Zugfahren in Japan – Teil 1

Vor ein paar Wochen ging ein langer Traum in Erfüllung: eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne!

Ich möchte ein paar Dinge aufgreifen, die ich während der Reise interessant fand und hier im Blog davon berichten. Im ersten Teil geht es um die Nahverkehrszüge, Tickets und Unterschiede zu den Zügen in Deutschland. Jetzt denkt sich der ein oder andere vielleicht „Ist Zugfahren nicht überall gleich?“ – aber seht selbst.

Ab nach Tokyo!

Los ging die Reise mit der japanischen Eisenbahn am Flughafen Narita bei Tokyo.

Zunächst suchten wir das Reisezentrum auf – dort mussten wir unseren Japan Rail Pass (künftig „JRP“ abgekürzt) abholen. Mit dem JRP darf man eine bestimmte Zeit lang (bspw. 7 oder 14 Tage) viele der JR-Züge nutzen ohne separate Tickets kaufen zu müssen. Wichtig dabei ist, dass man den Pass vorher im Ausland kaufen muss. Bei Kauf erhält man einen Gutschein, den man dann in Japan in den eigentlichen Pass eintauscht. Wenn man den Pass dann einmal hat, funktioniert er ähnlich wie eine BahnCard 100.

Narita Express-Zug im Bahnhof Narita Airport T1

Bei der Abholung des Rail Pass haben wir außerdem Reservierungen für den nächsten Narita-Express (im JRP enthalten) nach Tokyo bekommen. Einige Züge, wie der Narita-Express, sind reservierungspflichtig. Reservierungen erhält man mit dem JRP jedoch kostenlos an JR-Fahrkartenschaltern in vielen größeren Bahnhöfen.

Bevor wir zum Narita Express kamen, mussten wir aber erstmal durch die Bahnsteigsperren. Sämtliche Bahnsteige in Japan haben Bahnsteigsperren – diese kann man mit dem JRP allerdings nicht benutzen. Da aber jede Sperre mit Personal besetzt ist, geht man zum Bahnhofspersonal und darf nach Vorzeigen des JRP den Kinderwagen-/Rollstuhlzugang neben den eigentlichen Sperren benutzen. Das ist meiner Meinung nach der einzige Nachteil am JR Pass. Da es sich beim Bahnhofspersonal auch ab und an mal staut, muss man ggf. warten bis man an der Reihe ist und kann nicht, wie der Großteil der Reisenden, in 2 Sekunden durch die Sperren laufen.

Der Narita-Express wird gerade gereinigt.

Am Bahnsteig angekommen dauerte es nicht lang bis der Narita Express einfuhr – zusteigen durften wir aber noch nicht. Ein Bahnmitarbeiter spannte ein Absperrband in der Tür auf und saugte erstmal schnell den Wagen durch und drehte anschließend alle Sitzplätze in Fahrtrichtung um – so musste niemand rückwärts fahren. Generell sind alle Züge, auch die Nahverkehrszüge, sehr sauber, ohne Graffiti, Kratzer oder andere Beschädigungen.

Die Fahrt nach Tokyo verlief pünktlich und ruhig. Während der Fahrt gibt es Durchsagen auf Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch. Auf den Bildschirmen im Zug gab es neben einer Karte mit dem Streckenverlauf auch Nachrichten und den Wetterbericht – natürlich ohne Tonspur aber mit Untertiteln. Generell ist es in den japanischen Zügen ausgesprochen leise. Wenn die Japaner telefonieren müssen, gehen sie ans Ende der Wagen in die Türbereiche – eine Sitte, die in Deutschland leider zunehmend aus der Mode gerät…

Der Narita-Express (Green Class / 1. Klasse) von Innen

Viele Betreiber…

In Tokyo selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten voran zu kommen. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass es in Japan keine Verkehrsverbünde gibt, so wie man es in Deutschland kennt. Selbst die U-Bahn in Tokyo wird von zwei verschiedenen Firmen betrieben, dazu kommen die Busse und viele Eisenbahnlinien von privaten Bahngesellschaften.

Sehr interessant ist, dass die U-Bahn-Strecken, anders als in Deutschland, keine separaten U-Bahn-Strecken sind sondern mit „richtigen“ Eisenbahnstrecken verknüpft werden. Ein Beispiel dafür ist die Fukutoshin-Linie, die von Tokyo Metro betrieben wird. Am Endbahnhof Shibuya können die Züge direkt weiter auf der Toyoko-Linie der privaten Tokyu-Eisenbahngesellschaft bis bspw. nach Yokohama fahren.

Ein Nahverkehrszug in Ikebukuro

Mitunter sind sogar mehrere Bahnstrecken miteinander verknüpft – z.B. könnte ein Zug von Yokohama aus auf der Toyoko-Linie (Betreiber: Tokyu) bis nach Shibuya fahren. Dort wechselt er auf die Fukutoshin-Linie der Tokyo Metro und fährt weiter nach Ikebukuro. Von dort aus kann der Zug dann weiter auf der Tobu-Tojo-Linie (Betreiber: Tobu Tetsudo) bis nach Shinrinkoen fahren. So würde ein Zug insgesamt auf drei verschiedenen Netzen von drei verschiedenen Betreibern unterwegs sein und als unkundiger Mitfahrer würde man den Betreiberwechsel unter Umständen gar nicht mitbekommen.

Die Züge sind immer entsprechend der Linie beschildert, auf der sie gerade fahren, jedoch bleibt das „Endziel“ gleich. So ist der Zug auf dem Abschnitt Shibuya – Ikebukuro bspw. als Fukutoshin-Line-Zug, jedoch mit Ziel „Shinrinkoen“ beschildert.

Viele Tickets…

Für die Fahrgäste ist es ganz praktisch, jedoch ist die tarifliche Handhabung etwas ungewohnt – wo wir schon beim nächsten Punkt angekommen wären. Prinzipiell gilt in Japan ein entfernungsbasierter Tarif. Da es keinen Verkehrsverbund gibt, muss auch bei jedem Wechsel von einer Linie eines Betreibers auf die eines anderen Betreibers erneut gezahlt werden.

Ein Tagesticket für Tokyo Metro & Toei Subway auf einer PASMO-Karte

Selbst wenn man, wie im o.g. Beispiel, gar nicht umsteigen muss, möchte trotzdem jeder der Betreiber seinen Anteil an den Fahrtkosten abhaben.

Beim Fahrkartenkauf eines regulären Tickets hängen über den Fahrkartenautomaten Linienpläne, auf denen die Fahrpreise bis zur Zielstation angegeben sind. Am Automaten wählt man dann nur den entsprechenden Wert (bspw. 230¥) aus, nimmt das Ticket und steckt es in die Sperre. Beim Verlassen des Zielbahnhofs wird genau so vorgegangen. Sollte man versehentlich zu wenig bezahlt haben, öffnet die Sperre nicht und die Japaner gehen ganz selbstverständlich zu einem „Fare Adjustment“-Automaten, die ähnlich wie die Ticketautomaten funktionieren. Dort stecken sie ihr Ticket ein, bezahlen den Differenzbetrag und können anschließend die Schranken öffnen. Das ist auch sehr praktisch falls man den genauen Betrag zum Zielbahnhof nicht kennt oder er nicht ausgewiesen ist – man bezahlt einen Pauschalbetrag und zahlt die Differenz am Ziel nach.

Beim Umsteigen zwischen verschiedenen Betreibern gibt es kleine Rabatte, jedoch ist eine Fahrt über bspw. 5 km Distanz bei einem Betreiber immer noch günstiger als wenn man bspw. nach 2,5 km auf einen anderen Betreiber umsteigt.

Für Touristen und Vielfahrer gibt es zudem auch entsprechende Tagestickets.

Bei der U-Bahn Toyko kann man bspw. zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Tagesticket Tokyo Metro (Betreiber 1) = 600 ¥
  • Tagesticket Toei Subway (Betreiber 2) = 700 ¥
  • Tagesticket Tokyo Metro + Toei Subway (Betreiber 1+2) = 900 ¥
  • Tagesticket „Tokyo Combination“ (beide U-Bahn-Betreiber, Busse, Straßenbahn, JR-Züge) = 1.590 ¥

Eine Bahnsteigtür im Bahnhof Ueno – mit Pandas, da die Pandas im nahegelegenen Ueno-Zoo die Publikumslieblinge sind.

Für uns war das Tokyo Metro + Toei Subway-Tagesticket am praktischsten, da die JR-Züge durch den JRP abgedeckt waren und wir keine Busse brauchten. Die Straßenbahn (es gibt nur eine Linie) benutzten wir ebenfalls nicht.

Zusätzlich zu den genannten Tickets gibt es auch noch Tageskarten, die sich speziell an ausländische Besucher richten. Diese sind ein paar Yen günstiger, können aber auch nur an bestimmten Bahnhöfen oder an den Flughäfen gekauft werden.

Insgesamt sieht man, dass es schon ziemlich schwierig sein kann, das richtige Ticket auszuwählen. Als Tourist sollte man sich daher vorab informieren, auf welchen Linien welches Betreibers man unterwegs sein wird und das Ticket dementsprechend aussuchen.

Keine Lust, ewig nach dem richtigen Fahrpreis zu recherchieren?

Deutlich einfacher ist die Nutzung einer IC-Karte. Diese Karten werden mit einem Guthaben oder einer Zeitkarte aufgeladen, kurz an die Sperre gehalten und das Guthaben wird automatisch abgezogen. Die Karte kostet einmalig 500 ¥ Pfand, das man bei der Rückgabe inkl. eventuell vorhandenem Restguthaben zurückerstattet bekommt.

Ein Yamanote-Line Zug in Tokyo

In Tokyo gibt es verschiedene Kartentypen – von Tokyo Metro und Toei Subway werden „PASMO“-Karten ausgegeben, von JR „Suica“-Karten. Jedoch ist der Name der einzige Unterschied – technisch sind die Karten innerhalb Japans komplett kompatibel. So kann man mit einer „PASMO“-Karte aus Tokyo bspw. auch die U-Bahn in Kyoto oder Osaka benutzen.

Wenn man eine Tageskarte oder eine andere Zeitkarte auf die Karte lädt, wird die Karte zusätzlich bedruckt. Bevor man nach Ablauf der einen Zeitkarte eine zweite Zeitkarte auf die IC-Karte laden möchte, muss man den Aufdruck vorher vom Bahnhofspersonal löschen lassen!

Sehr praktisch ist zudem, dass man mit den IC-Karten auch an diversen Getränkeautomaten oder in Minimärkten wie 7-Eleven oder Family Mart bezahlen kann, die es quasi an jeder zweiten Straßenecke gibt. Das ist eine gute Möglichkeit, um am Ende einer Reise noch Restguthaben zu verbrauchen. Reicht das Restguthaben nicht für den kompletten Einkauf aus zahlt man die Differenz einfach bar nach.

Pendler in der Tokyo Metro

Welcher Zug ist der Richtige?

Neben den U-Bahnen gibt es in Tokyo, wie schon erwähnt, diverse JR- und Privatlinien. Anders als bei uns haben die Linien keine Nummern sondern Namen. Für Touristen, denen die japanische Aussprache zu kompliziert ist, haben die Linien in den Großstädten zudem auch noch Buchstabenabkürzungen. Die Abkürzung für die Yamanote-Linie (Betreiber: JR) ist bspw. „JY“. Auch die Stationen haben neben ihrem Namen noch eine Zahlenkombination, damit sich Touristen besser orientieren können. Der Bahnhof Shinagawa auf der Yamanote-Linie trägt so bspw. das Kürzel JY25. Diese Kürzel werden auch in den Ansagen und auf den Anzeigen verwendet.

Ein Zug der Chuo-Line im Bahnhof Shinjuku

Beim Umsteigen sollte man beachten, dass teilweise lange Wege zwischen den einzelnen Bahnsteigen liegen – 500 m und mehr sind keine Seltenheit – vor allem dann nicht, wenn man zwischen verschiedenen Betreibern umsteigt. Allerdings sind die Beschilderungen sehr vorbildlich und man findet den Weg zum richtigen Bahnsteig ziemlich leicht. Auf vielen Schildern sind auch die Entfernungsangaben angegeben.

Auf vielen Linien gibt es unterschiedliche Bedienfrequenzen, die man am besten mit den „Regionalbahnen“ und „RegionalExpress“-Zügen in Deutschland vergleichen kann. Die Bedienfrequenzen und Bezeichnungen können allerdings auch je nach Linie und Betreiber unterschiedlich sein.

Grundsätzlich halten die „Local“-Züge an allen Stationen.

Daneben gibt es schnellere Züge, die Stationen unterwegs überspringen und nur an größeren Bahnhöfen halten. Diese heißen beispielsweise „Semi-Express“, „Express“, „Rapid“, „Rapid-Exress“, „Homeliner“, … Das sind alles Nahverkehrszüge, die im Prinzip mit jedem Fahrschein genutzt werden können.

Nachdem man den richtigen Zug gefunden hat, geht es nun ans Einsteigen.

In Japan stellt man sich zum Einsteigen in Reihen auf!

Auf sämtlichen Bahnsteigen finden sich Markierungen, auf denen man erkennen kann, welcher Wagen wo hält und wo sich die Türen befindet. Zusätzlich ist angegeben, ob man sich in 1er-, 2er-, 3er-Reihen usw. aufstellen soll. Die Züge halten punktgenau an den Markierungen an.

Falls unterschiedliche Zugtypen an einem Bahnsteig halten, ist an den Anzeigen oftmals angegeben an welchen Markierungen man sich anstellen soll. Wenn neben dem zunächst einfahrenden Zug bspw. ein Dreieck angezeigt wird, soll man sich an den Markierungen mit Dreieck-Symbol anstellen. Das System funktioniert erstaunlich gut, nur die Touristen brauchen eine Weile um sich daran zu gewöhnen.

Pendler in der Tokyo Metro

Wenn der Zug eingefahren ist, steigen die Fahrgäste in der Mitte aus während von rechts und/oder links gleichzeitig Fahrgäste in den Zug steigen können. So ist der Fahrgastfluss effizient und dauert nicht zu lange. Zu Stoßzeiten stehen zudem die bekannten, mit weißen Handschuhen ausgestatteten, „Fahrgastschieber“ zur Stelle, die notfalls etwas stopfen damit die Türen schließen können.

Ein weiterer Unterschied im Vergleich zu Europa sind die Abfertigungsmelodien.

Sobald sich die Türen öffnen ertönt eine Melodie. Diese Melodie kann sich je nach Linie und Station unterscheiden, so dass eingeübte Pendler anhand der Melodie erkennen an welcher Station sie gerade sind und auf welcher Linie sie fahren. Während die Melodie spielt sollen die Fahrgäste ein- und aussteigen. Sobald die Melodie aufhört ist der Fahrgastwechsel beendet, der Zug ist abfahrtbereit und die Türen schließen in Kürze.

Orientierung im Zug

Im Zug selbst findet man sich recht gut zurecht – die Ansagen erfolgen in Japanisch und Englisch. Zusätzlich gibt es in vielen Zügen Bildschirme, auf denen nicht nur die nächste Station und der Fahrtverlauf sondern auch die Lage der Rolltreppen, die kürzesten Wege zu den jeweiligen Ausgängen und Umsteigemöglichkeiten angezeigt werden. Erstaunlicherweise habe ich während der gesamten Zeit keinerlei defekte Anzeige, defekte Tür oder Ähnliches beobachten können. Da sieht man, dass die japanischen Bahngesellschaften sehr viel Wert auf ihre Züge legen.

Anzeige in der Yamanote-Linie – Lageplan des Bahnhofs Shibuya

Anzeige in der Yamanote-Linie – nächster Halt: Shibuya

Im nächsten Teil geht es weiter und ich berichte über den Shinkansen

Viele Grüße
Fabian

Großer Vogel über großer Stadt – der A380 zu Gast in Leipzig

Auch bei Deutschlands größter Fluggesellschaft müssen Piloten regelmäßig üben, damit sie ihre Passagiere sicher in die Luft und wieder nach unten bekommen – dies stellten am letzten Samstag auch viele Leipziger fest. Über dem Norden der Stadt konnte man einen seltenen Gast am Himmel erkennen: der Airbus A380 war da.

Im Rahmen von Trainingsflügen der Lufthansa drehte der Airbus D-AIMC, der auf den Namen der chinesischen Hauptstadt Peking getauft wurde, zwischen 12 und 16 Uhr einige Runden. Da Start- und Landegebühren auch auf dem Leipziger Flughafen nicht geschenkt sind, startete der A380 kurz vor dem Aufsetzen durch und war sozusagen ununterbrochen in der Luft – somit ergab sich die ideale Gelegenheit für ein paar Fotos, die ich natürlich niemandem vorenthalten möchte.

Die Fotos findet ihr in einem Album auf meinem Flickr-Account unter: https://www.flickr.com/photos/fabi-de/sets/72157635660884015/

A380 5
Viel Spaß beim Anschauen wünscht
– Fabian

Liebe Leipziger Verkehrsbetriebe!

… nach meinen letzten Erlebnissen in euren Verkehrsmitteln habe ich mich dazu entschlossen, einmal eine andere Form zur Kontaktaufnahme zu wählen und schreibe euch deshalb diesen Brief.

In letzter Zeit fühle ich mich als Fahrgast in euren Verkehrsmitteln einfach nicht mehr wohl und komme mir als Kunde immer mehr wie das letzte Rad an Bahn oder Bus vor. Natürlich ist es für euch nicht einfach und auch schlichtweg nicht möglich für jeden Fahrgast immer und überall da zu sein aber in der heutigen Zeit (und bei den heutigen Ticketpreisen) erwartet man als Fahrgast mehr, als nur mehr oder weniger schnell von A über B nach C gebracht zu werden.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ihr euch in den letzten Jahren schon um einiges verbessert habt – dies betrifft vor allem die Fahrgastinformation. Seitdem es euer Social Media Team auf Facebook und Twitter gibt, hat man wenigstens das Gefühl, einen „festen“ Ansprechpartner zu haben, der die Kommentare der Fahrgäste / Internetnutzer ernst nimmt und versucht darauf einzugehen – die beiden Kolleginnen machen das echt super und verdienen mein Lob, denn ihr Job ist sicherlich nicht immer einfach und ab und an auch ziemlich ärgerlich.

Jedoch ist es nicht unbedingt zielführend, wenn man Lob, Kritik und sonstige Anmerkungen einkippt und nie das Gefühl hat, dass sich wirklich etwas ändert. Es ist ungefähr so, als ob ich das Unkraut jedes Mal nur an der Oberfläche abschneide, anstatt es gleich mit der Wurzel zu entfernen. Daraufhin folgt, dass man sich wundert, weshalb das Unkraut immer wieder auftaucht, obwohl man doch scheinbar etwas dagegen unternahm.

Meist ist es einfach ärgerlich, wenn man sich auf euren Fahrplan nicht verlassen kann. Natürlich gibt es viele Faktoren, die zu Verspätungen führen können – dazu gehören Falschparker, Baustellen, überfüllte Straßen und viel mehr. Das weiß man als Fahrgast zwar aber es ist nicht erfüllend, wenn man jedes Mal rätseln muss, wann die Bahn fährt / ob sie schon fuhr und wann man an sein Ziel kommt. Gerade im Berufsverkehr merkt man sehr oft, dass Verspätungen auftauchen, die nicht immer wieder eingeholt werden können – aber wozu gibt es einen Fahrplan, wenn man ihn sowieso nicht gebrauchen kann?

Nehmt euch doch ein Beispiel an anderen Städten – da ist es zum Beispiel üblich, dass während des Berufsverkehrs nur der Takt angegeben wird, in dem die Bahnen oder Busse fahren. So weiß man als Fahrgast, wie lange man ungefähr auf die nächste Fahrt warten muss, aber ärgert sich nicht, falls die Bahn mal eine Minute später kommt oder eine Minute eher abfährt. Natürlich funktioniert dies nur auf Streckenabschnitten die einigermaßen dicht befahren sind – zum Beispiel in der Karl-Liebtknecht-Straße oder in der Eisenbahnstraße – wenn nur alle 20 Minuten ein Bus oder eine Bahn fährt sind Fahrgäste über „fixe“ Abfahrtszeiten dankbarer. Es liegt an euch, einen guten Mittelweg zu finden und die Sache umzusetzen – falls ihr es in Erwägung zieht.

Ein weiterer Punkt, der mir immer wieder bitter aufstößt, ist das „Gemuffel“ eurer Fahrer – vor allem im Bus. Ich möchte keinesfalls alle Fahrer über einen Kamm scheren, da es auch sehr positive Ausnahmen gibt, aber in der Regel kommt man sich als Fahrgast im Bus nicht wirklich willkommen vor. Vielleicht bin ich aus anderen Städten, wie z.B. London, verwöhnt – denn dort wird auf ein freundliches „Good Morning!“ oder „Thank you!“ (beim Verlassen des Busses) genau so freundlich reagiert. Hier in Leipzig werden die Fahrgäste beim Einsteigen teilweise nicht mal angesehen (was auch die Fahrscheinprüfung unnötig macht) und auf ein „Guten Morgen“ oder „Guten Abend“ folgt in den meisten Fällen höchstens ein „Mrrhhn“ oder „Mmmhnd“. Wenn mir dies in einer Woche 3-4x passiert, ist es kein Wunder, dass man beim 5. oder 6. Mal auch keine Lust mehr hat, gegen eine scheinbare Wand zu sprechen.

Wenn es dann noch passiert, dass ein Fahrer während eines 5-minütigen Aufenthalts an einer Haltestelle den Motor laufen lassen muss (während er nicht mal im Bus ist, sondern weiter weg mit Kollegen plauscht (mir juckt es schon in den Fingern, bei so einer Gelegenheit selbst mal zu fahren ;-)), ihr aber andererseits jedes Jahr erneut von „gestiegenen Energiekosten“ sprecht und die Fahrpreise erhöht, kommt man sich als Fahrgast erst recht verarscht vor. Mittlerweile ist es Standard, dass man in der Fahrschule „vorausschauendes“ und „umweltschonendes Fahren“ lernt – vielleicht wäre ein kleiner Auffrischungskurs bei euren Fahrern keine schlechte Idee.

In den letzten Jahren hat sich zwar vieles verbessert, aber wie ihr seht, gibt es noch genügend offene Baustellen, die sich nicht auf defekte Gleise oder Fahrzeuge beziehen. Redet einfach mit euren Fahrgästen – wie wäre es zum Beispiel mit einer  Zufriedenheitsumfrage bei langjährigen Abokunden? Als zahlender Kunde finde ich es wichtig, wertgeschätzt und angehört zu werden. Wenn man dann noch merkt, dass Feedback vielleicht sogar umgesetzt wird, ist das Ziel von wirklich gutem Service nicht weit entfernt. Falls allerdings bei den Kunden das Gefühl entsteht, dass einfach nur eine Monopolstellung ausgenutzt wird und man auch gern ohne Kunden durch die Gegend fahren würde, ist das ein Schritt in die falsche Richtung.

Gibt es eigentlich jemanden bei euch, der zur Hauptaufgabe hat, „Innovationen“ zu suchen und das Netz benutzerfreundlicher zu machen? In einer ruhigen Minute hätte ich bestimmt noch den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag.

Viele Grüße,
– ein Kunde, der die Hoffnung auf ein wirklich gutes Angebot noch nicht ganz aufgab.

[Anmerkung: Ich werde den LVB diesen Brief in den nächsten Tagen auch noch einmal schriftlich zukommen lassen und bin sehr auf die Antwort gespannt.]

London 2012

Es war heiß – mindestens genau so heiß wie in Deutschland Mitte August. Allerdings befand ich mich ein paar hundert Kilometer weiter westlich. In der Zeit zwischen den olympischen und paralympischen Spielen habe ich die Gelegenheit genutzt und habe der britischen Hauptstadt einen erneuten Besuch abgestattet, um mir auch mal ein paar Dinge abseits der klassischen Hotspots, wie den Houses of Parliament und dem Piccadilly Circus, anzuschauen. Obwohl ich ganze 4 volle Tage in dieser schönen Stadt verbringen konnte, wurde wieder nur ein Teil meiner Pläne umgesetzt – mit dem Endergebnis bin ich jedoch mehr als zufrieden. Damit der Artikel möglichst lange aktuell und interessant bleibt, verzichte ich auf Angabe von Eintrittspreisen und Öffnungszeiten und verlinke, falls vorhanden, stattdessen auf die (offiziellen) Websites der entsprechenden Punkte, wo ihr euch selbst informieren könnt.

IMG_3530 Los geht es mit einem Tipp für Naturfreunde. Die Royal Botanic Gardens (Kew Gardens) befinden sich im Südwesten der Stadt und sind recht einfach mit der District Line und London Overground (Station „Kew Gardens“) erreichbar. Man sieht dort Pflanzen aus verschiedensten Klimazonen, die man sonst in Europa nirgends findet. Besonders beeindruckend sind die Gewächshäuser aus der viktorianischen Zeit und das „Princess of Wales Conservatory“. Dieses Haus beinhaltet Pflanzen aus vielen verschiedenen Klimazonen – angefangen von der Wüste bis hin zum tropischen Regenwald. Aber auch außerhalb der Gewächshäuser gibt es viel zu sehen – einen Steingarten, einen Weg durch Baumkronen, einen Bambusgarten, eine „echte“ asiatische Pagode, riesige Bäume und viele weitere beeindruckende Pflanzen. Um wirklich alles sehen zu können, sollte man aber auch mindestens 4-6 Stunden einplanen und Schuhe anziehen, in denen man gut laufen kann.

IMG_3716 Wer eher daran interessiert ist, das Verkehrssystem von London näher kennenzulernen oder sich allgemein für Personenverkehr interessiert, dem lege ich das London Transport Museum nahe. Dort kann man nicht nur Londons ältesten Bus, einige (teils begehbare) Modelle von U-Bahnen und Straßenbahnen ansehen sondern auch selbst eine U-Bahn im Simulator steuern oder auf einem Busfahrersitz Platz nehmen. Daneben gibt es weitere Informationstafeln und Anschauungsobjekte zum Londoner Nahverkehr, einen Exkurs ins Design der Netzpläne und Beschilderungen sowie auch für Kinder Möglichkeiten, den Nahverkehr besser kennenzulernen. Für einen Besuch sollte man ungefähr 2 Stunden einplanen – danach kann man noch im Museumsladen Souvenirs einkaufen gehen. Das Museum ist sehr zentral direkt in „Covent Garden“ gelegen und kann mit der Piccadilly Line über selbige Station oder über die Station „Leicester Square“ erreicht werden.

IMG_3506 Für alle Schokoladenfreunde mit viel Geld lohnt sich ein Besuch im „M&M’s World„-Laden. Direkt am Leicester Square (Piccadilly Line, Northern Line) kann man dort über 4 Etagen quasi alles kaufen, was mit M&M’s zu tun hat. Es geht von M&M-Schlafanzügen über Frühstücksschüsseln und Plüsch“tieren“ vorbei an Notizblöcken zu M&M’s in allen möglichen Farben und „Geschmacksrichtungen“. Ein Besuch lohnt sich schon wegen der lebensgroßen M&M-Figuren, die überall im Laden verteilt sind. Wer sich „nur“ M&M’s zum Essen kaufen möchte, sollte dies aufgrund der hohen Preise lieber im Supermarkt tun. Durch die vielen Touristen wird es schnell voll, allerdings gibt es eine Menge zu sehen und natürlich auch zu kaufen.

Als letzten Tipp kann ich nur empfehlen: nehmt euch Zeit und lasst die Stadt auf euch wirken! Es gibt wahnsinnig viel zu sehen und jeder Tag sieht etwas anders aus – egal, ob man beim Frühstück sitzt und die Leute draußen beobachtet oder einem Musiker bei einem spontanen Auftritt zusieht. Setzt euch auch einfach mal in einen der Doppelstockbusse und genießt die Aussicht bei einer Fahrt durch die Stadt. Gerade in der Innenstadt gibt es oft Plätze oben in den vorderen Reihen und man sieht die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive, als wenn man nur durchläuft oder die U-Bahn nimmt. Deshalb zum Abschluss noch ein kleines Video von so einer Busfahrt.

Viele weitere Bilder der Reise findet ihr, wie immer, bei Flickr.
Wenn ihr Tipps habt und eure Lieblingsplätze in London teilen wollt, nutzt bitte die Kommentarfunktion 🙂

Cheers,
– Fabian. 

City-Tunnel Leipzig – So sieht’s aus

Nachdem ich das Glück hatte und zwei Tickets für eine Besichtigungsfahrt durch den City-Tunnel Leipzig gewann, wagte ich mich heute in den Leipziger Untergrund.

Los ging’s am Leipziger Hauptbahnhof – nachdem die Tickets kontrolliert wurden, konnte man es sich vor dem Abstieg kurz gemütlich machen und einen Imagefilm zum Tunnel ansehen sowie etwas Informationsmaterial absahnen. Es wurden anschließend schicke DB-Warnwesten und Helme ausgeteilt, um dann auch sicher den Abstieg in die neue S-Bahnstation Hauptbahnhof beginnen zu können.

IMG_3173 Unten war etwas Zeit für Fotos und dann kam auch schon der Zug. Extra für die Rundfahrten wurden hier einige Transportwagen mit Bänken ausgestattet, so dass man es einigermaßen bequem hatte. Jeder Wagen verfügte auch über einige Lautsprecher, über die man einen Audiokommentar hören konnte – allerdings nur in der Theorie. In der Praxis waren die „Loks“ und die Fahrgeräusche so laut, dass man kaum etwas verstand.

Die Fahrt führte dann non-stop durch den Tunnel über die Stationen „Markt“, „Wilhelm-Leuschner-Platz“ zur Station „Bayerischer Bahnhof“ und wieder zurück zum Hauptbahnhof.

Man konnte gut sehen, dass der Innenausbau der Stationen schon sehr weit fortgeschritten war und nur noch einige Handgriffe notwendig sind, bis der Tunnel nächstes Jahr in Betrieb gehen kann. Geplant ist, dass der Tunnel nach seiner Eröffnung am 15. Dezember 2013 von 6 neuen S-Bahn-Linien bedient wird und auf der Stammstrecke jede 5 Minuten eine S-Bahn fährt.

IMG_3126 Was mich jedoch etwas „schockiert“ hat war, dass zwischen Bayrischem Bahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz schon wieder die ersten Graffitis in den Tunnelröhren zu finden waren – normalerweise geht man ja durchaus davon aus, dass so eine große Baustelle ordentlich gesichert ist, und so was deshalb nicht passiert. Später wird man die Graffitis während der Zugfahrt aber vermutlich sowieso nicht sehen können.

Ich bin gespannt, ob das Konzept der S-Bahn Mitteldeutschland aufgeht und wie der Tunnel nach der Eröffnung von den Leipzigern und den Anwohnern aus der Region angenommen wird.

Insgesamt war die Besichtigung gut organisiert, jedoch wäre es sicherlich noch informativer gewesen, wenn man den Audiokommentar vor die Fahrt gelegt hätte, so dass man im Infobereich etwas mehr als das vorgefertigte Video geliefert bekommen hätte. Während der Fahrt konnte man sowieso nichts hören und war auch schon genug damit beschäftigt Fotos zu machen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Alle Fotos, die ich während der Fahrt machen konnte, findet ihr wie immer bei Flickr.

Einen schönen Sonntag noch und einen guten Start in die neue Woche,
– Fabian. 

Unterwegs in der Tschechischen Republik: Prag

Wenn man schon mal gutes Wetter hat, dann sollte dieses auch genutzt werden. Das dachte ich mir auch letzten Montag, an dem ich wieder in Europa unterwegs war. Dieses Mal ging es in die Hauptstadt der Tschechischen Republik: Prag.

Los ging es ziemlich früh am morgen, genauer gesagt um 6:51 am Leipziger Hauptbahnhof. Dort fährt um diese Zeit ein aus Zürich kommender Nachtzug in Richtung Praha hlavni nadrazi (Prag Hbf.) ab. Auf dem Weg von Zürich nach Prag werden in Fulda normale IC-Reisezugwagen angehangen, die man zum normalen Schnellzugtarif und ohne Reservierung nutzen kann. Die Strecke führte über Dresden, durch die Sächsische Schweiz und entlang von Elbe und Moldau in die „goldene Stadt“, wo ich nach ca. 3,5 Stunden ankam.

Vom Prager Hauptbahnhof, der teilweise eher an einen Flughafen erinnert, ging es auch schon direkt zum Wenzelsplatz. Dort habe ich dann schon zum ersten Mal bemerkt, dass Prag anders als Breslau ist. Es sind viel mehr Touristen unterwegs und auch die Preise haben sich gewaschen. Das fing schon beim Starbucks an. Da ich ja die Starbucks City Mugs sammle, musste natürlich auch in Prag zugeschlagen werden. Im Vergleich zu Deutschland waren die Tassen da 5€ teurer und auch die Getränkepreise waren etwas höher als bei uns.

Am Wenzelsplatz sind wir bergab durch einige Gassen zum Altstädter Ring gelaufen. Teilweise war es sehr schwierig, dort vorwärts zu kommen, weil überall Touristenführer mit Regenschirmen und Reisegruppen im Schlepptau den Weg versperrt haben. Was mir an der Innenstadt außerdem besonders auffiel, war das hohe Polizeiaufgebot. Fast überall waren Polizeiautos und Polizisten zu sehen. Ob dies generell immer so ist oder nur aufgrund der Anschläge in Norwegen der Fall ist, kann ich allerdings nicht sagen.

An der Moldau angekommen, ging es dann zum nächsten Touristen-Highlight: der Karlsbrücke. Auf der Brücke gab es viele verschiedene Stände, an denen Schmuck oder Bilder angeboten wurden. Außerdem nutzten einige Straßenkünstler den starken Publikumsverkehr auf der Brücke um etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Am anderen Ufer der Moldau gab es im amerikanischen Spezialitätenrestaurant zum goldenen „M“ etwas zu Essen und dann ging es auch schon wieder zurück in die Innenstadt.

Dort ging es am Hardrock Café Prag vorbei zum Platz der Republik. Dort befinden sich der alte Pulverturm, das Gemeindehaus und ein großes Einkaufszentrum mit vielen, auch aus Deutschland bekannten, Geschäften wie „dm“, „Deichmann“, „H&M“, „New Yorker“ und „Puma“. Dort habe ich dann ein zweites Mal festgestellt, dass die Preise in Prag sehr gut mit den Preisen in Deutschland auf einer Höhe stehen oder die deutschen Preise sogar noch überbieten. Wer also billig einkaufen möchte, sollte nicht nach Prag fahren.

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Zug nach Hause fuhr, haben wir den Prager Untergrund erkundet und sind mit der U-Bahn gefahren. Eine besondere Attraktion sind schon die sehr schnellen und steilen Rolltreppen in den Bahnhöfen. Da ist gekonntes Auf- und Absteigen sehr wichtig, wenn man nicht unbedingt den Boden abklopfen möchte. Eigentlich dachte ich ja, dass man sich noch den Karlsplatz anschauen könnte. Dummerweise habe ich dann erst vor Ort erfahren, dass der ehemalige Karlsplatz nur noch ein Park ist und es sonst nicht viel zu sehen gibt. Prager Metro

Auf dem Rückweg zum Bahnhof ging es dann noch ein mal durch die Innenstadt und am Wenzelsplatz und dem Nationalmuseum vorbei. Da es in Prag auch Ableger des britischen Supermarktes TESCO gibt, wollte ich dort auch noch ein mal rein schauen. In England ist mir Tesco durchweg positiv aufgefallen und vor allem die vielen verschiedenen Sandwiches waren empfehlenswert. Leider habe ich in Prag anscheinend die falsche Filiale erwischt und man konnte es nur mit einem sehr schlechten Aldi vergleichen.

Anschließend ging es zurück zum Bahnhof, wo um ca. 18:30 der Zug zurück nach Leipzig fuhr. Auch diesmal war es wieder ein Nachtzug mit IC-Sitzwagen, wobei man sehr gut aufpassen muss, in welchen Wagen man einsteigt. In Dresden wird der Zug in Abschnitte nach Amsterdam über Berlin und Zürich über Leipzig und Erfurt geteilt. Sollte man sich also im falschen Wagen befinden, findet man sich unter Umständen schnell in einer anderen Stadt wieder.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag und Prag ist eine wirklich sehenswerte Stadt. Wem es allerdings nur ums einkaufen geht, der sollte lieber eine andere Stadt besuchen.

Noch mehr Fotos findet ihr wie immer bei Flickr (hier klicken). Viel Spaß beim Anschauen!

Unterwegs in Polen: Wroclaw

Hey du! Frei nach dem Motto: „Man sollte immer mal etwas Neues sehen“, habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Da es Anfang des Jahres bereits in den westlichen Teil Europas ging, wurde diesmal die entgegengesetzte Richtung gewählt: es ging nach Polen.

Die Idee nach Polen zu fahren, ist eigentlich ziemlich zufällig gekommen. Bei meinen Streifzügen durch das Internet habe ich gelesen, dass es eine Direktverbindung von Dresden nach Wroclaw (Breslau) gibt und dachte mir, dass dies ja durchaus interessant klingt. Daraufhin wurden sich bei Wikipedia und Google Infos über die Stadt rausgesucht, bei der Bahn nach Tickets gesucht und gestern war es so weit.

Der Tag ging schon sehr zeitig los. Um 5:30 Uhr hieß es „Aufstehen!“ und kurz nach 6 saß die Familie im Auto nach Dresden. Dort waren wir eine knappe Stunde später, um den ersten Zug um 7:30 Uhr noch zu erwischen. Nach Wroclaw fährt der RE 100 mit klimatisierten Dieseltriebwagen. Es ging pünktlich los, nur die Klimaanlage war so eingestellt, dass man einen Hauch von Gefrierschrankgefühl während der Fahrt hatte.

Wenn man sparen will, kann man sich übrigens das Dresden <> Wroclaw-Spezial am DB-Automaten, auf der Angebotsseite oder im Reisezentrum kaufen. Für 79€ kann man so mit bis zu 5 Personen innerhalb von 3 Tagen hin- und zurück fahren. Dies ist deutlich günstiger, als der Preis, der auf der normalen Fahrplanauskunftsseite angezeigt wird. Rynek

Eine knappe Stunde später kamen wir in Görlitz an, wo sich das DB-Personal verabschiedete und die Kollegen der polnischen Bahn übernahmen. Die Uniformen der polnischen Zugbegleiter sind übrigens im Vergleich zu den Kollegen in Deutschland sehr einfach gehalten. Falls man selbst eine nachbauen möchte, braucht man nur ein weißes Hemd, eine dunkelblaue Stoffhose und ein blaues Schlüsselband, an dem eine Karte mit seinem Foto hängt.

Bis Görlitz war der Zug noch ziemlich leer. Erst auf dem polnischen Abschnitt wurde das Angebot gut ausgenutzt. Mit Zwischenhalt in Zgorzelec, Zgorzelec Miasto, Węgliniec, Bolesławiec und Legnica kamen wir dann um ca. 10:45 in Wroclaw Glowny an. Der Bahnhof wird dort gerade umgebaut, weshalb die Umgebung eher wenig einladend wirkt. Es ist ziemlich eng, es waren sehr viele Menschen da und insgesamt erinnerte das Treiben dort eher an einen türkischen Basar anstatt an Polen.

Durch die Bauarbeiten haben wir uns dann einen Weg in Richtung Innenstadt gebahnt. Insgesamt scheint die Gegend rund um den Bahnhof noch etwas heruntergekommen zu sein und bei vielen Häusern denkt man, die Zeit wäre vor 20 Jahren stehen stehen geblieben. Wenn der Bahnhof fertig gestellt wird, werden aber sicherlich auch die umliegenden Häuser davon profitieren.

Ins Stadtzentrum wollten wir dann mit der Straßenbahn fahren, allerdings weigerte sich der Fahrkartenautomat unsere deutschen EC- bzw. Kreditkarten anzunehmen, weshalb es dann doch zu Fuß in die Innenstadt ging. Weit war der Weg allerdings nicht – man benötigt ungefähr 15 – 20 Minuten.

Je näher wir kamen, desto schöner wurde auch die Umgebung. Unter anderem kamen wir an einem größeren Park vorbei, der sehr schön und einladend gestaltet war. Solche Grünflächen wünscht man sich in Deutschland auch.

Starbucks Wroclaw Rynek Das Zentrum selbst kann locker mit westeuropäischen Städten mithalten oder diese sogar übertrumpfen. Man fand die üblichen Geschäfte wie H&M, KFC, Zara, C&A und sehr viele alte Häuser, die schön renoviert und mit kräftigen Farben angestrichen wurden. Sehr interessant ist auch das Breslauer Rathaus, das quasi das Zentrum der Innenstadt bildet. Um das Rathaus herum ist der sogenannte Rynek (Ring), an dem auch viele der alten Häuser stehen. Dort findet man auch Starbucks, Pizza Hut und andere Restaurants. Gerade Starbucks kam bei uns ziemlich gut an und meine City Mug-Sammlung freut sich über einen Neuzugang.

Insgesamt machte die Innenstadt auf mich einen sehr sauberen und schönen Eindruck und ich bin ziemlich sicher, dass es sich lohnen würde, alleine deshalb noch ein zweites Mal nach Wroclaw zu fahren. Ziemlich witzig sind übrigens die Zwerge, die in der gesamten Stadt verteilt sind und sich Sehenswürdigkeiten anschauen oder andere Dinge machen.

Da Wroclaw auch als „Vendig von Polen“ bezeichnet wird, machten wir uns auf den Weg zur Oder, die durch die Stadt fließt. Durch den Fluss und die zahlreichen Nebenarme bildeten sich viele Inseln, die mit Brücken untereinander verbunden sind. Ich habe gar nicht mitgezählt, über wie viele Brücken wir an diesem Tag liefen. Ein Teil der Inseln dienen als Grünflächen, aber auch Kirchen findet man dort.

Auf dem Weg über die Brücken gelangten wir dann zur Kathedrale im älteren Teil von Wroclaw. Auch die Umgebung dort machte einen sehr schönen Eindruck und es waren viele Touristen, aber auch Nonnen unterwegs. Ich hatte den Eindruck, dass die Kirche dort noch einen großen Einfluss hat und auch genügend Geld in die Umgebung steckt.

Es ging nun wieder zurück in Richtung Innenstadt. Unterwegs kamen wir noch an einer großen, alten Markthalle vorbei, in der Obst, Gemüse und andere Lebensmittel angeboten wurden. Mit Händen und Füßen schafften wir es auch, uns neue Getränke zu kaufen. Die Verkäuferin sprach leider weder Englisch noch Deutsch, aber wir haben es trotzdem ganz gut hinbekommen. An diesem heißen Tag bei 30°C und Vollsonne haben wir die Getränke auch dringend gebraucht.

Später begegneten wir noch einem Einkaufszentrum, der Galeria Dominikańska. Anders als in Deutschland war es dort auch nicht und anhand der Schilder glaube ich sogar, dass unsere großen Einkaufszentren den selben Betreiber haben. Auch die Geschäfte kamen einem sehr bekannt vor: Media Markt, Fielmann, Deichmann, Tchibo und New Yorker waren dort vertreten. Einen Unterschied gab es jedoch: die Preise waren zum deutschen Vergleich sehr günstig. So konnte ich mit z.B. zwei paar Nike-Schuhe zum Preis von ca. 140€ sichern. Eines der beiden Paare wird in Deutschland für über 20€ mehr verkauft, das Andere konnte ich auf der deutschen Website gar nicht finden. Außerdem gibt es beim polnischen McDonalds leckere Heidelbeer-Taschen, die es hier nicht gibt. IMG_1405

Als wir aus dem klimatisierten Einkaufszentrum raus waren, ging es wieder zum Rathaus und von dort langsam zum Bahnhof. Durch die ganze Lauferei war ich schon ziemlich kaputt, aber da wir recht zeitig am Bahnhof ankamen, konnten wir uns dort noch eine Weile hinsetzen, bevor der Zug kam. Pünktlich um 18:15 ging es mit dem letzten Zug zurück nach Dresden, wo wir dann ca. 3 1/4h später wieder ankamen. Auch auf der Rückfahrt war der polnische Teil der Strecke viel stärker ausgelastet und ab Görlitz wurde der Zug sogar von zwei Wagen auf einen Wagen gekürzt.

Von Dresden aus ging es dann mit dem Auto wieder zurück nach Leipzig und von dort aus schnell ins Bett. Die Fahrt nach Polen hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann es jedem nur empfehlen.

Um unterwegs online zu gehen, habe ich übrigens den Surf Pass M von Travel & Surf der Telekom gewählt. Mit diesem Pass kann man im Ausland 24h lang 50 MB Datentraffic verbrauchen. Um ab und an bei Twitter oder Facebook zu surfen reicht das vollkommen aus. Am Ende hatte ich sogar noch fast 30 MB übrig. Erwähnenswert sind allerdings auch die vielen kostenlosen WLANs in Polen, unter anderem bei Starbucks oder McDonalds.

Nach Wroclaw wird es mich bestimmt mal wieder verschlagen, aber auch andere polnische Städte sind bestimmt eine Reise Wert – mal schauen, wo es mich diesen Sommer noch überall hin verschlägt 😉

Noch mehr Fotos findet ihr wie immer bei Flickr (hier klicken). Viel Spaß beim Anschauen!

London – Februar 2011

Schon wieder London? Ja, ihr lest richtig! Da ich den kompletten Februar frei hatte und mir dadurch glücklicherweise sehr viel Freizeit zur Verfügung stand, habe ich die Zeit noch mal genutzt um Martin in London zu besuchen. Viel Spaß beim Lesen!

Reiseziel: London, Großbritannien
Reisedaten: 13/02/2011 – 17/02/2011
Verkehrsmittel: Flugzeug (Lufthansa – LEJ – DUS – LHR – DUS – LEJ)

Wie schon beim letzten London-Besuch ging es zeitig los – und das an einem Sonntag. Um 08:25 startete das Flugzeug nach Düsseldorf, wo ich eine Stunde später ankam und zwei Stunden Aufenthalt hatte, bevor es weiter in Richtung London ging. Auf dem Hinflug nach Düsseldorf gab es einige leichte Turbulenzen die natürlich genau dann eintraten, als ich gerade vom Getränkewagen bedient wurde. Verschüttet habe ich nichts und der Flug war trotzdem ziemlich lustig.

London Skyline In London ging alles ziemlich schnell. Innerhalb von 15 Minuten(!) bin ich durch die Passkontrolle, habe mein Gepäck abgeholt und meine Oyster-Card für die U-Bahn aufgeladen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell aus dem Flughafen rauskomme. Anscheinend war auf dem Flughafen Heathrow nicht ganz so viel Betrieb. Nach einer Stunde Fahrt war ich an Martins Arbeitsstelle angekommen und habe mir erst mal den Schlüssel für das Zimmer abgeholt, in dem er wohnt. Auf dem Weg dahin habe ich erst mal eine kleine Pause am 3-Store abgelegt. 3 ist ein Mobilfunkanbieter in England und da es bei Martin kein WLAN gibt, habe ich mir dort einen Surf-Stick für meinen Laptop geholt. Die Mobilfunkpreise in England sind allgemein recht günstig. Den Stick und 1 GB Daten gab es für 20£. Außerdem hatte ich die Option noch 3000 SMS, 100 Gesprächsminuten und 500 zusätzliche MB für 10£ extra zu bekommen – alles ohne Vertragsbindung.

Weiter ging es zu Tesco. Durch das Flüssigkeitenverbot in Flugzeugen konnte ich mir natürlich nichts zu trinken mitnehmen und habe dort erstmal für den Getränkenachschub gesorgt. Auch toll ist dort das riesige Sandwich-Angebot. Hier in Deutschland findet man bei Aldi / Rewe meistens nur 2-3 verschiedene Sorten aber in England fällt die Wahl echt schwierig. Ich bin immer noch dafür, das Tesco auch Läden in Deutschland eröffnen sollte.

Nachdem ich dann alles ausgepackt habe, ging es weiter zur Oxford Street um mich in London einzuleben. Für einen Sonntagnachmittag war es natürlich wieder sehr voll, aber irgendwie auch angenehm. Später ging es dann nach Hause und relativ zeitig schlafen.

Westfield London Am nächsten Tag musste Martin am Vormittag wieder arbeiten und ich bin alleine durch die Stadt gewandert. Am Vormittag ging es in das Westfield Shopping Centre – ein wirklich riesiges und super gutes Einkaufszentrum. Dort gibt es wirklich für jeden Geschmack sämtliche Geschäfte – HMV, Puma, Nike, Apple, H&M, Hollister und sogar Deichmann war dort mit einer Filale vertreten. Ich wusste gar nicht, dass es die auch außerhalb von Deutschland gibt. Nachdem ich mir alles angesehen habe, ging es zurück und ich habe erstmal ein paar Sandwiches zum Mittag gegessen. Da das Wetter am Montag wirklich gut war (Sonne und über 10°C) ging es dann gleich noch zur Oxford Street und durch die Regent Street zum Piccadilly Circus. Später habe ich Martin dann von der Arbeit abgeholt und wir sind nach Greenwich gefahren und haben uns das Observatorium und den Nullmeridian angesehen. Von dort hatte man auch einen super Blick auf die Londoner Skyline. Wir hatten echt Glück mit dem Wetter und ich war froh, dass wir diesen Ausflug dann gleich am Montag gemacht haben. Auf dem Rückweg sind wir noch am Leicester Square und durch China Town und Soho langsam wieder nach Hause gekommen.

Ich auf der Tower Bridge Dienstag ging es etwas ruhiger los, auch das Wetter hatte nicht wirklich große Lust mitgebracht. Es war sehr grau und regnerisch, trotzdem aber noch ziemlich warm. Gegen Mittag sind wir noch mal zum Westfield Shopping Centre gefahren und haben anschließend in der Oxford Street etwas beim Chinesen gegessen. Die Preise waren gar nicht so teuer wie ich dachte – eine Portion kostete 6£, was durchaus bezahlbar ist. Am Nachmittag habe ich mich dann noch mal alleine auf den Weg gemacht und mir noch mal den Tower of London (von außen) und die Tower Bridge angesehen. Auf dem Rückweg ging es über den Piccadilly Circus zurück. Dort war es so voll, dass ich ernsthaft 3 Tubes fahren lassen musste, bevor ich mitfahren konnte. Wer denkt, dass die Straßenbahn in Leipzig zum Berufsverkehr voll ist, sollte mal in London mit der U-Bahn fahren. Die Bahnen kommen dort schon fast jede 2 Minuten und trotzdem kommt man nur mit sehr viel drücken und quetschen rein. Der Tag war dann aber noch lange nicht vorbei: Martin und ich sind zum Rockets (ein Pub) bei der Euston Station gegangen. Im Vergleich zu Bars / Pubs in Deutschland war es dort wirklich ziemlich voll, was sicherlich auch an den guten Getränkepreisen lag. Wir haben Snake Bite getrunken und für 2 Getränke nur 2,50£ bezahlt – in Deutschland wäre das sicher teurer. Was ich sehr merkwürdig finde ist, dass es in London echt noch Schließzeiten gibt. Während in Leipzig viele Kneipen die ganze Nacht durchgehend geöffnet haben, ist in London meistens gegen 0:00 Uhr dicht. Der Abend war auf jeden Fall richtig super und sollte irgendwann wiederholt werden.

Swiss-Re-Tower Am Mittwoch hat sich das Wetter schon wieder beruhigt und die Sonne schien. Am Vormittag waren wir noch mal an der Tower Bridge und sind dann durch das (sehr interessante) Bankenviertel zur St. Pauls Kathedrale gelaufen. Das Bankenviertel ist wirklich ein richtiges Geschäftsviertel und man hat fast nur Menschen in Anzügen und Touristen gesehen. Wer dort arbeitet und im Anzug rumläuft verdient garantiert eine Menge Geld. Bei St. Pauls war auch eine Gruppe Schüler unterwegs. Das war daran zu erkennen, dass alle eine gelbe Leuchtweste anhatten um nicht verloren zu gehen. So was habe ich hier auch noch nie gesehen, aber Leipzig ist im Vergleich zu London ja auch sehr überschaubar. Später ging es dann über die Oxford Street zurück nach King’s Cross, wo wir allerdings nicht so lange blieben. Am Nachmittag war Kino angesagt. Wir haben uns für „Just go with it“ mit Adam Sandler in einem Kino am Leicester Square entschieden. Auf Deutsch heißt der Film „Meine erfundene Frau“… ein sehr, sehr „kreativer“ Name, wenn man mich fragt… Das Kino ist in England definitiv teurer als in Deutschland. Obwohl wir um 17:30 im Kino waren, hat eine Karte 13,25£ gekostet – ungefähr doppelt so viel wie hier. Der hohe Preis hat sich allerdings für den Film gelohnt und sogar die Kino-Werbung finde ich in England interessanter und vor allem kürzer als hier. Wenn der Film dann auch in Deutschland im Kino kommt, empfehle ich ihn auf jeden Fall. Ich hoffe nur, dass die deutsche Synchronisation gut geworden ist. Nach dem Film ging es dann zu Fuß wieder zurück und der letzte Abend in London brach an.

London UndergroundDonnerstagmorgen war dann gar nicht mehr so viel los. Ich habe Martin auf Arbeit gebracht und mir schnell bei Tesco etwas zum Frühstück gekauft, bevor ich zum Flughafen fahren musste. Dann war nicht mehr viel Zeit, um meinen Koffer zu packen und um zur Tube zu gehen. Bevor ich endgültig zum Flughafen fahren konnte, musste ich Martin seinen Schlüssel zurückbringen und dann ging es auch schon los. Dieses Mal habe ich relativ schnell einen Sitzplatz in der Tube bekommen – am Donnerstag fahren anscheinend nicht so viele Leute wie am Montag zum Flughafen. Der Rückflug ging auch recht reibungslos. In London sind wir zwar 50 Minuten später weggekommen, weil zu viel Verkehr war, aber meinen Anschlussflug in Düsseldorf habe ich gerade noch so bekommen. Wenn ihr die Wahl habt, empfehle ich auf jeden Fall in Düsseldorf und nicht in Frankfurt umzusteigen. Die Wege dort sind viel kürzer und ich musste auch nicht erneut durch die Sicherheitskontrolle.

Die Tage in London waren auf jeden Fall wieder sehr schön und ich muss auf jeden Fall noch mal in diese tolle Stadt. Wenn ihr euch Fotos anschauen wollt, findet ihr diese wie gewohnt bei Flickr. Vielen Dank natürlich auch an Martin, der mich noch mal nach London eingeladen und mir die Stadt gezeigt hat 🙂

Bis bald,
– Fabian

China Town

London – Januar 2011

Das Jahr ging gerade erst los und schon habe ich es geschafft, mal ein paar Tage zu vereisen. Dieses Mal ging es zu Martin nach London, der dort für ein Jahr arbeitet. Hier sind ein paar Eindrücke von diesem Kurztrip. Viel Spaß beim Lesen!

Reiseziel: London, Großbritannien
Reisedaten: 21/01/2011 – 24/01/2011
Verkehrsmittel: Flugzeug (Lufthansa – LEJ – DUS – LHR – FRA – LEJ)

Tower BridgeAm Freitag ging es schon ziemlich zeitig los. Um 7:00 habe ich mich auf den Weg zum Flughafen Leipzig/Halle gemacht, wo um 8:25 das Flugzeug nach Düsseldorf gestartet ist. Dort habe ich mir dann ungefähr zwei Stunden mit lesen und Musik hören vertrieben, da nach der Passkontrolle nicht mehr wirklich viele Läden, in denen man etwas ansehen konnte, kamen. Das Flugzeug nach London kam ebenfalls pünktlich und ist sogar eine viertel Stunde zeitiger in Heathrow gelandet. Dummerweise gab es noch keine freie Parkposition, weshalb wir dann trotzdem noch ungefähr 15 Minuten warten mussten. In London angekommen ging es wieder durch die Passkontrolle und dann dauerte es wieder bis das Gepäck ankam. Am Terminal hat Martin schon auf mich gewartet und wir sind zur Tube (der Londonder U-Bahn) gegangen. Dort habe ich mir schnelle eine Oyster-Card gekauft und schon ging es zur Bahn. Die Oyster-Card ist ziemlich praktisch. Es ist eine Art Chipkarte, auf der man ein bestimmtes Guthaben oder Tages- bzw. Monatskarten aufladen kann. Immer wenn man mit der Bahn fährt, hält man seine Karte an ein Lesegerät und hält sie beim Aussteigen noch mal dran. So wird automatisch Guthaben von der Karte abgezogen und sparen kann man auch noch. Die Oyster-Card ist billiger als einzelne Papierfahrscheine und es wird immer nur Guthaben bis zum Preis einer Tageskarte abgezogen.

Nach einer Stunde Fahrt mit der Tube kamen wir dann am Bahnhof King’s Cross an. Das Zimmer von Martin ist nur maximal eine Minute von dort entfernt, also ziemlich zentral gelegen. Viele Geschäfte wie McDonalds, Subway, KFC, Starbucks, Tesco, Burger King usw. waren nur wenige Minuten entfernt. Nachdem ich mein Gepäck abgestellt habe, ging es dann weiter. Es ging wieder zur Tube und dann nach Westminster zu Big Ben, dem Parlament und dem London Eye. Das Wetter war perfekt für Sightseeing. Es war sonnig, überall war blauer Himmel und nur am Abend wurde es etwas frisch. Weiter ging es zum Piccadilly Circus und durch die Regent Street zum Oxford Circus und der Oxford Street, DER Shoppingstraße in London. Ich glaube, wenn man dort etwas nicht findet, braucht man gar nicht erst weiter suchen.

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Samstag und Sonntag musste Martin arbeiten, weshalb ich mich allein auf dem Weg gemacht habe. Am Samstag ging es als erstes zur Tower Bridge. Es war zwar ziemlich grau, aber trotzdem nicht kalt und es hat nicht geregnet, was sehr vorteilhaft für mich war. 😀 Danach ging es weiter zu Harrods, laut Wikipedia eines der größten und teuersten Kaufhäuser der Welt, wo ich mich auch etwas umgesehen habe. Gekauft habe ich mir aufgrund der Preise jedoch nichts. Mit dem Bus bin ich dann wieder in die Oxford Street gefahren, wo ich mich etwas weiter umsah. Am Nachmittag ging es zurück nach King’s Cross, wo ich etwas gegessen und Postkarten geschrieben habe. Da ich noch etwas Zeit hatte, bin ich danach wieder in die Oxford Street bzw. zu Marble Arch gefahren. Dort habe ich mich etwas in den Hyde Park gesetzt. Kurz bevor es dunkel wurde, kam die Sonne noch mal wieder etwas raus und ich habe es mir auf einer Bank gemütlich gemacht. Am Abend war ich dann noch mal an der Regent Street und habe mir den Apple Store angesehen. Das Gute an diesem Laden ist: es gibt kostenloses WLAN. Anscheinend sind die Briten nicht gerade spendabel. Ich habe in London, außer dem WLAN im Apple Store, kein freies WLAN-Netz gefunden. In einigen McDonalds-Filialen musste man eine britische Telefonnummer eingeben um WLAN-Zugang zu bekommen, welche ich jedoch nicht hatte.
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Am Sonntag Vormittag bin ich zu Elizabeth und Charles zum Buckingham Palace gefahren. Dort war ziemlich viel los, was sicherlich auch an der kleinen Wachablösung lag, die dort stattfand. Die restlichen Stunden des Tages habe ich wieder am Big Ben sowie in der Regent und Oxford Street verbracht. Am Nachmittag fuhr ich an beiden Tagen wieder für ein paar Stunden zurück nach King’s Cross, da Martin gerade Pause hatte. Am Sonntag Abend fuhr ich dann noch mal zum Big Ben um ein paar Fotos bei Dunkelheit zu machen. Einige sind, meiner Meinung nach, recht gut gelungen. Ziemlich toll fand ich übrigens auch die Musiker in der Tube. Anders als z.B. in Berlin fahren die nicht mit in den Bahnen mit, sondern stehen an bestimmten Stellen in U-Bahn-Stationen. Außerdem: alle, die ich dort sah, waren talentiert und haben die Leute nicht mit ihrer Musik genervt. Das könnte man gerne hier übernehmen. Der letzte Tag ging natürlich wieder viel zu schnell vorbei. Montag musste ich dann schon um 6:00 aufstehen, damit ich gegen 7:00 eine Tube zurück zum Flughafen bekam. Es war ziemlich voll, weshalb ich ca. 45 von 60 Minuten Fahrzeit stehen oder halb auf meinem Koffer sitzen musste. Kurz vor dem Flughafen wurden dann aber glücklicherweise doch ein paar Sitzplätze frei. Der Rückflug verlief auch recht unproblematisch, jedoch ist es seeehr stressig, innerhalb von 20 Minuten auf dem Flughafen Frankfurt umzusteigen. Es hat trotzdem alles geklappt und sogar mein Koffer kam in Leipzig an 😀

Insgesamt war es ein wirklich schönes Wochenende mit sehr vielen (positiven) Eindrücken und für mich steht fest, dass ich sicher mal wieder nach London fliegen werde. Es gibt noch zu viele Dinge, die ich in der kurzen Zeit nicht sehen konnte – das muss nachgeholt werden.

Fotos findet ihr übrigens im London-Album bei Flickr. Viel Spaß beim Ansehen.

Bis bald,
– Fabian

Aktion Sinnlos: Jetzt noch sinnloser

Vor einigen Tagen habe ich ja bereits über die „Aktion Sinnlos“ unserer Verkehrsbetriebe geschrieben. Zum 10/10/2010 sollten die Bahnlinien 3 und 13 zur Linie 3 verschmelzen. Das Problem war: es würde eine Linie, aber an einem Linienende zwei verschiedene Endstationen geben.

Wie man hier erkennt, soll künftig Linie 3 abwechselnd nach Sommerfeld und nach Taucha fahren. Gestern meldete sich jedoch die Leipziger Volkszeitung zu Wort. Um Verwechslungsgefahr zu vermeiden, haben die Verkehrsbetriebe einen „Kompromiss“ erarbeitet. Die Bahnen in Richtung Sommerfeld werden künftig Linie „3E“ sein, während die Bahnen nach Taucha mit Linie „3“ beschildert werden sollen.

Warum zur Hölle lässt man es dann nicht gleich bei den Linien 3 und 13?

Hauptsache, man hat dann nach solchen Aktionen wieder weniger Geld zur Verfügung und die Tickets werden nächstes Jahr wieder teurer.

Kopfschüttelnde Grüße,
– Fabian.