Telekom: „Smart Traveller“ – meine Kostenfalle des Jahres

Ich hätte nicht gedacht, dass mein neuster Blogeintrag ausgerechnet von der Telekom handelt, aber aus gegebenem Anlass kann ich nicht anders als über die Geschäftspraktiken dieses Unternehmens zu schreiben.

Geplant war alles ganz einfach: Ich buche zu meinem Laufzeitvertrag mit deutschlandweiter Flatrate die Option „Smart Traveller“ hinzu und kann im EU-Ausland zu günstigen Konditionen telefonieren, ohne mir den Kopf über die kommende Handyrechnung zerbrechen zu müssen. So weit, so gut.

Auf Übersichtsseite der Telekom wird das soweit auch alles einfach erklärt dargestellt:

Kunden mit Smart Traveller-Option

Seit dem 1. Juli 2014 gelten in der Roaming-Ländergruppe 1 folgende Preise:

  • Tefonieren: Abgehend 0,75 € Verbindungspreis pro Gespräch und zusätzlich ab der ersten Minute Anrechnung der nationalen Inklusiv-Minuten. Bei Inlands-Tarifen ohne Inklusivminuten wird zusätzlich zu dem Verbindungspreis von 0,75 € der Preis pro Minute nach Ihrem jeweiligen Tarif (max. 0,29 € /Min.) berechnet.

Das klingt echt verlockend, denn unter der Annahme, es handelt sich bei einer nationalen Flatrate um „Inklusivminuten“ würde man nur 75 Cent pro Gespräch im Ausland bezahlen und der Rest wird ohne Probleme und weitere Kosten über die Flatrate abgerechnet.

Da mir so ein gutes Angebot selbst für die Telekom fast zu kundenfreundlich vorkam, fragte ich bereits im Ende letzten Jahres bei @Telekom_hilft auf Twitter nach und bekam die Antwort: „Ja, wenn du eine Flatrate hast, zahlst du mit Smart Traveller nur die Verbindungsgebühr.“

Für mich war die Sache erledigt und ich freute mich schon auf meinen nächsten Auslandsaufenthalt, bei dem ich zu günstigen Konditionen telefonieren kann. Vor einigen Wochen kam es dazu und voller Freude rief ich zu Hause an, um zu berichten wie es mir in fremden Städten und Ländern so erging. Nun gingen wieder einige Wochen ins Land und als ich meinen Briefkasten öffnete, flatterte mir direkt die Telekom-Rechnung entgegen.

Zu meiner Überraschung stellte ich nun fest, dass neben der Verbindungsgebühr auch noch knapp 3 Euro für das Gespräch an sich abgezogen wurden. „Wer weiß“, dachte ich, „vielleicht schleicht sich ja auch bei einer ehemaligen Behörde mal ein Fehler ein“ und so kontaktierte ich erneut die Damen und Herren bei @Telekom_hilft. Es dauerte auch nicht lange und eine magentafarbene Antwort trudelte auf meinem Handy ein:

Vermutlich liegt also doch ein Fehler mit meiner Rechnung vor? Oder wie kommt diese Antwort zustande? Nach einiger Diskussion stellte sich nun Folgendes heraus:

Wie jetzt? Ein Minutenpreis? Eben hieß es doch noch, es gibt nur einen Verbindungspreis, wenn man eine Inlandsflatrate hat?

Man sagt mir also nun „Hätte ich einen Tarif mit Inklusivminuten (z.B. 100 Freiminuten im Monat), dann würde es bei der Verbindungsgebühr bleiben. Da ich aber eine Flatrate habe, zahle ich nicht nur die Verbindungsgebühr sondern auch noch 29 Cent pro Gesprächsminute.“

Bisher war ich immer in der Annahme, dass es sich bei einer Telefonflatrate um nichts anderes als „unbegrenzte Gesprächsminuten“ handelt, die ja im meinem Tarif inklusive sind – daher auch Inklusivminuten – schließlich bezahle ich dafür ja nicht noch mal extra sondern nur meine Grundgebühr.

Bei der Telekom ist es nun allerdings so, dass eine Flatrate viel weniger Wert ist als sogenannte „Freiminuten“, denn bei diesen zahlen die Nutzer in Verbindung mit der Smart Traveller-Option nun ja deutlich weniger – nämlich nur 75 Cent pro Gespräch, so lange sie ihre Freiminuten nicht überschritten haben.

Als Flatrate-Kunde ist man nun mit dieser „tollen Zusatzoption“ aber gleich doppelt gestraft: Man zahlt nicht nur deutlich mehr als selbst die Telekom auf einem ihrer Social Media-Kanäle sagt, sondern zahlt auch deutlich mehr als Nutzer ohne diese Zusatzoption.

Nutzer der normalen „Welt-Option“ zahlen nämlich nur die von der EU regulierten Roaminggebühren in Höhe von 22 Cent pro Minute und 0,05 Cent für ankommende Gespräche.

Zum Vergleich: ein 10-minütiges Gespräch mit Smart Traveller kostet demnach 0,75€ Verbindungsgebühr + 0,29€ pro Minute = 3,65€. In der voreingestellten „Welt-Option“ 0,22€ pro Minute = 2,20€ für das gesamte Gespräch.

Angenommen ich hätte in meinem Urlaub nun nur 5 Gespräche zu jeweils 10 Minuten geführt, hätte ich durch die Auskunft der Telekom nun 7,25€ mehr ausgegeben als ich eigentlich gemusst hätte.

Als Kunde fühle ich mich mehr als schlecht beraten – schließlich frage ich doch nicht explizit mehrfach nach, um letztendlich falsche Informationen zu bekommen, die mir finanziell schaden. In meinem Fall bin ich nur froh, dass es bei diesem einen, relativ kurzen Gespräch blieb und ich mein Handy nicht exzessiver nutzte.

Allen anderen Kunden, insbesondere denen mit deutschlandweiter Flatrate und Telekom-Laufzeitvertrag, kann ich nur von der Nutzung der Smart Traveller-Option abraten, da sich diese nur als Kostenfalle entpuppt. Für mich erschließen sich bei der Nutzung dieser Option im EU-Ausland keinerlei Vorteile.

Besonders traurig fand ich, dass sich die Kollegen der Telekom fast 7 Stunden nach Absenden meines Tweets auch nicht mal für die Verbreitung der falschen Informationen entschuldigen konnten.

Für mich steht nun fest: der Laufzeitvertrag wird nächstes Jahr gekündigt und die „Smart Traveller“-Option sofort deaktiviert. Jeder Prepaid-Anbieter im E-Plus-Netz schafft es, verständlichere Tarifinformationen zu kommunizieren als der „pinke Riese“. Leider.

Ärgerliche Grüße,
– Fabian.

 

Geofences – mehr Privatsphäre in sozialen Netzwerken

In der Zeit von sozialen Netzwerken war es noch nie so einfach, persönliche Daten öffentlich in das Internet zu stellen. Was vor ein paar Jahren nur „Computerfreaks“ mit HTML-Kenntnissen und Webspace möglich war, kann mittlerweile fast jeder Internetnutzer. Die angegebenen Daten reichen von den Hobbys bis zu kompletten Lebensläufen und nicht selten können solche Daten auch gegen die Nutzer selbst verwendet werden. Identitätsdiebstahl, Stalking und vieles mehr ist einfacher als je zuvor – wenn man nicht auf die Sicherheit seiner Daten achtet.

Noch immer gibt es viele Profile auf Facebook und anderen Websites, auf denen E-Mail-Adressen, Handynummern und weitere persönliche Informationen für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich sind und sobald es diese Daten ein mal in das Internet geschafft haben, bekommt man sie, wenn überhaupt, nur äußerst schwer wieder hinaus.

Die Fotoplattform Flickr hat vor einiger Zeit eine neue Funktion zur Verfügung gestellt, die den Nutzern mehr Kontrolle über ihre veröffentlichten Fotos gibt. Viele moderne Kameras hinterlegen zu jedem Foto sogenannte EXIF-Daten. Diese Daten enthalten unter anderem die verwendete Kamera, Einstellungen, Datum und Uhrzeit der Aufnahme und teilweise auch die GPS-Koordinaten, an denen das Foto aufgenommen wurde.

So könnte zum Beispiel jeder, der Zugriff auf diese Daten hat, die Position meines Gartens sehen, wenn ich dort z.B. Blumen fotografiere. Möchte ich das wirklich? Wenn man unterwegs ist, ist ein Anspeichern des Standortes sicher nicht verkehrt – so kann man auch anderen Fotografen zeigen, wo seine Bilder entstanden sind. Jedoch würde ich nicht wollen, dass mein Garten von Fotografen zertrampelt wird, die Bilder von den Blumen machen möchten.

Bisher war es nur möglich, die EXIF-Daten jedes einzelnen Fotos entweder dem Upload auf Flickr zu verändern oder zu entfernen, oder die Positionsangaben nachträglich zu löschen. Das dies gerade bei vielen Fotos sehr mühevoll ist, kann sich bestimmt jeder vorstellen.

Bei der von Flickr eingeführten Funktion, kann sich genau das vermeiden lassen. Geofences (virtuelle Zäune) verhindern, dass fremde User die Positionsdaten bestimmter Fotos sehen können.

So funktioniert es: in den Einstellungen auf Flickr hat man die Möglichkeit, einen Radius um einen bestimmten Punkt (z.B. Garten, Arbeitsplatz, …) von mehreren Metern bis Kilometern erstellen. Anschließend wählt man aus, wem man die Position der Fotos in dieser Zone zeigen möchte. Man kann entweder Freunde, Familie oder gar keine User auswählen. Bei allen „unberechtigten“ Nutzern werden die Positionsdaten nun ausgeblendet, wenn diese die entsprechenden Fotos aufrufen.

Der Vorteil an der ganzen Sache ist einfach zu erklären: man muss die Fotos nicht bearbeiten, kann selbst auf die Positionsdaten zugreifen und man kann sich jederzeit überlegen, ob man die Position nicht doch wieder allen anderen Usern anzeigen möchte.

Man kann nun nur hoffen, dass auch andere große Netzwerke wie Facebook und Twitter nachziehen, und ähnliche Funktionen einbauen – denn eine Kontrolle über die veröffentlichten Geodaten hat man dort kaum oder man hat nur die Möglichkeit, diese ein- oder auszuschalten.

Was haltet ihr von so einer Funktion auf anderen Websites? Würdet ihr sie nutzen? Sollten solche Optionen zum Standard auf allen Websites werden, die Geodaten verwenden?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

Viele Grüße,
Fabi.

Das Twitter-Experiment ist zu Ende

Letzte Woche habe ich euch ja von meinem „Twitter-Experiment“ erzählt. Ich wollte meinen Twitter-Account eine Woche vom geschützten Modus auf den ungeschützten Modus umstellen um zu sehen, wie sich mein Nutzerverhalten bei Twitter und die Anzahl meiner Followings / Follower ändert.

Mittlerweile ist diese Testwoche um und ich bin zu ein paar Ergebnissen gekommen und möchte die Fragen von letzter Woche beantworten.

Los geht es mit der Statistik…

Wird sich die Anzahl meiner Follower ändern?

Bevor ich meinen Account „freigeschaltet“ habe, hatte ich 64 Follower und folgte selbst 70 Leuten. Nach dieser einen Woche hat sich vor allem die Followerzahl stark nach oben hin geändert.

Derzeit (Stand 12/02/2011 um 00:25) habe ich 85 Follower und folgte 73 Leuten. Ich habe innerhalb einer Woche also mehr als 20 Follower dazu gewonnen, wobei einige der neuen Follower jedoch keine reinen „Personen-Accounts“ sondern Accounts von Websites, Unternehmern und ähnlichem sind.

Bekomme ich mehr Spam an meinen Twitter-Account?

Ich habe explizit nur 2 Spam-Mentions an meinen Account bekommen. Einen großen Zuwachs an Spam gab es jedoch nicht.

Werde ich durch diesen Schritt häufiger twittern?

Das Gefühl mehr als sonst zu twittern, hatte ich nicht. An einigen Abenden war ich recht häufig mit Twitter beschäftigt, dafür war es an anderen Abenden weniger. Genau lässt sich das jedoch nicht feststellen. Es hat sich jedoch niemand beschwert, dass zu viele Tweets von mir kommen.

Werden sich meine Tweets inhaltsmäßig ändern?

Ja, ich habe weniger versucht zu twittern wo ich mich gerade aufhalte und was ich an diesen Orten genau mache. Sonst ist der Inhalt weitestgehend gleich geblieben.

Werde ich häufiger mit anderen Twittern Kontakt aufnehmen? – und –
Werde ich neue, interessante Leute (und vielleicht sogar Freunde) kennenlernen?

Diese beiden Fragen möchte ich gern zusammen beantworten. Insgesamt habe ich einige Leute öfter angeschrieben, insgesamt habe ich jedoch nicht öfter versucht, Twitterer anzuschreiben die mir nicht folgen. Während dieser Zeit habe ich jedoch einige neue, interessante neue Leute kennengelernt und bin froh darüber. Gerade mit einer Person habe ich sogar ziemlich häufig geschrieben und vielleicht entsteht auch eine Freundschaft daraus – schön wäre es auf jeden Fall.

Mein Entschluss: Wie ihr sehen könnt, hat sich mein Nutzungsverhalten insgesamt nicht stärker geändert. Da ich jedoch auch öfter privatere Dinge bei Twitter schreiben möchte, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Account wieder zu schützen. Gleichzeitig habe ich mich jedoch auch dafür entschieden, den Twitter-Account von FGNet häufiger zu benutzen um neue Menschen anzusprechen. Wer diese Seite und mich dann trotzdem interessant genug finden wird, hat sicher auch Interesse daran, meinem privaten Account zu folgen. Hauptsächlich geht es mir darum, dass nicht jeder meine (teils privaten) Tweets mitlesen kann sondern ich einen Überblick über die Zahl dieser Leute habe. Grundsätzlich gilt aber immer: wer mir folgt und sympathisch wirkt, wird auch zurückgefolgt.

Nutzt ihr Twitter? Wie gefällt euch dieser Dienst? Ist euer Account offen oder geschützt? Was ist euer schönstes Twitter-Erlebnis? Lasst es mich wissen und schreibt einen Kommentar!

Schon gewusst? FGNet findet ihr auch auf Twitter und Facebook – schaut mal vorbei!

Damit beende ich diesen Eintrag, sage viele Grüße und wünsche euch ein schönes Wochenende,
– Fabian.

Das Twitter-Experiment

Ich habe bereits schon ein mal geschrieben, dass ich meine Tweets bei Twitter schütze. Jetzt ist es aber Zeit ein kleines Experiment zu starten. Von heute (4. Februar 2011) werde ich meinen privaten Twitter-Account (@Fabi1611) eine Woche lang (also bis zum 11. Februar 2011) ungeschützt lassen. Das heißt, jeder kann meine Tweets lesen und jeder kann mir ohne vorherige „Zustimmung“ meinerseits folgen.

Folgende Dinge möchte ich dabei rausfinden:

  • Wird sich die Anzahl meiner Follower ändern?
  • Bekomme ich mehr Spam an meinen Twitter-Account?
  • Werde ich durch diesen Schritt häufiger twittern?
  • Werden sich meine Tweets inhaltsmäßig ändern?
  • Werde ich häufiger mit anderen Twittern Kontakt aufnehmen?
  • Werde ich neue, interessante Leute (und vielleicht sogar Freunde) kennenlernen?

Nach dieser einen „ungeschützten Woche“  werde ich entscheiden, ob mein Twitter-Account auch zukünftig offen bleibt oder ob ich wieder in den geschützten Modus wechseln werde. Ihr werdet auf jeden Fall hier auf dem Laufenden gehalten. Den offiziellen FGNet-Account bei Twitter findet ihr übrigens hier: @FGNETDE.

Nutzt ihr Twitter? Habt ihr eure Tweets geschützt? Was sind für euch Vor- und Nachteile eines geschützten Twitter-Accounts? – Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Bis dahin ein schönes Wochenende und viele Grüße,
– Fabian

Warum meine Tweets geschützt sind

Viele Twitter-Nutzer wissen bestimmt, dass man seine Tweets auch schützen kann. Durch diese Option können Tweets nur noch von Leuten gelesen werden, denen man es ausdrücklich erlaubt hat. Manche Twitterer verstehen jedoch nicht, warum einige Benutzer ihre Tweets schützen. Deshalb möchte ich hier kurz darstellen, weshalb ich meinen privaten Twitter-Account schütze.

  • Ich kann bestimmen, wer meine Tweets liest –> ich kann somit auch jederzeit wieder bestimmten Personen verbieten, meine Tweets zu lesen
  • es gibt weniger Spam, da Spam-Accounts meistens keinen geschützten Accounts folgen wollen
  • externe Websites und Anwendungen haben keinen Zugriff auf meine Tweets -> Privatsphäre wird erhöht
  • Ich möchte nicht, dass bestimmte Daten, wie mein aktueller Aufenthalsort (wenn ich ihn auf Twitter freigebe), von Millionen Menschen gelesen werden kann
  • Ich sehe, wer mir folgen möchte und kann so gezielt eine kleine Community innerhalb von Twitter aufbauen

Sicher könnte man, z.B. durch einen Fake-Account, dem ich erlaube meine Tweets zu lesen, an meine Tweets kommen, jedoch ist dies wesentlich sicherer, als wenn ich von vornherein alle meine Tweets und Daten freigebe.

Ich vergleiche Twitter auch gerne mit anderen Netzwerken wie z.B. Facebook. Dort möchte ich auch nicht, dass jeder x-beliebige Nutzer meine aktuellen Statusmeldungen liest – weshalb sollte man es also bei Twitter können?

Leider gibt es einen kleinen Nachteil für mich, wenn ich Tweets schütze. Wenn ich einem anderen Nutzer bei Twitter etwas schreiben möchte, und mir dieser Nutzer nicht folgt, kann er meine Nachricht nicht lesen, auch wenn ich den Nutzer gleich am Anfang des Tweets erwähne oder auf „Antworten“ drücke.

Wer also möchte, kann mir jederzeit folgen – interessante Benutzer folge ich natürlich auch gern zurück. In Zukunft wird es auch wieder mehr Updates mit dem FGNETDE-Twitter-Account geben. Die Tweets dieses Accounts sind ungeschützt und stehen allen offen.

Die Links zu beiden Twitter-Accounts gibt es auch noch mal hier (@Fabi1611 | @FGNETDE) und oben rechts bei den sozialen Netzwerken.

Habt ihr auch Twitter-Accounts? Schützt ihr eure Tweets oder nicht? Was sind eure Argumente für oder gegen das Schützen von Tweets? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Bis bald,
– Fabian

Bewegungsprofile durch Gowalla und Co.?

Soziale Netzwerke wie Gowalla und foursquare sind mittlerweile auch in Europa stark am kommen. Sie sind gut dafür geeignet um seinen Freunden mitzuteilen wo man gerade ist und was man an diesem Ort gerade macht. Außerdem kann man an einer Art „Schnitzeljagd“ teilnehmen, indem man zu bestimmten, vorher festgelegten, Orten geht und dort „eincheckt“. Es macht Spaß diese Netzwerke zu nutzen und dadurch neue Orte zu entdecken aber das ist leider nur eine Seite der Medaille.

Beide Netzwerke können mit Twitter und Facebook verknüpft werden – somit kann man beim einchecken in einen neuen Ort dies automatisch seinen Freunden / Followern mitteilen. Will man das aber wirklich? Insbesondere wenn man einen Ort für sein zu Hause angeleget hat und sich dort immer eincheckt kann man sehr gut Regelmäßigkeiten erkennen. Ich merke es selber bei Twitter, dass sich einige Nutzer oft zur gleichen Zeit in ihrer Wohnung einchecken. Somit weiß ich auch, wann diejenigen zu Hause sind. Für mich als Freund ist das natürlich vorteilhaft aber, gerade bei öffentlichen Twitter-Accounts, kann es auch jede andere Person lesen.

Durch den Ort beim jeweilgen Netzwerk kann man mit etwas Glück die dazugehörige Anschrift rausfinden, über Facebook oder Twitter kommt man an den realen Namen und schon hat man die perfekte Adresse wenn man mal in eine Wohnung einsteigen möchte. Wenn ich dann auch noch sehe, dass sich User XYZ jeden Tag, außer Montag, um 18:00 in seiner Wohnung anmeldet, kann ich gut davon ausgehen, wann er gerade nicht da ist und meinen Einsatz genau planen.

Selbiges kann man auch auf andere Situationen auslegen, zum Beispiel, wenn man regelmäßig in ein bestimmtes Restaurant essen geht oder zur gleichen Zeit an der gleichen Bahnhaltestelle steht. Ich persönlich würde es ungern wollen, wenn jede Person, die meinen Usernamen kennt, dies lesen kann und so die Gelegenheit hat, mich auf der Straße abzupassen. Zusammen mit der Voratsdatenspeicherung und dem Bundestrojaner würde ein noch besseres Überwachungssystem zustande kommen. Sicherlich tut man den Datensammlern sogar einen Gefallen, wenn man freiwillig jeden Ort mitteilt, an dem man sich gerade befindet.

Gowalla bietet inzwischen die Möglichkeit an, seinen Account dort zu schützen so das nur „Freunde“ sehen können, wo man sich gerade aufhält. Bei Foursquare habe ich so eine Funktion bisher nicht finden können.

Ich empfehle euch daher gut zu überlegen wann ihr an welchem Ort eincheckt und ob man dadurch Regelmäßigkeiten feststellen kann. Wenn man konsequent an jedem Ort eincheckt, an dem man vorbeikommt, fehlt sicherlich nicht mehr viel um ein persönliches Bewegungsprofil erstellen zu können – wer möchte das schon?

Hoffentlich konnte ich euch durch diesen Artikel etwas zum Nachdenken bringen wie ihr solche Dienste nutzt. Ich verwende selbst Gowalla (und selten auch foursquare) und finde, es ist gut geeignet um Freunden mitzuteilen, in welchem Restaurant man Mittag gegessen hat, aber ich halte es nicht für angebracht jeden einzelnen meiner Schritte zu hinterlegen.

Nutzt ihr Gowalla, foursquare oder ähnliche Dienste? Könnt ihr euch meiner Meinung anschließen oder haltet ihr es für Schwachsinn? Auf eure Kommentare bin ich gespannt.

Viele Grüße
– Fabi