Zugfahren in Japan – Teil 1

Vor ein paar Wochen ging ein langer Traum in Erfüllung: eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne!

Ich möchte ein paar Dinge aufgreifen, die ich während der Reise interessant fand und hier im Blog davon berichten. Im ersten Teil geht es um die Nahverkehrszüge, Tickets und Unterschiede zu den Zügen in Deutschland. Jetzt denkt sich der ein oder andere vielleicht „Ist Zugfahren nicht überall gleich?“ – aber seht selbst.

Ab nach Tokyo!

Los ging die Reise mit der japanischen Eisenbahn am Flughafen Narita bei Tokyo.

Zunächst suchten wir das Reisezentrum auf – dort mussten wir unseren Japan Rail Pass (künftig „JRP“ abgekürzt) abholen. Mit dem JRP darf man eine bestimmte Zeit lang (bspw. 7 oder 14 Tage) viele der JR-Züge nutzen ohne separate Tickets kaufen zu müssen. Wichtig dabei ist, dass man den Pass vorher im Ausland kaufen muss. Bei Kauf erhält man einen Gutschein, den man dann in Japan in den eigentlichen Pass eintauscht. Wenn man den Pass dann einmal hat, funktioniert er ähnlich wie eine BahnCard 100.

Narita Express-Zug im Bahnhof Narita Airport T1

Bei der Abholung des Rail Pass haben wir außerdem Reservierungen für den nächsten Narita-Express (im JRP enthalten) nach Tokyo bekommen. Einige Züge, wie der Narita-Express, sind reservierungspflichtig. Reservierungen erhält man mit dem JRP jedoch kostenlos an JR-Fahrkartenschaltern in vielen größeren Bahnhöfen.

Bevor wir zum Narita Express kamen, mussten wir aber erstmal durch die Bahnsteigsperren. Sämtliche Bahnsteige in Japan haben Bahnsteigsperren – diese kann man mit dem JRP allerdings nicht benutzen. Da aber jede Sperre mit Personal besetzt ist, geht man zum Bahnhofspersonal und darf nach Vorzeigen des JRP den Kinderwagen-/Rollstuhlzugang neben den eigentlichen Sperren benutzen. Das ist meiner Meinung nach der einzige Nachteil am JR Pass. Da es sich beim Bahnhofspersonal auch ab und an mal staut, muss man ggf. warten bis man an der Reihe ist und kann nicht, wie der Großteil der Reisenden, in 2 Sekunden durch die Sperren laufen.

Der Narita-Express wird gerade gereinigt.

Am Bahnsteig angekommen dauerte es nicht lang bis der Narita Express einfuhr – zusteigen durften wir aber noch nicht. Ein Bahnmitarbeiter spannte ein Absperrband in der Tür auf und saugte erstmal schnell den Wagen durch und drehte anschließend alle Sitzplätze in Fahrtrichtung um – so musste niemand rückwärts fahren. Generell sind alle Züge, auch die Nahverkehrszüge, sehr sauber, ohne Graffiti, Kratzer oder andere Beschädigungen.

Die Fahrt nach Tokyo verlief pünktlich und ruhig. Während der Fahrt gibt es Durchsagen auf Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch. Auf den Bildschirmen im Zug gab es neben einer Karte mit dem Streckenverlauf auch Nachrichten und den Wetterbericht – natürlich ohne Tonspur aber mit Untertiteln. Generell ist es in den japanischen Zügen ausgesprochen leise. Wenn die Japaner telefonieren müssen, gehen sie ans Ende der Wagen in die Türbereiche – eine Sitte, die in Deutschland leider zunehmend aus der Mode gerät…

Der Narita-Express (Green Class / 1. Klasse) von Innen

Viele Betreiber…

In Tokyo selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten voran zu kommen. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass es in Japan keine Verkehrsverbünde gibt, so wie man es in Deutschland kennt. Selbst die U-Bahn in Tokyo wird von zwei verschiedenen Firmen betrieben, dazu kommen die Busse und viele Eisenbahnlinien von privaten Bahngesellschaften.

Sehr interessant ist, dass die U-Bahn-Strecken, anders als in Deutschland, keine separaten U-Bahn-Strecken sind sondern mit „richtigen“ Eisenbahnstrecken verknüpft werden. Ein Beispiel dafür ist die Fukutoshin-Linie, die von Tokyo Metro betrieben wird. Am Endbahnhof Shibuya können die Züge direkt weiter auf der Toyoko-Linie der privaten Tokyu-Eisenbahngesellschaft bis bspw. nach Yokohama fahren.

Ein Nahverkehrszug in Ikebukuro

Mitunter sind sogar mehrere Bahnstrecken miteinander verknüpft – z.B. könnte ein Zug von Yokohama aus auf der Toyoko-Linie (Betreiber: Tokyu) bis nach Shibuya fahren. Dort wechselt er auf die Fukutoshin-Linie der Tokyo Metro und fährt weiter nach Ikebukuro. Von dort aus kann der Zug dann weiter auf der Tobu-Tojo-Linie (Betreiber: Tobu Tetsudo) bis nach Shinrinkoen fahren. So würde ein Zug insgesamt auf drei verschiedenen Netzen von drei verschiedenen Betreibern unterwegs sein und als unkundiger Mitfahrer würde man den Betreiberwechsel unter Umständen gar nicht mitbekommen.

Die Züge sind immer entsprechend der Linie beschildert, auf der sie gerade fahren, jedoch bleibt das „Endziel“ gleich. So ist der Zug auf dem Abschnitt Shibuya – Ikebukuro bspw. als Fukutoshin-Line-Zug, jedoch mit Ziel „Shinrinkoen“ beschildert.

Viele Tickets…

Für die Fahrgäste ist es ganz praktisch, jedoch ist die tarifliche Handhabung etwas ungewohnt – wo wir schon beim nächsten Punkt angekommen wären. Prinzipiell gilt in Japan ein entfernungsbasierter Tarif. Da es keinen Verkehrsverbund gibt, muss auch bei jedem Wechsel von einer Linie eines Betreibers auf die eines anderen Betreibers erneut gezahlt werden.

Ein Tagesticket für Tokyo Metro & Toei Subway auf einer PASMO-Karte

Selbst wenn man, wie im o.g. Beispiel, gar nicht umsteigen muss, möchte trotzdem jeder der Betreiber seinen Anteil an den Fahrtkosten abhaben.

Beim Fahrkartenkauf eines regulären Tickets hängen über den Fahrkartenautomaten Linienpläne, auf denen die Fahrpreise bis zur Zielstation angegeben sind. Am Automaten wählt man dann nur den entsprechenden Wert (bspw. 230¥) aus, nimmt das Ticket und steckt es in die Sperre. Beim Verlassen des Zielbahnhofs wird genau so vorgegangen. Sollte man versehentlich zu wenig bezahlt haben, öffnet die Sperre nicht und die Japaner gehen ganz selbstverständlich zu einem „Fare Adjustment“-Automaten, die ähnlich wie die Ticketautomaten funktionieren. Dort stecken sie ihr Ticket ein, bezahlen den Differenzbetrag und können anschließend die Schranken öffnen. Das ist auch sehr praktisch falls man den genauen Betrag zum Zielbahnhof nicht kennt oder er nicht ausgewiesen ist – man bezahlt einen Pauschalbetrag und zahlt die Differenz am Ziel nach.

Beim Umsteigen zwischen verschiedenen Betreibern gibt es kleine Rabatte, jedoch ist eine Fahrt über bspw. 5 km Distanz bei einem Betreiber immer noch günstiger als wenn man bspw. nach 2,5 km auf einen anderen Betreiber umsteigt.

Für Touristen und Vielfahrer gibt es zudem auch entsprechende Tagestickets.

Bei der U-Bahn Toyko kann man bspw. zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Tagesticket Tokyo Metro (Betreiber 1) = 600 ¥
  • Tagesticket Toei Subway (Betreiber 2) = 700 ¥
  • Tagesticket Tokyo Metro + Toei Subway (Betreiber 1+2) = 900 ¥
  • Tagesticket „Tokyo Combination“ (beide U-Bahn-Betreiber, Busse, Straßenbahn, JR-Züge) = 1.590 ¥

Eine Bahnsteigtür im Bahnhof Ueno – mit Pandas, da die Pandas im nahegelegenen Ueno-Zoo die Publikumslieblinge sind.

Für uns war das Tokyo Metro + Toei Subway-Tagesticket am praktischsten, da die JR-Züge durch den JRP abgedeckt waren und wir keine Busse brauchten. Die Straßenbahn (es gibt nur eine Linie) benutzten wir ebenfalls nicht.

Zusätzlich zu den genannten Tickets gibt es auch noch Tageskarten, die sich speziell an ausländische Besucher richten. Diese sind ein paar Yen günstiger, können aber auch nur an bestimmten Bahnhöfen oder an den Flughäfen gekauft werden.

Insgesamt sieht man, dass es schon ziemlich schwierig sein kann, das richtige Ticket auszuwählen. Als Tourist sollte man sich daher vorab informieren, auf welchen Linien welches Betreibers man unterwegs sein wird und das Ticket dementsprechend aussuchen.

Keine Lust, ewig nach dem richtigen Fahrpreis zu recherchieren?

Deutlich einfacher ist die Nutzung einer IC-Karte. Diese Karten werden mit einem Guthaben oder einer Zeitkarte aufgeladen, kurz an die Sperre gehalten und das Guthaben wird automatisch abgezogen. Die Karte kostet einmalig 500 ¥ Pfand, das man bei der Rückgabe inkl. eventuell vorhandenem Restguthaben zurückerstattet bekommt.

Ein Yamanote-Line Zug in Tokyo

In Tokyo gibt es verschiedene Kartentypen – von Tokyo Metro und Toei Subway werden „PASMO“-Karten ausgegeben, von JR „Suica“-Karten. Jedoch ist der Name der einzige Unterschied – technisch sind die Karten innerhalb Japans komplett kompatibel. So kann man mit einer „PASMO“-Karte aus Tokyo bspw. auch die U-Bahn in Kyoto oder Osaka benutzen.

Wenn man eine Tageskarte oder eine andere Zeitkarte auf die Karte lädt, wird die Karte zusätzlich bedruckt. Bevor man nach Ablauf der einen Zeitkarte eine zweite Zeitkarte auf die IC-Karte laden möchte, muss man den Aufdruck vorher vom Bahnhofspersonal löschen lassen!

Sehr praktisch ist zudem, dass man mit den IC-Karten auch an diversen Getränkeautomaten oder in Minimärkten wie 7-Eleven oder Family Mart bezahlen kann, die es quasi an jeder zweiten Straßenecke gibt. Das ist eine gute Möglichkeit, um am Ende einer Reise noch Restguthaben zu verbrauchen. Reicht das Restguthaben nicht für den kompletten Einkauf aus zahlt man die Differenz einfach bar nach.

Pendler in der Tokyo Metro

Welcher Zug ist der Richtige?

Neben den U-Bahnen gibt es in Tokyo, wie schon erwähnt, diverse JR- und Privatlinien. Anders als bei uns haben die Linien keine Nummern sondern Namen. Für Touristen, denen die japanische Aussprache zu kompliziert ist, haben die Linien in den Großstädten zudem auch noch Buchstabenabkürzungen. Die Abkürzung für die Yamanote-Linie (Betreiber: JR) ist bspw. „JY“. Auch die Stationen haben neben ihrem Namen noch eine Zahlenkombination, damit sich Touristen besser orientieren können. Der Bahnhof Shinagawa auf der Yamanote-Linie trägt so bspw. das Kürzel JY25. Diese Kürzel werden auch in den Ansagen und auf den Anzeigen verwendet.

Ein Zug der Chuo-Line im Bahnhof Shinjuku

Beim Umsteigen sollte man beachten, dass teilweise lange Wege zwischen den einzelnen Bahnsteigen liegen – 500 m und mehr sind keine Seltenheit – vor allem dann nicht, wenn man zwischen verschiedenen Betreibern umsteigt. Allerdings sind die Beschilderungen sehr vorbildlich und man findet den Weg zum richtigen Bahnsteig ziemlich leicht. Auf vielen Schildern sind auch die Entfernungsangaben angegeben.

Auf vielen Linien gibt es unterschiedliche Bedienfrequenzen, die man am besten mit den „Regionalbahnen“ und „RegionalExpress“-Zügen in Deutschland vergleichen kann. Die Bedienfrequenzen und Bezeichnungen können allerdings auch je nach Linie und Betreiber unterschiedlich sein.

Grundsätzlich halten die „Local“-Züge an allen Stationen.

Daneben gibt es schnellere Züge, die Stationen unterwegs überspringen und nur an größeren Bahnhöfen halten. Diese heißen beispielsweise „Semi-Express“, „Express“, „Rapid“, „Rapid-Exress“, „Homeliner“, … Das sind alles Nahverkehrszüge, die im Prinzip mit jedem Fahrschein genutzt werden können.

Nachdem man den richtigen Zug gefunden hat, geht es nun ans Einsteigen.

In Japan stellt man sich zum Einsteigen in Reihen auf!

Auf sämtlichen Bahnsteigen finden sich Markierungen, auf denen man erkennen kann, welcher Wagen wo hält und wo sich die Türen befindet. Zusätzlich ist angegeben, ob man sich in 1er-, 2er-, 3er-Reihen usw. aufstellen soll. Die Züge halten punktgenau an den Markierungen an.

Falls unterschiedliche Zugtypen an einem Bahnsteig halten, ist an den Anzeigen oftmals angegeben an welchen Markierungen man sich anstellen soll. Wenn neben dem zunächst einfahrenden Zug bspw. ein Dreieck angezeigt wird, soll man sich an den Markierungen mit Dreieck-Symbol anstellen. Das System funktioniert erstaunlich gut, nur die Touristen brauchen eine Weile um sich daran zu gewöhnen.

Pendler in der Tokyo Metro

Wenn der Zug eingefahren ist, steigen die Fahrgäste in der Mitte aus während von rechts und/oder links gleichzeitig Fahrgäste in den Zug steigen können. So ist der Fahrgastfluss effizient und dauert nicht zu lange. Zu Stoßzeiten stehen zudem die bekannten, mit weißen Handschuhen ausgestatteten, „Fahrgastschieber“ zur Stelle, die notfalls etwas stopfen damit die Türen schließen können.

Ein weiterer Unterschied im Vergleich zu Europa sind die Abfertigungsmelodien.

Sobald sich die Türen öffnen ertönt eine Melodie. Diese Melodie kann sich je nach Linie und Station unterscheiden, so dass eingeübte Pendler anhand der Melodie erkennen an welcher Station sie gerade sind und auf welcher Linie sie fahren. Während die Melodie spielt sollen die Fahrgäste ein- und aussteigen. Sobald die Melodie aufhört ist der Fahrgastwechsel beendet, der Zug ist abfahrtbereit und die Türen schließen in Kürze.

Orientierung im Zug

Im Zug selbst findet man sich recht gut zurecht – die Ansagen erfolgen in Japanisch und Englisch. Zusätzlich gibt es in vielen Zügen Bildschirme, auf denen nicht nur die nächste Station und der Fahrtverlauf sondern auch die Lage der Rolltreppen, die kürzesten Wege zu den jeweiligen Ausgängen und Umsteigemöglichkeiten angezeigt werden. Erstaunlicherweise habe ich während der gesamten Zeit keinerlei defekte Anzeige, defekte Tür oder Ähnliches beobachten können. Da sieht man, dass die japanischen Bahngesellschaften sehr viel Wert auf ihre Züge legen.

Anzeige in der Yamanote-Linie – Lageplan des Bahnhofs Shibuya

Anzeige in der Yamanote-Linie – nächster Halt: Shibuya

Im nächsten Teil geht es weiter und ich berichte über den Shinkansen

Viele Grüße
Fabian

Unterwegs in der Tschechischen Republik: Prag

Wenn man schon mal gutes Wetter hat, dann sollte dieses auch genutzt werden. Das dachte ich mir auch letzten Montag, an dem ich wieder in Europa unterwegs war. Dieses Mal ging es in die Hauptstadt der Tschechischen Republik: Prag.

Los ging es ziemlich früh am morgen, genauer gesagt um 6:51 am Leipziger Hauptbahnhof. Dort fährt um diese Zeit ein aus Zürich kommender Nachtzug in Richtung Praha hlavni nadrazi (Prag Hbf.) ab. Auf dem Weg von Zürich nach Prag werden in Fulda normale IC-Reisezugwagen angehangen, die man zum normalen Schnellzugtarif und ohne Reservierung nutzen kann. Die Strecke führte über Dresden, durch die Sächsische Schweiz und entlang von Elbe und Moldau in die „goldene Stadt“, wo ich nach ca. 3,5 Stunden ankam.

Vom Prager Hauptbahnhof, der teilweise eher an einen Flughafen erinnert, ging es auch schon direkt zum Wenzelsplatz. Dort habe ich dann schon zum ersten Mal bemerkt, dass Prag anders als Breslau ist. Es sind viel mehr Touristen unterwegs und auch die Preise haben sich gewaschen. Das fing schon beim Starbucks an. Da ich ja die Starbucks City Mugs sammle, musste natürlich auch in Prag zugeschlagen werden. Im Vergleich zu Deutschland waren die Tassen da 5€ teurer und auch die Getränkepreise waren etwas höher als bei uns.

Am Wenzelsplatz sind wir bergab durch einige Gassen zum Altstädter Ring gelaufen. Teilweise war es sehr schwierig, dort vorwärts zu kommen, weil überall Touristenführer mit Regenschirmen und Reisegruppen im Schlepptau den Weg versperrt haben. Was mir an der Innenstadt außerdem besonders auffiel, war das hohe Polizeiaufgebot. Fast überall waren Polizeiautos und Polizisten zu sehen. Ob dies generell immer so ist oder nur aufgrund der Anschläge in Norwegen der Fall ist, kann ich allerdings nicht sagen.

An der Moldau angekommen, ging es dann zum nächsten Touristen-Highlight: der Karlsbrücke. Auf der Brücke gab es viele verschiedene Stände, an denen Schmuck oder Bilder angeboten wurden. Außerdem nutzten einige Straßenkünstler den starken Publikumsverkehr auf der Brücke um etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Am anderen Ufer der Moldau gab es im amerikanischen Spezialitätenrestaurant zum goldenen „M“ etwas zu Essen und dann ging es auch schon wieder zurück in die Innenstadt.

Dort ging es am Hardrock Café Prag vorbei zum Platz der Republik. Dort befinden sich der alte Pulverturm, das Gemeindehaus und ein großes Einkaufszentrum mit vielen, auch aus Deutschland bekannten, Geschäften wie „dm“, „Deichmann“, „H&M“, „New Yorker“ und „Puma“. Dort habe ich dann ein zweites Mal festgestellt, dass die Preise in Prag sehr gut mit den Preisen in Deutschland auf einer Höhe stehen oder die deutschen Preise sogar noch überbieten. Wer also billig einkaufen möchte, sollte nicht nach Prag fahren.

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Zug nach Hause fuhr, haben wir den Prager Untergrund erkundet und sind mit der U-Bahn gefahren. Eine besondere Attraktion sind schon die sehr schnellen und steilen Rolltreppen in den Bahnhöfen. Da ist gekonntes Auf- und Absteigen sehr wichtig, wenn man nicht unbedingt den Boden abklopfen möchte. Eigentlich dachte ich ja, dass man sich noch den Karlsplatz anschauen könnte. Dummerweise habe ich dann erst vor Ort erfahren, dass der ehemalige Karlsplatz nur noch ein Park ist und es sonst nicht viel zu sehen gibt. Prager Metro

Auf dem Rückweg zum Bahnhof ging es dann noch ein mal durch die Innenstadt und am Wenzelsplatz und dem Nationalmuseum vorbei. Da es in Prag auch Ableger des britischen Supermarktes TESCO gibt, wollte ich dort auch noch ein mal rein schauen. In England ist mir Tesco durchweg positiv aufgefallen und vor allem die vielen verschiedenen Sandwiches waren empfehlenswert. Leider habe ich in Prag anscheinend die falsche Filiale erwischt und man konnte es nur mit einem sehr schlechten Aldi vergleichen.

Anschließend ging es zurück zum Bahnhof, wo um ca. 18:30 der Zug zurück nach Leipzig fuhr. Auch diesmal war es wieder ein Nachtzug mit IC-Sitzwagen, wobei man sehr gut aufpassen muss, in welchen Wagen man einsteigt. In Dresden wird der Zug in Abschnitte nach Amsterdam über Berlin und Zürich über Leipzig und Erfurt geteilt. Sollte man sich also im falschen Wagen befinden, findet man sich unter Umständen schnell in einer anderen Stadt wieder.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag und Prag ist eine wirklich sehenswerte Stadt. Wem es allerdings nur ums einkaufen geht, der sollte lieber eine andere Stadt besuchen.

Noch mehr Fotos findet ihr wie immer bei Flickr (hier klicken). Viel Spaß beim Anschauen!

Unterwegs in Polen: Wroclaw

Hey du! Frei nach dem Motto: „Man sollte immer mal etwas Neues sehen“, habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Da es Anfang des Jahres bereits in den westlichen Teil Europas ging, wurde diesmal die entgegengesetzte Richtung gewählt: es ging nach Polen.

Die Idee nach Polen zu fahren, ist eigentlich ziemlich zufällig gekommen. Bei meinen Streifzügen durch das Internet habe ich gelesen, dass es eine Direktverbindung von Dresden nach Wroclaw (Breslau) gibt und dachte mir, dass dies ja durchaus interessant klingt. Daraufhin wurden sich bei Wikipedia und Google Infos über die Stadt rausgesucht, bei der Bahn nach Tickets gesucht und gestern war es so weit.

Der Tag ging schon sehr zeitig los. Um 5:30 Uhr hieß es „Aufstehen!“ und kurz nach 6 saß die Familie im Auto nach Dresden. Dort waren wir eine knappe Stunde später, um den ersten Zug um 7:30 Uhr noch zu erwischen. Nach Wroclaw fährt der RE 100 mit klimatisierten Dieseltriebwagen. Es ging pünktlich los, nur die Klimaanlage war so eingestellt, dass man einen Hauch von Gefrierschrankgefühl während der Fahrt hatte.

Wenn man sparen will, kann man sich übrigens das Dresden <> Wroclaw-Spezial am DB-Automaten, auf der Angebotsseite oder im Reisezentrum kaufen. Für 79€ kann man so mit bis zu 5 Personen innerhalb von 3 Tagen hin- und zurück fahren. Dies ist deutlich günstiger, als der Preis, der auf der normalen Fahrplanauskunftsseite angezeigt wird. Rynek

Eine knappe Stunde später kamen wir in Görlitz an, wo sich das DB-Personal verabschiedete und die Kollegen der polnischen Bahn übernahmen. Die Uniformen der polnischen Zugbegleiter sind übrigens im Vergleich zu den Kollegen in Deutschland sehr einfach gehalten. Falls man selbst eine nachbauen möchte, braucht man nur ein weißes Hemd, eine dunkelblaue Stoffhose und ein blaues Schlüsselband, an dem eine Karte mit seinem Foto hängt.

Bis Görlitz war der Zug noch ziemlich leer. Erst auf dem polnischen Abschnitt wurde das Angebot gut ausgenutzt. Mit Zwischenhalt in Zgorzelec, Zgorzelec Miasto, Węgliniec, Bolesławiec und Legnica kamen wir dann um ca. 10:45 in Wroclaw Glowny an. Der Bahnhof wird dort gerade umgebaut, weshalb die Umgebung eher wenig einladend wirkt. Es ist ziemlich eng, es waren sehr viele Menschen da und insgesamt erinnerte das Treiben dort eher an einen türkischen Basar anstatt an Polen.

Durch die Bauarbeiten haben wir uns dann einen Weg in Richtung Innenstadt gebahnt. Insgesamt scheint die Gegend rund um den Bahnhof noch etwas heruntergekommen zu sein und bei vielen Häusern denkt man, die Zeit wäre vor 20 Jahren stehen stehen geblieben. Wenn der Bahnhof fertig gestellt wird, werden aber sicherlich auch die umliegenden Häuser davon profitieren.

Ins Stadtzentrum wollten wir dann mit der Straßenbahn fahren, allerdings weigerte sich der Fahrkartenautomat unsere deutschen EC- bzw. Kreditkarten anzunehmen, weshalb es dann doch zu Fuß in die Innenstadt ging. Weit war der Weg allerdings nicht – man benötigt ungefähr 15 – 20 Minuten.

Je näher wir kamen, desto schöner wurde auch die Umgebung. Unter anderem kamen wir an einem größeren Park vorbei, der sehr schön und einladend gestaltet war. Solche Grünflächen wünscht man sich in Deutschland auch.

Starbucks Wroclaw Rynek Das Zentrum selbst kann locker mit westeuropäischen Städten mithalten oder diese sogar übertrumpfen. Man fand die üblichen Geschäfte wie H&M, KFC, Zara, C&A und sehr viele alte Häuser, die schön renoviert und mit kräftigen Farben angestrichen wurden. Sehr interessant ist auch das Breslauer Rathaus, das quasi das Zentrum der Innenstadt bildet. Um das Rathaus herum ist der sogenannte Rynek (Ring), an dem auch viele der alten Häuser stehen. Dort findet man auch Starbucks, Pizza Hut und andere Restaurants. Gerade Starbucks kam bei uns ziemlich gut an und meine City Mug-Sammlung freut sich über einen Neuzugang.

Insgesamt machte die Innenstadt auf mich einen sehr sauberen und schönen Eindruck und ich bin ziemlich sicher, dass es sich lohnen würde, alleine deshalb noch ein zweites Mal nach Wroclaw zu fahren. Ziemlich witzig sind übrigens die Zwerge, die in der gesamten Stadt verteilt sind und sich Sehenswürdigkeiten anschauen oder andere Dinge machen.

Da Wroclaw auch als „Vendig von Polen“ bezeichnet wird, machten wir uns auf den Weg zur Oder, die durch die Stadt fließt. Durch den Fluss und die zahlreichen Nebenarme bildeten sich viele Inseln, die mit Brücken untereinander verbunden sind. Ich habe gar nicht mitgezählt, über wie viele Brücken wir an diesem Tag liefen. Ein Teil der Inseln dienen als Grünflächen, aber auch Kirchen findet man dort.

Auf dem Weg über die Brücken gelangten wir dann zur Kathedrale im älteren Teil von Wroclaw. Auch die Umgebung dort machte einen sehr schönen Eindruck und es waren viele Touristen, aber auch Nonnen unterwegs. Ich hatte den Eindruck, dass die Kirche dort noch einen großen Einfluss hat und auch genügend Geld in die Umgebung steckt.

Es ging nun wieder zurück in Richtung Innenstadt. Unterwegs kamen wir noch an einer großen, alten Markthalle vorbei, in der Obst, Gemüse und andere Lebensmittel angeboten wurden. Mit Händen und Füßen schafften wir es auch, uns neue Getränke zu kaufen. Die Verkäuferin sprach leider weder Englisch noch Deutsch, aber wir haben es trotzdem ganz gut hinbekommen. An diesem heißen Tag bei 30°C und Vollsonne haben wir die Getränke auch dringend gebraucht.

Später begegneten wir noch einem Einkaufszentrum, der Galeria Dominikańska. Anders als in Deutschland war es dort auch nicht und anhand der Schilder glaube ich sogar, dass unsere großen Einkaufszentren den selben Betreiber haben. Auch die Geschäfte kamen einem sehr bekannt vor: Media Markt, Fielmann, Deichmann, Tchibo und New Yorker waren dort vertreten. Einen Unterschied gab es jedoch: die Preise waren zum deutschen Vergleich sehr günstig. So konnte ich mit z.B. zwei paar Nike-Schuhe zum Preis von ca. 140€ sichern. Eines der beiden Paare wird in Deutschland für über 20€ mehr verkauft, das Andere konnte ich auf der deutschen Website gar nicht finden. Außerdem gibt es beim polnischen McDonalds leckere Heidelbeer-Taschen, die es hier nicht gibt. IMG_1405

Als wir aus dem klimatisierten Einkaufszentrum raus waren, ging es wieder zum Rathaus und von dort langsam zum Bahnhof. Durch die ganze Lauferei war ich schon ziemlich kaputt, aber da wir recht zeitig am Bahnhof ankamen, konnten wir uns dort noch eine Weile hinsetzen, bevor der Zug kam. Pünktlich um 18:15 ging es mit dem letzten Zug zurück nach Dresden, wo wir dann ca. 3 1/4h später wieder ankamen. Auch auf der Rückfahrt war der polnische Teil der Strecke viel stärker ausgelastet und ab Görlitz wurde der Zug sogar von zwei Wagen auf einen Wagen gekürzt.

Von Dresden aus ging es dann mit dem Auto wieder zurück nach Leipzig und von dort aus schnell ins Bett. Die Fahrt nach Polen hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann es jedem nur empfehlen.

Um unterwegs online zu gehen, habe ich übrigens den Surf Pass M von Travel & Surf der Telekom gewählt. Mit diesem Pass kann man im Ausland 24h lang 50 MB Datentraffic verbrauchen. Um ab und an bei Twitter oder Facebook zu surfen reicht das vollkommen aus. Am Ende hatte ich sogar noch fast 30 MB übrig. Erwähnenswert sind allerdings auch die vielen kostenlosen WLANs in Polen, unter anderem bei Starbucks oder McDonalds.

Nach Wroclaw wird es mich bestimmt mal wieder verschlagen, aber auch andere polnische Städte sind bestimmt eine Reise Wert – mal schauen, wo es mich diesen Sommer noch überall hin verschlägt 😉

Noch mehr Fotos findet ihr wie immer bei Flickr (hier klicken). Viel Spaß beim Anschauen!

Strasbourg / August 2010

Hallo 🙂

Wie ich bereits angekündigt habe, soll es hier bald auch ein paar Berichte zu meinen Reisen / Ausflügen geben – heute geht es los!

Reiseziel: Strasbourg, Frankreich
Reisedaten: 05/08/2010 – 08/08/2010
Verkehrsmittel: Zug (TGV + ICE)
Hotel: ibis Hotel Strasbourg Centre Halles

Der Vorteil bei uns in der Firma Nachtschicht zu haben liegt klar auf der Hand: es gibt nicht nur mehr Geld, man hat anschließend auch vier volle Tage frei. Wenn man also nicht zu Hause rumsitzen möchte, ist es die perfekte Gelegenheit um etwas zu unternehmen und sich die Welt anzusehen.

Nur eine Woche vorher haben Julia und ich geplant, einfach mal nach Frankreich zu fahren. Damit es nicht zu weit und zu teuer wird, haben wir uns auf Strabourg, gleich hinter der deutschen Grenze festgelegt.

Donnerstagmorgen ging es los. Da ich bis um 3:00 in der Nacht arbeiten musste und erst kurz nach 4:00 zu Hause war, blieb nicht viel Zeit zum Schlafen. Eine Stunde ausruhen und dann musste die Reisetasche gepackt werden. Um 6:35 fuhr dann auch schon die Bahn zum Hauptbahnhof. Dort ging es mit dem ICE bis nach Frankfurt Hbf. Glücklicherweise war ich nicht der Einzige, der sehr müde war. Der halbe ICE-Wagen hat geschlafen und erst nach Fulda wurden die ersten Leute wieder wach. In Frankfurt ging es dann ganz schnell ein paar Gleise weiter, der ICE nach Karlsruhe hat schon gewartet und aufgrund der Verspätung meines Zuges, blieben nur 5 Minuten Zeit zum umsteigen.

In Karlsruhe selbst hatte ich dann ungefähr 60 Minuten Aufenthalt. Dank der T-Mobile Hotspot-Flatrate und einer McDonalds-Filale habe ich die Zeit genutzt um etwas im Internet zu surfen. Dann war es auch schon soweit… der TGV aus Stuttgart in Richtung Paris Est kam an. Nachdem sich alle durch die engen Eingangsbereiche gequetscht haben, habe ich es bis zu Julia geschafft, die schon seit Stuttgart im Zug saß. Natürlich haben wir keine Plätze nebeneinander bekommen und ich habe die 40 Minuten nach Strasbourg auf dem Gang verbracht.

Der TGV ist… naja… ungefähr wie ein ICE aber macht einen etwas älteren Eindruck. Die Reservierungen werden noch mit Pappschildern über den Sitzen angezeigt und es gibt keine Anzeige mit dem nächstem Bahnhof / der Geschwindigkeit etc. Vermutlich hatten wir aber einfach nur das „Glück“, in einem älteren Modell zu sitzen.

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Als wir in Strasbourg ankamen, ging es erstmal zur Straßenbahn. Die Haltestelle befindet sich unter dem Bahnhof. Ich war gleich von den Fahrpreisen begeistert. Bis zu drei Personen können volle 24 Stunden lang für nur 5,50€ mit allen Straßenbahnen und Buslinien fahren. In manchen deutschen Städten würde man für diesen Preis gerade mal Kurzstrecken für drei Personen bekommen…

Lange mussten wir nicht auf die Bahn warten und dann ging es auch schon los… unser Hotel lag nur eine Station vom Bahnhof entfernt. Dummerweise gab es zwei Hotels mit dem Namen „Centre Halles“ und wir sind natürlich gleich ins falsche Hotel gelaufen. Der freundliche Herr meinte aber, das richtige Hotel wäre nur eine Ecke weiter. Das richtige Hotel war wirklich direkt nebenan und das Zimmer war auch groß genug. Es war sauber, hatte eine Badewanne, einen Fernseher und ein großes Bett. Einziges Problem: es gab nur eine Bettdecke :-/

Da wir natürlich nicht die ganze Zeit im Hotel sitzen wollten, ging es dann in die Innenstadt. Strasbourg hat zwar eine relativ kleine Innenstadt aber dafür gibt es genügend Geschäfte, schöne Häuser und viel zu sehen. Der Hauptanziehungspunkt für Touristen ist aber die Kathedrale. Ich glaube, man kann sie gar nicht auf ein Foto bekommen, weil man nicht so weit weggehen kann, ohne das ein Haus die Sicht versperrt.

Nach einem Marsch durch die Innenstadt und das Einkaufszentrum unter dem Hotel ging es dann zurück ins Hotelzimmer. Irgendetwas essbares musste her. Da wir selbst keine Restaurants in Strasbourg kannten, musste Google Maps herhalten. Nur ein paar Stationen weiter gab es eine Filiale von Domino’s Pizza. Ich kannte die Kette schon aus Israel und war dort positiv überrascht wurden. Also auf in die nächste Bahn in Richtung Schulthfeld. Dort angekommen, mussten wir dummerweise feststellen, dass es kein Restaurant sondern nur ein Take-away ist. Okay… 10 Minuten haben wir auf die Pizza gewartet und dann ging es mit Pizzakarton zurück in die Bahn zum Hotel. Viel ist dann an diesem Tag nicht mehr passiert. Wahrscheinlich lag es daran, dass wir beide ziemlich müde waren.

DSC00525Das Wetter am nächsten Tag war dann schon wieder besser. Die Sonne schien und von den grauen Wolken war weit und breit nichts mehr zu sehen. Aufstehen, duschen, anziehen und dann gab es Frühstück. Das Buffet am Hotel war zwar nicht das Größte, aber ich wurde satt und geschmeckt hat es auch. Da Strasbourg die „Hauptstadt Europas“ genannt wird, haben wir uns als erstes auf den Weg zum Europaparlament am Stadtrand gemacht. Auch hier kommt man bequem mit der Bahn hin – wir mussten nur ein mal umsteigen. Das Parlament sieht schon sehr beeindruckend aus, aber leider kamen wir nur bis in den Innenhof. Um das Gebäude richtig zu betreten, muss man an einer Führung teilnehmen, wozu man eine angemeldete Reisegruppe braucht. Zwei Personen zählten leider nicht als Reisegruppe.

Nachdem genug Fotos gemacht wurden, ging es dann wieder zurück in die Innenstadt. Am Nachmittag haben wir dann noch ein weiteres, schönes Einkaufszentrum am Rand der Innenstadt gefunden. Im dortigen Supermarkt haben wir uns mit neuen Getränken und Schokolade versorgt und dann wurde das Ganze im Hotelzimmer abgeladen. Langsam wurde es wieder Abend und der Hunger machte sich immer deutlicher bemerkbar. Da wir auf dem Weg zum Europaparlament eine Filiale von Pizza Hut gesehen haben, ging es mit der Bahn diesmal nach „Landsberg“. Die Pizza Hut-Filiale entpuppte sich leider auch nur als Take-away aber immerhin hatte man Stühle zum Sitzen, während man auf die Pizza warten musste. Bei Pizza Hut lief außerdem ein spezielles Angebot… wenn man sich eine Pizza selbst abholt, zahlt man eine Pizza aber bekommt zwei. Besser ist es, denn eine Pizza für ~16 € ist nicht gerade billig. Mit dem Pizzakarton ging es wieder mit der Bahn zum Hotel. An diesem Tag waren wir außerdem in Kehl – das liegt schon wieder in Deutschland, direkt gegenüber von Strasbourg. Leider war in Kehl nicht wirklich viel los. Es hatte den Charme einer kleinen Kleinstadt (ja, einer KLEINEN Kleinstadt), aber der Bus dort hin war trotzdem brechend voll. Der Grund dafür: anscheinend sind Zigaretten in Deutschland noch billiger als in Frankreich, weshalb viele Franzosen über die Grenze gekommen sind. Naja… die Deutschen fahren nach Polen, die Franzosen nach Deutschland… anscheinend gibt es schon ein Preisgefälle von West nach Ost 😀

Langsam wurde es dann auch schon Samstag… der letzte, volle Tag in Strasbourg ist angebrochen. Julia hat auf dem Stadtplan ein Schloss entdeckt, das wir uns anschauen wollten. Das Schloss selbst lag in einem Park und wurde mittlerweile als Tagungszentrum umgebaut. Nachdem wir eine Runde durch den Park gedreht haben, ging es wieder zum Hotel und von dort aus mit der Bahn in Richtung Stadtrand. Linie A fuhr vom Hotel nach „Illkirch-Lixenbuhl“. Da sich dieser Name sehr interessant anhört, haben wir beschlossen, einfach mal dort hinzufahren. Leider war es dann aber überhaupt nicht interessant und es ging gleich wieder zurück. DSC00589Auf dem Rückweg sind wir bei „Baggersee“ ausgestiegen – dort gab es zwar keinen (für uns sichtbaren) See, aber noch ein Einkaufszentrum mit einem großen Supermarkt. Nachdem der Getränkevorrat wieder aufgefüllt war, fuhren wir noch mal zum anderen Einkaufszentrum. Dort haben wir im Puma-Laden sehr schöne Strasbourg T-Shirts entdeckt und haben natürlich zugeschlagen. Dann ging es noch mal zu H&M und wieder zurück zum Hotel, um die ganzen Sachen abzuladen. Der Plan für den Abend war, sich das Europaparlament bei Nacht anzusehen, weil es dann schön leuchtet. Bis dahin war aber noch viel Zeit, weshalb wir auch noch in die anderen Richtungen mit den Straßenbahnen fuhren.

Gegen Abend waren wir dann noch in der Innenstadt, haben Postkarten geschrieben und das Paradies für Schokoladenfans besucht. Ein ganzer Laden voll mit Nougat, Karamel und anderen Arten Schokolade. Leider waren die Preise nicht gerade wie im Paradies, aber für gute Schokolade aus Frankreich gibt man gern mal etwas Geld aus.

Die Sonne ging auch schon unter und es wurde Zeit zum Europaparlament zu fahren. Wieder ging es mit der Bahn bis zum Parlament. Es dauerte nur noch ein paar Minuten bis die Sonne weg war, aber geleuchtet hat das Parlament nicht. Entweder das Bild, das wir gesehen haben, wurde billig mit Photoshop bearbeitet oder das Parlament leuchtet nur an bestimmten Tagen. Julias Spruch dazu möchte ich hier lieber nicht erwähnen 😛 . Immerhin war es draußen nicht kalt, und die Bahn kam gleich um zurück zu fahren. Auf dem Rückweg kamen wir wieder bei „Landsberg“ vorbei. Da wir am Abend noch nichts gegessen haben, blieb uns eigentlich keine andere Wahl – Pizza Hut. Auch diesmal gab es wieder leckere Pizza zum Essen im Hotelzimmer. Kurz nach 12 waren wir dann fertig und die letzte Nacht in Strasbourg war da.

DSC00660Anscheinend wusste das Wetter, dass wir am Sonntag wieder nach Hause fahren wollten/mussten. Es war wieder grau, hat geregnet und wurde kälter. Trotzdem sind wir nach dem Frühstück noch eine Runde mit der Bahn durch die Stadt gefahren, bevor wir das Hotelzimmer räumen mussten. Das Straßenbahnnetz in Strasbourg ist schon toll. Die Bahnen sind supermodern, fahren sehr oft und die Haltestellen sind schön eingerichtet. Es gibt an jeder Station einen Fahrkartenautomaten, ein Wartehäuschen, Übersichtspläne, Entwerter, Sitzbänke usw. Hier in Deutschland sucht man das manchmal vergeblich. In den nächsten Jahren soll das Netz noch ausgebaut werden und eine Strecke ist bis nach Deutschland geplant. Richtig super sind auch die Ansagen in den Bahnen. Jede Haltestelle hat eine eigene Melodie bekommen und wird entweder von einem Kind, einem Mann oder einer Frau angesagt – auch singende Ansagen kamen vor. Es macht die Fahrt auf jeden Fall abwechslungsreicher, als irgendwelche Standardansagen wie bei uns.

Dann ging es auch schon wieder zum Bahnhof, wo wir noch eine Stunde Aufenthalt hatten, bis der TGV kam. Dort war es wieder sehr voll, weshalb ich mich schon am Bahnhof von Julia verabschieden musste. Im Zug selbst wollte sich erst ein Pakistani mit mir um den Sitzplatz streiten – der Punkt war nur: ich hatte eine Reservierung, er nicht. Auf dem Rückweg musste ich dann in Karlsruhe, Frankfurt und Fulda umsteigen. Natürlich hatte der ICE die Verspätung, die man erwartet und um kurz nach 20 Uhr war ich wieder in Leipzig.

Der Kurzurlaub in Strasbourg hat sich auf jeden Fall gelohnt, es hat Spaß und vor allem Lust auf mehr gemacht. Mal schauen, wo es das nächste Mal hingeht.

Noch mehr Fotos aus Strasbourg gibt es hier.

DB Fernverkehr in Leipzig II

Ich habe ja bereits berichtet, dass die Deutsche Bahn ab Herbst den ICE-Fernverkehr in Leipzig einschränken möchte.
Dies kam bei den Leipzigern natürlich nicht gut und und diverse Geschäftsleute, Bundestagsabgeordnete und andere Politiker haben sich in einem Brief an den Bahnvorstand über die geplanten Einschränkungen beschwert.

Die Leipziger Volkszeitung berichtete vor ein paar Tagen dann, dass Bahnvorstand Grube dem Freistaat Sachsen entgegenkommt. So soll die Strecke Leipzig <> Berlin weiterhin im Stundentakt bedient werden. Grube sprach sogar davon, dass der Stundentakt garantiert werde, auch wenn noch nicht alle ICE-Züge wieder einsatzfähig sind. Vermutlich werden dann, wie schon einmal, IC-Ersatzzüge eingesetzt.

Auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Frankfurt soll dann im 40/80 Minuten-Takt gefahren werden. Das bedeutet, dass z.B. Züge um 11:00, 11:40 und die nächsten Züge dann um 13:00 und 13:40 fahren.

Jedoch frage ich mich, was es nun mit den sogenannten „Technikproblemen“ aufsich hat. Gibt es nun doch keine mehr, wenn stündlich zwischen Leipzig und Berlin gefahren wird oder woher kommen die zusätzlichen Züge, die eigentlich nicht zur Verfügung stehen würden? Hat es in letzter Zeit ICE’s geregnet?

Ich hoffe sehr, dass es sich bei Grubes Aussage auch tatsächlich um die Wahrheit handelt und es nicht nur zur Beruhigung der Menschen schnell dahergesagt wurde.

Natürlich werde ich weiter am Thema dranbleiben und darüber berichten 🙂

Viele Grüße und Frohe Ostern,
– Fabi

Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof

Es ist mal wieder an der Zeit. Die Bahn stellt wieder mal die Software des elektronischen Stellwerks in Leipzig um. Dadurch ergibt sich eine Sperrung der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs bis zur Nacht von Sonntag auf Montag. In dieser Zeit gibt es zahlreiche Veränderungen bei den Zugverbindungen in der Leipziger Region. Auch die Fernverkehrsverbindungen in Richtung Berlin, Dresden, Frankfurt und München sind in der Zeit von Samstag nachmittag bis Montag um 4:30 beeinträchtigt.

Die Züge, die normalerweise bis Leipzig Hbf. fahren werden dann an anderen Bahnhöfen in Leipzig enden, von denen Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof und somit ins Stadtzentrum besteht. Endpunkte während dieser Softwareumstellung werden zum Beispiel Leipzig Messe, Leipzig Thekla und Leipzig Leutzsch sein. Die Fernverkehrszüge werden wohl über Halle (Saale) umgeleitet und aus Richtung Berlin gibt es Ersatzverkehr ab Bitterfeld. Einige andere Züge fahren aber auch mit Umleitung (und damit 60 Minuten längerer Fahrzeit) direkt bis nach Leipzig.

Eine weitere Umstellung gibt es auch auf der Strecke Hoyerswerda/Cottbus <> Taucha <> Leipzig. Wegen Bauarbeiten werden dort die Züge bis zum Herbst umgeleitet. Anstatt der direkten Verbindung von Taucha nach Leipzig (Fahrzeit ca. 20 Minuten) werden die Züge über Leipzig Messe oder Leipzig Engelsdorf umgeleitet. Die RE-Züge aus Cottbus enden in dieser Zeit in Leipzig Thekla, dort geht es dann mit Bussen weiter zum Hauptbahnhof. Betroffen davon sind die Linien MRB 115, RE 10 und RE 11.

Wenn es die Möglichkeit gibt, mit der Straßenbahn (z.B. aus Taucha) oder mit dem Bus (z.B. aus Eilenburg) nach Leipzig zu fahren, sollte man dies also eher in Betracht ziehen, als wenn man den Zug nimmt und über die Umleitungsstrecke fahren wird.

An der Grafik habe ich ungefähr versucht, die normale Strecke sowie die Umleitungsstrecke darzustellen. Quelle der Karte  ist Google Maps.

Umleitung zwischen Taucha und Leipzig Hbf. bis voraussichtlich September 2010.

Ich hoffe, der eingeplante Bauplan wird auch eingehalten. Bisher habe ich die schnelle Verbindung zwischen Taucha und Leipzig immer gern verwendet aber in Zukunft lohnt es sich nicht mehr, extra 15 Minuten zum Bahnhof zu laufen um dann noch fast eine halbe Stunde zu fahren. Zum Bus laufe ich 4 Minuten und bin auch in einer halben Stunde im Stadtzentrum 😉

Hier gibt es noch ein paar Hinweise und den geänderten Fahrplan während der Softwareumstellung im Hauptbahnhof:

– Hinweisplakat zur Softwareumstellung
– Fahrplan und Lagepläne der SEV-Bahnhöfe während der Umstellung

(beide Links verlinken auf PDF-Dokumente bei bahn.de)

Seid ihr auch von der Softwareumstellung im Leipziger Hauptbahnhof betroffen? Müsst ihr den Schienenersatzverkehr nutzen? Was habt ihr für Erfahrungen bei Baumaßnahmen der Bahn?

Bis bald und viele Grüße,
– Fabi

PS.: Der nächste Artikel wird dann sicherlich nicht wieder von der Bahn handeln 😉

DB will Fernverkehr in Leipzig einschränken

Top-Thema des Tages bei vielen Leipzigern ist ein Bericht der Leipziger Volkszeitung, in dem es um den Winterfahrplan der DB geht. Angeblich plane die Bahn, den Fernverkehr über Leipzig massiv einzuschränken.

Unter anderem wird die Strecke Berlin <> Leipzig <> München aufgeteilt. Der bisherige Stundentakt auf dieser Verbindung wird abgelöst und die Verbindung soll nur noch im 2-Stunden-Takt bedient werden. Desweiteren fahren diese Züge ab Nürnberg nicht mehr über die Schnellfahrstrecke und Ingolstadt sondern über eine langsamere Strecke und über Augsburg. Zwischen Berlin und München wird es jedoch weiterhin einen Stundentakt geben: zum einen wie bisher über Leipzig und zum anderen über Halle (Saale). Wahrscheinlich werden sich dann also die Züge Berlin <> München abwechseln und entweder über Leipzig (und die langsamere Strecke über Augsburg) oder über Halle (Saale) und die Schnellfahrstrecke über Ingolstadt fahren. Die Züge über Halle (Saale) sind somit gleich rund 50 Minuten schneller als die Züge über Leipzig.

Das ist vielleicht noch das kleinste Problem aber vor allem Berufspendler zwischen Leipzig und Berlin werden ganz schöne Probleme bekommen. Es ist noch nicht lange her, als die neue Verbindung „Leipzig <> Berlin“ ganz groß beworben wurde „Nur eine Stunde und 15 Minuten Fahrt von Leipzig nach Berlin Südkreuz“ hieß es damals. Wenn der Takt jetzt jedoch von 60 auf 120 Minuten geändert wird, werden sich sicherlich immer mehr Menschen überlegen doch lieber mit dem Auto nach Berlin zu fahren.

Außerdem sind Einschnitte auf der Strecke Dresden <> Leipzig <> Erfurt <> Frankfurt (<> Wiesbaden) geplant. Statt dem bisherigen Stundentakt werden die Züge ab Dezember in einem wechselnden 40 / 80 Minuten-Takt fahren. Soll heißen: der erste Zug fährt z.B. um 09:00 ab, der nächste Zug um 09:40, der übernächste Zug dann erst wieder um 11:00. Die Halte in Riesa, Dresden-Neustadt, Weimar und Eisenach werden außerdem nur noch alle 2 Stunden bedient. Wer einmal, vor allem an Freitagen und Sonntagen auf dieser Strecke gefahren ist, wird feststellen, dass die Züge dann schon immer sehr voll sind und man teilweise nur noch auf dem Boden Platz bekommen hat.

Begründet wird diese ganze Maßnahme durch den höheren Wartungsbedarf und die Technikprobleme der Bahn. Okay, von mir aus muss nicht jede 60 Minuten ein ICE nach Berlin fahren, aber dann könnte man wenigstens einen IC-Zug einsetzen und so trotzdem einen 60-Minuten-Takt auf der Verbindung nach Berlin einrichten.

Ich denke eher, dass es ganz andere Gründe hat. Ein ein paar Jahren wird die neue Schnellfahrstrecke von Berlin über Erfurt nach Nürnberg fertig. Sicher will die Bahn jetzt schon versuchen die Leute daran zu gewöhnen, dass diese neue Strecke prinzipiell über Halle (Saale) geführt werden soll. Damit dann der Aufschrei bei Eröffnung der Strecke nicht all zu groß wird, probiert die Bahn nun schon ab Dezember etwas aus.

Das aber „Technikprobleme“ zu Lasten des Fernverkehrs eines ganzen Bundeslandes gehen, kann ich bei weitem nicht verstehen. Schon allein wenn man Leipzig mit seinen 515.500 Einwohnern (Quelle: Wikipedia) und Halle (Saale) mit knapp der Hälfte der Einwohner gegenüberstellt sollte man erkennen können, welche Stadt den größeren Bedarf an Fernverkehrsverbindungen hat. Durch diese Maßnahme wird ebenfalls der Regionalverkehr in Sachsen beeinträchtigt da so etliche Zubringerzüge fehlen.

Ich hoffe, die Bahn überlegt sich diesen Schritt noch genau und entscheidet sich für eine Lösung für Leipzig, Sachsen und natürlich vielen Fahrgästen auf den Strecken von Leipzig nach Berlin, Dresden und Frankfurt. Sicherlich werden dann noch mehr Menschen überlegen das Flugzeug nach Frankfurt und München zu nehmen. Dort hat man seinen Sitzplatz garantiert ohne Aufpreis und mit etwas Glück zahlt man auch noch weniger als mit der Bahn. Was nützt der Bahn eine neue, tolle Schnellfahrstrecke ohne Fahrgäste in den Zügen?

Falls es nicht dazu kommen sollte, hoffe ich, dass Privatbahnen und Züge wie der Interconnex das Potential der Strecke nach Berlin erkennen und öfter Züge anbieten werden. Schon jetzt besteht eine gute Nachfrage um für ca. 20€ in nur 90 Minuten von Leipzig direkt zum Potsdamer Platz oder zum Berliner Hauptbahnhof zu fahren.

Wie steht ihr zum neuen Fahrplanentwurf der Bahn und was haltet ihr von der Bahn allgemein? Findet ihr, dass Privatbahnen der DB noch stärker Konkurrenz machen müssen? Denkt ihr wirklich, dass Technikprobleme der Grund für diese Maßnahme sind? – Ich freue mich auf eure Kommentare.

Viele Grüße von Fabi, der bald zum Asia-all-you-can-eat-Buffet gehen wird 😉