Geofences – mehr Privatsphäre in sozialen Netzwerken

In der Zeit von sozialen Netzwerken war es noch nie so einfach, persönliche Daten öffentlich in das Internet zu stellen. Was vor ein paar Jahren nur „Computerfreaks“ mit HTML-Kenntnissen und Webspace möglich war, kann mittlerweile fast jeder Internetnutzer. Die angegebenen Daten reichen von den Hobbys bis zu kompletten Lebensläufen und nicht selten können solche Daten auch gegen die Nutzer selbst verwendet werden. Identitätsdiebstahl, Stalking und vieles mehr ist einfacher als je zuvor – wenn man nicht auf die Sicherheit seiner Daten achtet.

Noch immer gibt es viele Profile auf Facebook und anderen Websites, auf denen E-Mail-Adressen, Handynummern und weitere persönliche Informationen für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich sind und sobald es diese Daten ein mal in das Internet geschafft haben, bekommt man sie, wenn überhaupt, nur äußerst schwer wieder hinaus.

Die Fotoplattform Flickr hat vor einiger Zeit eine neue Funktion zur Verfügung gestellt, die den Nutzern mehr Kontrolle über ihre veröffentlichten Fotos gibt. Viele moderne Kameras hinterlegen zu jedem Foto sogenannte EXIF-Daten. Diese Daten enthalten unter anderem die verwendete Kamera, Einstellungen, Datum und Uhrzeit der Aufnahme und teilweise auch die GPS-Koordinaten, an denen das Foto aufgenommen wurde.

So könnte zum Beispiel jeder, der Zugriff auf diese Daten hat, die Position meines Gartens sehen, wenn ich dort z.B. Blumen fotografiere. Möchte ich das wirklich? Wenn man unterwegs ist, ist ein Anspeichern des Standortes sicher nicht verkehrt – so kann man auch anderen Fotografen zeigen, wo seine Bilder entstanden sind. Jedoch würde ich nicht wollen, dass mein Garten von Fotografen zertrampelt wird, die Bilder von den Blumen machen möchten.

Bisher war es nur möglich, die EXIF-Daten jedes einzelnen Fotos entweder dem Upload auf Flickr zu verändern oder zu entfernen, oder die Positionsangaben nachträglich zu löschen. Das dies gerade bei vielen Fotos sehr mühevoll ist, kann sich bestimmt jeder vorstellen.

Bei der von Flickr eingeführten Funktion, kann sich genau das vermeiden lassen. Geofences (virtuelle Zäune) verhindern, dass fremde User die Positionsdaten bestimmter Fotos sehen können.

So funktioniert es: in den Einstellungen auf Flickr hat man die Möglichkeit, einen Radius um einen bestimmten Punkt (z.B. Garten, Arbeitsplatz, …) von mehreren Metern bis Kilometern erstellen. Anschließend wählt man aus, wem man die Position der Fotos in dieser Zone zeigen möchte. Man kann entweder Freunde, Familie oder gar keine User auswählen. Bei allen „unberechtigten“ Nutzern werden die Positionsdaten nun ausgeblendet, wenn diese die entsprechenden Fotos aufrufen.

Der Vorteil an der ganzen Sache ist einfach zu erklären: man muss die Fotos nicht bearbeiten, kann selbst auf die Positionsdaten zugreifen und man kann sich jederzeit überlegen, ob man die Position nicht doch wieder allen anderen Usern anzeigen möchte.

Man kann nun nur hoffen, dass auch andere große Netzwerke wie Facebook und Twitter nachziehen, und ähnliche Funktionen einbauen – denn eine Kontrolle über die veröffentlichten Geodaten hat man dort kaum oder man hat nur die Möglichkeit, diese ein- oder auszuschalten.

Was haltet ihr von so einer Funktion auf anderen Websites? Würdet ihr sie nutzen? Sollten solche Optionen zum Standard auf allen Websites werden, die Geodaten verwenden?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

Viele Grüße,
Fabi.

Bewegungsprofile durch Gowalla und Co.?

Soziale Netzwerke wie Gowalla und foursquare sind mittlerweile auch in Europa stark am kommen. Sie sind gut dafür geeignet um seinen Freunden mitzuteilen wo man gerade ist und was man an diesem Ort gerade macht. Außerdem kann man an einer Art „Schnitzeljagd“ teilnehmen, indem man zu bestimmten, vorher festgelegten, Orten geht und dort „eincheckt“. Es macht Spaß diese Netzwerke zu nutzen und dadurch neue Orte zu entdecken aber das ist leider nur eine Seite der Medaille.

Beide Netzwerke können mit Twitter und Facebook verknüpft werden – somit kann man beim einchecken in einen neuen Ort dies automatisch seinen Freunden / Followern mitteilen. Will man das aber wirklich? Insbesondere wenn man einen Ort für sein zu Hause angeleget hat und sich dort immer eincheckt kann man sehr gut Regelmäßigkeiten erkennen. Ich merke es selber bei Twitter, dass sich einige Nutzer oft zur gleichen Zeit in ihrer Wohnung einchecken. Somit weiß ich auch, wann diejenigen zu Hause sind. Für mich als Freund ist das natürlich vorteilhaft aber, gerade bei öffentlichen Twitter-Accounts, kann es auch jede andere Person lesen.

Durch den Ort beim jeweilgen Netzwerk kann man mit etwas Glück die dazugehörige Anschrift rausfinden, über Facebook oder Twitter kommt man an den realen Namen und schon hat man die perfekte Adresse wenn man mal in eine Wohnung einsteigen möchte. Wenn ich dann auch noch sehe, dass sich User XYZ jeden Tag, außer Montag, um 18:00 in seiner Wohnung anmeldet, kann ich gut davon ausgehen, wann er gerade nicht da ist und meinen Einsatz genau planen.

Selbiges kann man auch auf andere Situationen auslegen, zum Beispiel, wenn man regelmäßig in ein bestimmtes Restaurant essen geht oder zur gleichen Zeit an der gleichen Bahnhaltestelle steht. Ich persönlich würde es ungern wollen, wenn jede Person, die meinen Usernamen kennt, dies lesen kann und so die Gelegenheit hat, mich auf der Straße abzupassen. Zusammen mit der Voratsdatenspeicherung und dem Bundestrojaner würde ein noch besseres Überwachungssystem zustande kommen. Sicherlich tut man den Datensammlern sogar einen Gefallen, wenn man freiwillig jeden Ort mitteilt, an dem man sich gerade befindet.

Gowalla bietet inzwischen die Möglichkeit an, seinen Account dort zu schützen so das nur „Freunde“ sehen können, wo man sich gerade aufhält. Bei Foursquare habe ich so eine Funktion bisher nicht finden können.

Ich empfehle euch daher gut zu überlegen wann ihr an welchem Ort eincheckt und ob man dadurch Regelmäßigkeiten feststellen kann. Wenn man konsequent an jedem Ort eincheckt, an dem man vorbeikommt, fehlt sicherlich nicht mehr viel um ein persönliches Bewegungsprofil erstellen zu können – wer möchte das schon?

Hoffentlich konnte ich euch durch diesen Artikel etwas zum Nachdenken bringen wie ihr solche Dienste nutzt. Ich verwende selbst Gowalla (und selten auch foursquare) und finde, es ist gut geeignet um Freunden mitzuteilen, in welchem Restaurant man Mittag gegessen hat, aber ich halte es nicht für angebracht jeden einzelnen meiner Schritte zu hinterlegen.

Nutzt ihr Gowalla, foursquare oder ähnliche Dienste? Könnt ihr euch meiner Meinung anschließen oder haltet ihr es für Schwachsinn? Auf eure Kommentare bin ich gespannt.

Viele Grüße
– Fabi