City-Tunnel Leipzig – So sieht’s aus

Nachdem ich das Glück hatte und zwei Tickets für eine Besichtigungsfahrt durch den City-Tunnel Leipzig gewann, wagte ich mich heute in den Leipziger Untergrund.

Los ging’s am Leipziger Hauptbahnhof – nachdem die Tickets kontrolliert wurden, konnte man es sich vor dem Abstieg kurz gemütlich machen und einen Imagefilm zum Tunnel ansehen sowie etwas Informationsmaterial absahnen. Es wurden anschließend schicke DB-Warnwesten und Helme ausgeteilt, um dann auch sicher den Abstieg in die neue S-Bahnstation Hauptbahnhof beginnen zu können.

IMG_3173 Unten war etwas Zeit für Fotos und dann kam auch schon der Zug. Extra für die Rundfahrten wurden hier einige Transportwagen mit Bänken ausgestattet, so dass man es einigermaßen bequem hatte. Jeder Wagen verfügte auch über einige Lautsprecher, über die man einen Audiokommentar hören konnte – allerdings nur in der Theorie. In der Praxis waren die „Loks“ und die Fahrgeräusche so laut, dass man kaum etwas verstand.

Die Fahrt führte dann non-stop durch den Tunnel über die Stationen „Markt“, „Wilhelm-Leuschner-Platz“ zur Station „Bayerischer Bahnhof“ und wieder zurück zum Hauptbahnhof.

Man konnte gut sehen, dass der Innenausbau der Stationen schon sehr weit fortgeschritten war und nur noch einige Handgriffe notwendig sind, bis der Tunnel nächstes Jahr in Betrieb gehen kann. Geplant ist, dass der Tunnel nach seiner Eröffnung am 15. Dezember 2013 von 6 neuen S-Bahn-Linien bedient wird und auf der Stammstrecke jede 5 Minuten eine S-Bahn fährt.

IMG_3126 Was mich jedoch etwas „schockiert“ hat war, dass zwischen Bayrischem Bahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz schon wieder die ersten Graffitis in den Tunnelröhren zu finden waren – normalerweise geht man ja durchaus davon aus, dass so eine große Baustelle ordentlich gesichert ist, und so was deshalb nicht passiert. Später wird man die Graffitis während der Zugfahrt aber vermutlich sowieso nicht sehen können.

Ich bin gespannt, ob das Konzept der S-Bahn Mitteldeutschland aufgeht und wie der Tunnel nach der Eröffnung von den Leipzigern und den Anwohnern aus der Region angenommen wird.

Insgesamt war die Besichtigung gut organisiert, jedoch wäre es sicherlich noch informativer gewesen, wenn man den Audiokommentar vor die Fahrt gelegt hätte, so dass man im Infobereich etwas mehr als das vorgefertigte Video geliefert bekommen hätte. Während der Fahrt konnte man sowieso nichts hören und war auch schon genug damit beschäftigt Fotos zu machen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Alle Fotos, die ich während der Fahrt machen konnte, findet ihr wie immer bei Flickr.

Einen schönen Sonntag noch und einen guten Start in die neue Woche,
– Fabian. 

DB Fernverkehr in Leipzig II

Ich habe ja bereits berichtet, dass die Deutsche Bahn ab Herbst den ICE-Fernverkehr in Leipzig einschränken möchte.
Dies kam bei den Leipzigern natürlich nicht gut und und diverse Geschäftsleute, Bundestagsabgeordnete und andere Politiker haben sich in einem Brief an den Bahnvorstand über die geplanten Einschränkungen beschwert.

Die Leipziger Volkszeitung berichtete vor ein paar Tagen dann, dass Bahnvorstand Grube dem Freistaat Sachsen entgegenkommt. So soll die Strecke Leipzig <> Berlin weiterhin im Stundentakt bedient werden. Grube sprach sogar davon, dass der Stundentakt garantiert werde, auch wenn noch nicht alle ICE-Züge wieder einsatzfähig sind. Vermutlich werden dann, wie schon einmal, IC-Ersatzzüge eingesetzt.

Auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Frankfurt soll dann im 40/80 Minuten-Takt gefahren werden. Das bedeutet, dass z.B. Züge um 11:00, 11:40 und die nächsten Züge dann um 13:00 und 13:40 fahren.

Jedoch frage ich mich, was es nun mit den sogenannten „Technikproblemen“ aufsich hat. Gibt es nun doch keine mehr, wenn stündlich zwischen Leipzig und Berlin gefahren wird oder woher kommen die zusätzlichen Züge, die eigentlich nicht zur Verfügung stehen würden? Hat es in letzter Zeit ICE’s geregnet?

Ich hoffe sehr, dass es sich bei Grubes Aussage auch tatsächlich um die Wahrheit handelt und es nicht nur zur Beruhigung der Menschen schnell dahergesagt wurde.

Natürlich werde ich weiter am Thema dranbleiben und darüber berichten 🙂

Viele Grüße und Frohe Ostern,
– Fabi

Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof

Es ist mal wieder an der Zeit. Die Bahn stellt wieder mal die Software des elektronischen Stellwerks in Leipzig um. Dadurch ergibt sich eine Sperrung der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs bis zur Nacht von Sonntag auf Montag. In dieser Zeit gibt es zahlreiche Veränderungen bei den Zugverbindungen in der Leipziger Region. Auch die Fernverkehrsverbindungen in Richtung Berlin, Dresden, Frankfurt und München sind in der Zeit von Samstag nachmittag bis Montag um 4:30 beeinträchtigt.

Die Züge, die normalerweise bis Leipzig Hbf. fahren werden dann an anderen Bahnhöfen in Leipzig enden, von denen Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof und somit ins Stadtzentrum besteht. Endpunkte während dieser Softwareumstellung werden zum Beispiel Leipzig Messe, Leipzig Thekla und Leipzig Leutzsch sein. Die Fernverkehrszüge werden wohl über Halle (Saale) umgeleitet und aus Richtung Berlin gibt es Ersatzverkehr ab Bitterfeld. Einige andere Züge fahren aber auch mit Umleitung (und damit 60 Minuten längerer Fahrzeit) direkt bis nach Leipzig.

Eine weitere Umstellung gibt es auch auf der Strecke Hoyerswerda/Cottbus <> Taucha <> Leipzig. Wegen Bauarbeiten werden dort die Züge bis zum Herbst umgeleitet. Anstatt der direkten Verbindung von Taucha nach Leipzig (Fahrzeit ca. 20 Minuten) werden die Züge über Leipzig Messe oder Leipzig Engelsdorf umgeleitet. Die RE-Züge aus Cottbus enden in dieser Zeit in Leipzig Thekla, dort geht es dann mit Bussen weiter zum Hauptbahnhof. Betroffen davon sind die Linien MRB 115, RE 10 und RE 11.

Wenn es die Möglichkeit gibt, mit der Straßenbahn (z.B. aus Taucha) oder mit dem Bus (z.B. aus Eilenburg) nach Leipzig zu fahren, sollte man dies also eher in Betracht ziehen, als wenn man den Zug nimmt und über die Umleitungsstrecke fahren wird.

An der Grafik habe ich ungefähr versucht, die normale Strecke sowie die Umleitungsstrecke darzustellen. Quelle der Karte  ist Google Maps.

Umleitung zwischen Taucha und Leipzig Hbf. bis voraussichtlich September 2010.

Ich hoffe, der eingeplante Bauplan wird auch eingehalten. Bisher habe ich die schnelle Verbindung zwischen Taucha und Leipzig immer gern verwendet aber in Zukunft lohnt es sich nicht mehr, extra 15 Minuten zum Bahnhof zu laufen um dann noch fast eine halbe Stunde zu fahren. Zum Bus laufe ich 4 Minuten und bin auch in einer halben Stunde im Stadtzentrum 😉

Hier gibt es noch ein paar Hinweise und den geänderten Fahrplan während der Softwareumstellung im Hauptbahnhof:

– Hinweisplakat zur Softwareumstellung
– Fahrplan und Lagepläne der SEV-Bahnhöfe während der Umstellung

(beide Links verlinken auf PDF-Dokumente bei bahn.de)

Seid ihr auch von der Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof betroffen? Müsst ihr den Schienenersatzverkehr nutzen? Was habt ihr für Erfahrungen bei Baumaßnahmen der Bahn?

Bis bald und viele Grüße,
– Fabi

PS.: Der nächste Artikel wird dann sicherlich nicht wieder von der Bahn handeln 😉

DB will Fernverkehr in Leipzig einschränken

Top-Thema des Tages bei vielen Leipzigern ist ein Bericht der Leipziger Volkszeitung, in dem es um den Winterfahrplan der DB geht. Angeblich plane die Bahn, den Fernverkehr über Leipzig massiv einzuschränken.

Unter anderem wird die Strecke Berlin <> Leipzig <> München aufgeteilt. Der bisherige Stundentakt auf dieser Verbindung wird abgelöst und die Verbindung soll nur noch im 2-Stunden-Takt bedient werden. Desweiteren fahren diese Züge ab Nürnberg nicht mehr über die Schnellfahrstrecke und Ingolstadt sondern über eine langsamere Strecke und über Augsburg. Zwischen Berlin und München wird es jedoch weiterhin einen Stundentakt geben: zum einen wie bisher über Leipzig und zum anderen über Halle (Saale). Wahrscheinlich werden sich dann also die Züge Berlin <> München abwechseln und entweder über Leipzig (und die langsamere Strecke über Augsburg) oder über Halle (Saale) und die Schnellfahrstrecke über Ingolstadt fahren. Die Züge über Halle (Saale) sind somit gleich rund 50 Minuten schneller als die Züge über Leipzig.

Das ist vielleicht noch das kleinste Problem aber vor allem Berufspendler zwischen Leipzig und Berlin werden ganz schöne Probleme bekommen. Es ist noch nicht lange her, als die neue Verbindung „Leipzig <> Berlin“ ganz groß beworben wurde „Nur eine Stunde und 15 Minuten Fahrt von Leipzig nach Berlin Südkreuz“ hieß es damals. Wenn der Takt jetzt jedoch von 60 auf 120 Minuten geändert wird, werden sich sicherlich immer mehr Menschen überlegen doch lieber mit dem Auto nach Berlin zu fahren.

Außerdem sind Einschnitte auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Erfurt <> Frankfurt (<> Wiesbaden) geplant. Statt dem bisherigen Stundentakt werden die Züge ab Dezember in einem wechselnden 40 / 80 Minuten-Takt fahren. Soll heißen: der erste Zug fährt z.B. um 09:00 ab, der nächste Zug um 09:40, der übernächste Zug dann erst wieder um 11:00. Die Halte in Riesa, Dresden-Neustadt, Weimar und Eisenach werden außerdem nur noch alle 2 Stunden bedient. Wer einmal, vor allem an Freitagen und Sonntagen auf dieser Strecke gefahren ist, wird feststellen, dass die Züge dann schon immer sehr voll sind und man teilweise nur noch auf dem Boden Platz bekommen hat.

Begründet wird diese ganze Maßnahme durch den höheren Wartungsbedarf und die Technikprobleme der Bahn. Okay, von mir aus muss nicht jede 60 Minuten ein ICE nach Berlin fahren, aber dann könnte man wenigstens einen IC-Zug einsetzen und so trotzdem einen 60-Minuten-Takt auf der Verbindung nach Berlin einrichten.

Ich denke eher, dass es ganz andere Gründe hat. Ein ein paar Jahren wird die neue Schnellfahrstrecke von Berlin über Erfurt nach Nürnberg fertig. Sicher will die Bahn jetzt schon versuchen die Leute daran zu gewöhnen, dass diese neue Strecke prinzipiell über Halle (Saale) geführt werden soll. Damit dann der Aufschrei bei Eröffnung der Strecke nicht all zu groß wird, probiert die Bahn nun schon ab Dezember etwas aus.

Das aber „Technikprobleme“ zu Lasten des Fernverkehrs eines ganzen Bundeslandes gehen, kann ich bei weitem nicht verstehen. Schon allein wenn man Leipzig mit seinen 515.500 Einwohnern (Quelle: Wikipedia) und Halle (Saale) mit knapp der Hälfte der Einwohner gegenüberstellt sollte man erkennen können, welche Stadt den größeren Bedarf an Fernverkehrsverbindungen hat. Durch diese Maßnahme wird ebenfalls der Regionalverkehr in Sachsen beeinträchtigt da so etliche Zubringerzüge fehlen.

Ich hoffe, die Bahn überlegt sich diesen Schritt noch genau und entscheidet sich für eine Lösung für Leipzig, Sachsen und natürlich vielen Fahrgästen auf den Strecken von Leipzig nach Berlin, Dresden und Frankfurt. Sicherlich werden dann noch mehr Menschen überlegen das Flugzeug nach Frankfurt und München zu nehmen. Dort hat man seinen Sitzplatz garantiert ohne Aufpreis und mit etwas Glück zahlt man auch noch weniger als mit der Bahn. Was nützt der Bahn eine neue, tolle Schnellfahrstrecke ohne Fahrgäste in den Zügen?

Falls es nicht dazu kommen sollte, hoffe ich, dass Privatbahnen und Züge wie der Interconnex das Potential der Strecke nach Berlin erkennen und öfter Züge anbieten werden. Schon jetzt besteht eine gute Nachfrage um für ca. 20€ in nur 90 Minuten von Leipzig direkt zum Potsdamer Platz oder zum Berliner Hauptbahnhof zu fahren.

Wie steht ihr zum neuen Fahrplanentwurf der Bahn und was haltet ihr von der Bahn allgemein? Findet ihr, dass Privatbahnen der DB noch stärker Konkurrenz machen müssen? Denkt ihr wirklich, dass Technikprobleme der Grund für diese Maßnahme sind? – Ich freue mich auf eure Kommentare.

Viele Grüße von Fabi, der bald zum Asia-all-you-can-eat-Buffet gehen wird 😉