Die verschollene E-Mail

Eigentlich war und bin ich der Annahme, dass E-Mails eine relativ zuverlässige Möglichkeit zum Informationsaustausch darstellen. Anscheinend ist dies nicht immer der Fall.

Letzte Woche habe ich mich online bei einer Firma in Hamburg auf eine Stelle beworben. Die E-Mail ging raus, danach war erst mal Stille. Vielleicht kommt ja eine Eingangsbestätigung? Naja, lieber nicht drängeln und ein paar Tage warten. Mittlerweile ist eine Woche vergangen und gestern abend schaue ich in meinen Posteingang und finde einen Hinweis darauf, dass meine Mail nach 8Tagen nicht zugestellt werden konnte und es auch nicht weiter versucht wird.

Na gut, also habe ich die Adresse peinlich genau auf Tippfehler überprüft, jedoch keine gefunden. Da ich nicht noch mal die Ungewissheit haben wollte, ob die Mail ankommt oder nicht, rief ich heute vormittag dann bei besagter Firma an. Mein Ansprechparner hatte das Telefon schon in der Hand, so dass ich gerade ein Mal das Freizeichen hörte, bevor ich jemandem am anderen Ende hatte.

Ich habe ihn dann erstmal gefragt, ob er der richtige Ansprechparner für das Angebot als „IT-…“ wäre. Er bejahte, meinte jedoch, dass dieses Stellenangebot seit gestern abend geschlossen ist, und neue Bewerbungen nicht mehr angenommen werden. Er hat mir in Zwischenzeit schon „einen schönen Tag noch“ gewünscht aber so schnell habe ich mich nicht abwimmeln lassen. Ich hab noch mal nachgefragt, ob meine E-Mail denn angekommen wäre. Reaktion: „Welche E-Mail?“ – „Ja, ich habe Ihnen letzte Woche meine Bewerbung per Mail geschickt, gestern abend erhielt ich eine Fehlermeldung, dass meine Mail unzustellbar wäre“. Er frage mich daraufhin, wie groß meine Mail denn gewesen wäre. Als ich ihm sagte, dass es 3,4MB waren, meinte er, dass ich bestimmt einen Tippfehler in der Adresse hatte – außerdem kommen sonst alle E-Mails bei ihm an. „Trotzdem vielen Dank für Ihr Interesse“ und das war es mit dem Gespräch.

Ehrlich gesagt, finde ich das ziemlich merkwürdig. Es war auch das erste Mal, dass ich erst nach 8 Tagen einen Hinweis erhielt, dass eine Mail unzustellbar war. 8 Tage ist sowieso ein merkwürdiger Zeitraum. Normalerweise kenne ich es, dass versucht wird, unzustellbare Mails 4 Tage lang zuzustellen und man bereits nach dem ersten Tag darüber informiert wird. Wenn Mailadressen gänzlich unbekannt sind, gibt es die Meldung direkt nach dem Versenden.Dazu kommt noch, dass das Stellenangebot gestern abend geschlossen wurde und ich die Fehlermeldung gestern abend bekommen habe.

Glücklicherweise kenne ich mich wenigstens etwas im Mailbereich aus und weiß, dass man solche Fehlermeldungen auch selbst generieren kann. Manche Mailprogramme haben sogar eine Funktion, mit der man E-Mails zurückschicken kann. Der Absender der Mail erhält dann eine Fehlermeldung die oftmals ähnlich aussieht, wie vom Server generierte Meldungen wenn eine E-Mail-Adresse unbekannt ist / eine Mail unzustellbar war.

War es für diese Firma vielleicht einfacher, einfach ein paar Meldungen zu generieren, als Absagen zu schreiben? Ich halte es für eine sehr fragwürdige Methode und fand auch die Art des Herrn am Telefon nicht sonderlich nett mir gegenüber. Vielleicht ist es aber auch besser, dass meine Bewerbung (offiziell zumindest) nicht angekommen ist – wer weiß…

Ist euch schon mal etwas Ähnliches passiert? Was waren eure merkwürdigsten Bewerbungserlebnisse?

Einen schönen Abend noch
– Fabi

Auf Nennung des Firmennamens habe ich im Beitrag absichtlich verzichtet und möchte den Namen auch nicht auf Nachfrage nennen.