzt um etwas im Internet zu surfen. Dann war es auch schon soweit… der TGV aus Stuttgart in Richtung Paris Est kam an. Nachdem sich alle durch die engen Eingangsbereiche gequetscht haben, habe ich es bis zu Julia geschafft, die schon seit Stuttgart im Zug saß. Natürlich haben wir keine Plätze nebeneinander bekommen und ich habe die 40 Minuten nach Strasbourg auf dem Gang verbracht.

Der TGV ist… naja… ungefähr wie ein ICE aber macht einen etwas älteren Eindruck. Die Reservierungen werden noch mit Pappschildern über den Sitzen angezeigt und es gibt keine Anzeige mit dem nächstem Bahnhof / der Geschwindigkeit etc. Vermutlich hatten wir aber einfach nur das „Glück“, in einem älteren Modell zu sitzen.

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Als wir in Strasbourg ankamen, ging es erstmal zur Straßenbahn. Die Haltestelle befindet sich unter dem Bahnhof. Ich war gleich von den Fahrpreisen begeistert. Bis zu drei Personen können volle 24 Stunden lang für nur 5,50€ mit allen Straßenbahnen und Buslinien fahren. In manchen deutschen Städten würde man für diesen Preis gerade mal Kurzstrecken für drei Personen bekommen…

Lange mussten wir nicht auf die Bahn warten und dann ging es auch schon los… unser Hotel lag nur eine Station vom Bahnhof entfernt. Dummerweise gab es zwei Hotels mit dem Namen „Centre Halles“ und wir sind natürlich gleich ins falsche Hotel gelaufen. Der freundliche Herr meinte aber, das richtige Hotel wäre nur eine Ecke weiter. Das richtige Hotel war wirklich direkt nebenan und das Zimmer war auch groß genug. Es war sauber, hatte eine Badewanne, einen Fernseher und ein großes Bett. Einziges Problem: es gab nur eine Bettdecke :-/

Da wir natürlich nicht die ganze Zeit im Hotel sitzen wollten, ging es dann in die Innenstadt. Strasbourg hat zwar eine relativ kleine Innenstadt aber dafür gibt es genügend Geschäfte, schöne Häuser und viel zu sehen. Der Hauptanziehungspunkt für Touristen ist aber die Kathedrale. Ich glaube, man kann sie gar nicht auf ein Foto bekommen, weil man nicht so weit weggehen kann, ohne das ein Haus die Sicht versperrt.

Nach einem Marsch durch die Innenstadt und das Einkaufszentrum unter dem Hotel ging es dann zurück ins Hotelzimmer. Irgendetwas essbares musste her. Da wir selbst keine Restaurants in Strasbourg kannten, musste Google Maps herhalten. Nur ein paar Stationen weiter gab es eine Filiale von Domino’s Pizza. Ich kannte die Kette schon aus Israel und war dort positiv überrascht wurden. Also auf in die nächste Bahn in Richtung Schulthfeld. Dort angekommen, mussten wir dummerweise feststellen, dass es kein Restaurant sondern nur ein Take-away ist. Okay… 10 Minuten haben wir auf die Pizza gewartet und dann ging es mit Pizzakarton zurück in die Bahn zum Hotel. Viel ist dann an diesem Tag nicht mehr passiert. Wahrscheinlich lag es daran, dass wir beide ziemlich müde waren.

DSC00525Das Wetter am nächsten Tag war dann schon wieder besser. Die Sonne schien und von den grauen Wolken war weit und breit nichts mehr zu sehen. Aufstehen, duschen, anziehen und dann gab es Frühstück. Das Buffet am Hotel war zwar nicht das Größte, aber ich wurde satt und geschmeckt hat es auch. Da Strasbourg die „Hauptstadt Europas“ genannt wird, haben wir uns als erstes auf den Weg zum Europaparlament am Stadtrand gemacht. Auch hier kommt man bequem mit der Bahn hin – wir mussten nur ein mal umsteigen. Das Parlament sieht schon sehr beeindruckend aus, aber leider kamen wir nur bis in den Innenhof. Um das Gebäude richtig zu betreten, muss man an einer Führung teilnehmen, wozu man eine angemeldete Reisegruppe braucht. Zwei Personen zählten leider nicht als Reisegruppe.

Nachdem genug Fotos gemacht wurden, ging es dann wieder zurück in die Innenstadt. Am Nachmittag haben wir dann noch ein weiteres, schönes Einkaufszentrum am Rand der Innenstadt gefunden. Im dortigen Supermarkt haben wir uns mit neuen Getränken und Schokolade versorgt und dann wurde das Ganze im Hotelzimmer abgeladen. Langsam wurde es wieder Abend und der Hunger machte sich immer deutlicher bemerkbar. Da wir auf dem Weg zum Europaparlament eine Filiale von Pizza Hut gesehen haben, ging es mit der Bahn diesmal nach „Landsberg“. Die Pizza Hut-Filiale entpuppte sich leider auch nur als Take-away aber immerhin hatte man Stühle zum Sitzen, während man auf die Pizza warten musste. Bei Pizza Hut lief außerdem ein spezielles Angebot… wenn man sich eine Pizza selbst abholt, zahlt man eine Pizza aber bekommt zwei. Besser ist es, denn eine Pizza für ~16 € ist nicht gerade billig. Mit dem Pizzakarton ging es wieder mit der Bahn zum Hotel. An diesem Tag waren wir außerdem in Kehl – das liegt schon wieder in Deutschland, direkt gegenüber von Strasbourg. Leider war in Kehl nicht wirklich viel los. Es hatte den Charme einer kleinen Kleinstadt (ja, einer KLEINEN Kleinstadt), aber der Bus dort hin war trotzdem brechend voll. Der Grund dafür: anscheinend sind Zigaretten in Deutschland noch billiger als in Frankreich, weshalb viele Franzosen über die Grenze gekommen sind. Naja… die Deutschen fahren nach Polen, die Franzosen nach Deutschland… anscheinend gibt es schon ein Preisgefälle von West nach Ost 😀

Langsam wurde es dann auch schon Samstag… der letzte, volle Tag in Strasbourg ist angebrochen. Julia hat auf dem Stadtplan ein Schloss entdeckt, das wir uns anschauen wollten. Das Schloss selbst lag in einem Park und wurde mittlerweile als Tagungszentrum umgebaut. Nachdem wir eine Runde durch den Park gedreht haben, ging es wieder zum Hotel und von dort aus mit der Bahn in Richtung Stadtrand. Linie A fuhr vom Hotel nach „Illkirch-Lixenbuhl“. Da sich dieser Name sehr interessant anhört, haben wir beschlossen, einfach mal dort hinzufahren. Leider war es dann aber überhaupt nicht interessant und es ging gleich wieder zurück. DSC00589Auf dem Rückweg sind wir bei „Baggersee“ ausgestiegen – dort gab es zwar keinen (für uns sichtbaren) See, aber noch ein Einkaufszentrum mit einem großen Supermarkt. Nachdem der Getränkevorrat wieder aufgefüllt war, fuhren wir noch mal zum anderen Einkaufszentrum. Dort haben wir im Puma-Laden sehr schöne Strasbourg T-Shirts entdeckt und haben natürlich zugeschlagen. Dann ging es noch mal zu H&M und wieder zurück zum Hotel, um die ganzen Sachen abzuladen. Der Plan für den Abend war, sich das Europaparlament bei Nacht anzusehen, weil es dann schön leuchtet. Bis dahin war aber noch viel Zeit, weshalb wir auch noch in die anderen Richtungen mit den Straßenbahnen fuhren.

Gegen Abend waren wir dann noch in der Innenstadt, haben Postkarten geschrieben und das Paradies für Schokoladenfans besucht. Ein ganzer Laden voll mit Nougat, Karamel und anderen Arten Schokolade. Leider waren die Preise nicht gerade wie im Paradies, aber für gute Schokolade aus Frankreich gibt man gern mal etwas Geld aus.

Die Sonne ging auch schon unter und es wurde Zeit zum Europaparlament zu fahren. Wieder ging es mit der Bahn bis zum Parlament. Es dauerte nur noch ein paar Minuten bis die Sonne weg war, aber geleuchtet hat das Parlament nicht. Entweder das Bild, das wir gesehen haben, wurde billig mit Photoshop bearbeitet oder das Parlament leuchtet nur an bestimmten Tagen. Julias Spruch dazu möchte ich hier lieber nicht erwähnen 😛 . Immerhin war es draußen nicht kalt, und die Bahn kam gleich um zurück zu fahren. Auf dem Rückweg kamen wir wieder bei „Landsberg“ vorbei. Da wir am Abend noch nichts gegessen haben, blieb uns eigentlich keine andere Wahl – Pizza Hut. Auch diesmal gab es wieder leckere Pizza zum Essen im Hotelzimmer. Kurz nach 12 waren wir dann fertig und die letzte Nacht in Strasbourg war da.

DSC00660Anscheinend wusste das Wetter, dass wir am Sonntag wieder nach Hause fahren wollten/mussten. Es war wieder grau, hat geregnet und wurde kälter. Trotzdem sind wir nach dem Frühstück noch eine Runde mit der Bahn durch die Stadt gefahren, bevor wir das Hotelzimmer räumen mussten. Das Straßenbahnnetz in Strasbourg ist schon toll. Die Bahnen sind supermodern, fahren sehr oft und die Haltestellen sind schön eingerichtet. Es gibt an jeder Station einen Fahrkartenautomaten, ein Wartehäuschen, Übersichtspläne, Entwerter, Sitzbänke usw. Hier in Deutschland sucht man das manchmal vergeblich. In den nächsten Jahren soll das Netz noch ausgebaut werden und eine Strecke ist bis nach Deutschland geplant. Richtig super sind auch die Ansagen in den Bahnen. Jede Haltestelle hat eine eigene Melodie bekommen und wird entweder von einem Kind, einem Mann oder einer Frau angesagt – auch singende Ansagen kamen vor. Es macht die Fahrt auf jeden Fall abwechslungsreicher, als irgendwelche Standardansagen wie bei uns.

Dann ging es auch schon wieder zum Bahnhof, wo wir noch eine Stunde Aufenthalt hatten, bis der TGV kam. Dort war es wieder sehr voll, weshalb ich mich schon am Bahnhof von Julia verabschieden musste. Im Zug selbst wollte sich erst ein Pakistani mit mir um den Sitzplatz streiten – der Punkt war nur: ich hatte eine Reservierung, er nicht. Auf dem Rückweg musste ich dann in Karlsruhe, Frankfurt und Fulda umsteigen. Natürlich hatte der ICE die Verspätung, die man erwartet und um kurz nach 20 Uhr war ich wieder in Leipzig.

Der Kurzurlaub in Strasbourg hat sich auf jeden Fall gelohnt, es hat Spaß und vor allem Lust auf mehr gemacht. Mal schauen, wo es das nächste Mal hingeht.

Noch mehr Fotos aus Strasbourg gibt es hier.

Intern: Reiseseite online

Hier ist nur eine kleine Mitteilung in eigener Sache 🙂

Um hier im Blog noch ein paar mehr Informationen über mich selbst zu publizieren, habe ich heute die Reiseseite online gestellt. Dort werdet ihr in Zukunft ein paar Fotos und Informationen zu meinen unternommenen und geplanten Reisen finden.

Die ersten Fotos sind schon verlinkt, weitere Berichte und Informationen kommen dann in den nächsten Tagen.

Viele Grüße,
– Fabian.