Marihuana und die US-Wirtschaft

Da ich über das Wochenende nicht genug ausgelastet war, bin ich heute nach dem Aufstehen in die Stadt gefahren und habe etwas trainiert. Viele moderne Sportstudios bieten bei den Cardiogeräten glücklicherweise Fernseher an, damit man sich die Zeit etwas vertreiben kann. Ich hab selbstverständlich auch einen Fernseher blockiert und mich für CNN entschieden. Dort lief gerade Larry King Live mit Larry King (wie ja der Name schon sagt…) und Jesse Ventura, früherer Gouverneur von Minnesota (USA), als Gesprächspartner. Im Interview ging es hauptsächlich Venturas neues Buch „American Conspiracies: Lies, Lies, and More Dirty Lies that the Government Tells Us“. Auf Deutsch heißt das ungefähr „Das amerikanische Komplott / die amerikanische Verschwörung: Lügen, Lügen und noch mehr dreckige Lügen die uns die Regierung erzählt“.

Okay, jetzt aber zum eigentlichen Titelthema „Marihuana und die US-Wirtschaft“. Leider habe ich das Interview nicht von Anfang an gesehen aber folgende Stelle war, von Larry Kings Style abgesehen, sehr interessant für mich.

King und Ventura redeten gerade über Drogen und die Legalisierung von Marihuana in den USA / in Kalifornien. Ventura war der Meinung, dass Marihuana doch gar nicht soooo schlimm ist, und deshalb ruhig legalisiert werden sollte. Eines seiner Hauptargumente war, dass die Legalisierung die amerikanische Wirtschaft stärken würde. Seiner Meinung nach würde durch die Legalisierung von Marihuana, der Verkauf, die dadurch entstehenden Firmen und die dazugehörige Infrastruktur bestens in die amerikanische Wirtschaft investiert werden. Anstatt Geld für das Verbot, Kontrollen und für Prävention auszugeben würde durch die Legalisierung viel mehr Geld in die Kassen kommen. Spezielle Steuern auf Marihuana könnten zudem auch eingeführt werden.

Wenn man also nach Mr. Ventura gehen würde, würde Marihuana schnell mal legalisiert werden und sobald es der Wirtschaft besser geht, verbieten wir es wieder? Was ist mit den Kosten für Gesundheit, Aufklärung, Vorbeugung von Langzeitschäden? Okay, beim amerikanischen Gesundheitssystem muss man derzeit sowieso davon ausgehen, das man alles selbst bezahlt, aber das kann es doch wohl nicht sein!?

Auf welche Ideen werden die Menschen noch kommen, damit man einfach und schnell wieder zu Geld kommt? Die Idee, eine Droge zu legalisieren, nur damit mehr Geld in die Kassen kommt, halte ich jedenfalls für sehr verwerflich. Überhaupt daran zu denken, Drogen zu legalisieren würde für mich nicht in Frage kommen.

Was sagt ihr zur Idee von Ventura? Was haltet ihr allgemein davon, Marihuana zu legalisieren? Was sind eure Ideen um die Wirtschaft anzukurbeln?

Viele kopfschüttelnde Grüße,
– Fabi

Es geht bergab: Schulbildung

Heute abend habe ich meine Mutter zum Elternabend der Klasse meiner Schwester begleitet und ich muss sagen… es wird immer schlimmer mit der Bildung hier – zumindest wenn man sich das Gymnasium meiner Schwester anschaut.

Zuerst gab es einen Vortrag der Polizei zum Thema Drogen mit Schwerpunkt Haschisch und Herion. Okay, es war sehr interessant zu hören wie viele Drogentote es in Leipzig und Deutschland gab und es ist auch gut zu wissen, in welchen Gegenden sich hier die meisten Dealer / Junkies rumtreiben aber eine Sache hat mich mal wieder geschockt: laut den Zahlen der Polizei gab es in Leipzig im letzten Jahr mehr als 5 Kinder unter 14, die im Krankenhaus wegen übermäßigem Alkoholkonsum behandelt wurden. Bin ich einfach zu altmodisch oder ist es mittlerweile „normal“ wenn man sich schon in der siebten Klasse die Bierpulle nach der Schule auf macht? Ich glaube, als ich in diesem Alter war, war Alkohol tabu und nur für Erwachsene – ich hätte gar nicht daran gedacht auch nur einen Schluck davon zu trinken. Weiterhin ging es darum, dass schon letztes Jahr (also damals, als meine Schwester in der 6. Klasse war) von einigen aus der Klasse geraucht wurde. Mit 12 – rauchen!? Wenn das so weiter geht, lernen das die Kinder in 20 Jahren im Kindergarten. Ich will gar nicht daran denken.

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Teil des Artikels. Nach dem Vortrag der Polizistin sind die einzelnen Klassenlehrer mit den Eltern in die Klassenzimmer gegangen wo allgemeine Dinge geklärt wurden. Unter anderem ging es um Klassenfahrten. Leider hat der Freistaat Sachsen momentan nicht gerade viel Geld und spart deshalb an erster Stelle mit Bildung und Wissenschaft. Mittlerweile ist es sogar soweit, dass die Kinder nicht mehr zur Klassenfahrt fahren können, weil den Lehrern kein Abwesenheitsgeld gezahlt werden kann. Selbst wenn diese schriftlich darauf verzichten würden, würde eine Fahrt nicht genehmigt werden. Der Grund: die Lehrer könnten so gemein sein, und sich die paar Euro pro Tag hinterher gerichtlich einklagen. Wenn die Klasse Glück hat, würde die nächste Fahrt wohl wahrscheinlich in der 10. Klasse stattfinden. Falls das nicht klappt, dann noch die Fahrt in der Sekundarstufe II. Wie gesagt… momentan ist meiner Schwester in der siebten Klasse. Ich habe früher zwar auch keine Klassenfahrten gemocht aber sie dienen letztendlich dazu, die Klasse näher zusammenzubringen, das die Lehrer ihre Schüler besser kennenlernen und natürlich (offiziell zumindest) um etwas zu lernen.

Des weiteren gab es Berichte über Lehrer, die ihre Schüler den Großteil ihres Unterrichtes selbst aus Büchern ausarbeiten lassen oder einfach mal sagen „Ich habe keine Lust, blättert in euren Büchern“. Angeblich wurde er selbst, als er von anderen Lehrern darauf angesprochen wurde, ausfällig und hat schlecht gelaunt reagiert. Sind solche Leute wirklich für den Lehrerberuf geeignet?

Ach ja… noch eine Sache. In sächsischen Gymnasien gibt es von der 8. bis zur 10. Klasse Profilunterricht. An der Schule meiner Schwester kann man wohl zwischen einem gesellschaftswissenschaftlichem und naturwissenschaftlichem Profil wählen. Auf einem Elternbrief dazu stand, es würden beide Profile den Schülern vorgestellt. Letztendlich wurde nur das gesellschaftswissenschaftliche Profil vorgestellt weshalb sich die meisten Schüler auch für dieses Profil einschreiben möchten. Dummerweise sieht es aber gar nicht gut aus, wenn es gibt zu viele Schüler, die dieses Profl wählen möchten. Es gab schon mal einen Losentscheid, in dem ausgelost wurde ob die Schüler Französisch oder Latein lernen dürfen, weil der Lateinlehrer „urplötzlich“ in Rente gegangen ist und kein neuer Lehrer gekommen ist – festgestellt wurde das ganze wenige Wochen vor den Sommerferien. Eventuell kommt es nun auch wieder zu so einem Losentscheid. Kann es wirklich angehen, dass so über die Bildung der Kinder entschieden wird? Durch Lose!?

Wenn man das alles hört, fragt man sich wirklich, wie es mit dem Bildungssystem weiter gehen soll. Wahrscheinlich kann ich in 50 Jahren vergessen, irgendeine Rente von gut ausgebildeten Menschen zu bekommen 😉

Habt ihr ähnliche Erfahrungen in diesem Bereich? Gab es in eurer Schule damals ähnliche Dinge? Was sagt ihr dazu, dass immer jüngere Kinder mit Rauchen / Trinken anfangen? Ich freue mich über eure Kommentare.

Viele Grüße,
– Fabi