Mein bester Freund beim Hebräischlernen II

Letzte Woche habe ich euch bereits den Foreign Language Guide: 501 – Hebrew Verbs vorgestellt und möchte jetzt meiner Mini-Serie über Lernmaterialien für die hebräische Sprache fortführen.

Wenn ihr Sprachen sprecht, die einen anderen, als den lateinischen Zeichensatz verwenden, habt ihr euch sicherlich schon mal darüber geärgert, dass der entsprechende Zeichensatz nicht auf dem Computer installiert war und ihr deshalb auch nicht in der jeweiligen Sprache schreiben konntet. Solche Probleme begegnen einem häufig in Internetcafés, an Arbeitsplatz-PCs oder an Computern von Freunden und Bekannten. Entweder hat man nicht die benötigten Rechte um die entsprechenden Zeichensätze zu installieren, es fehlt eine dazu benötigte CD oder es lohnt sich nicht, extra einen neuen Zeichensatz zu installieren – vor allem, wenn man nur schnell etwas am PC suchen möchte und man sonst eigentlich nicht in dieser Sprache schreibt.

Um diesen Problemen vorzubeugen gibt es mittlerweile virtuelle Tastaturen. Auf einer Website seht ihr eine Miniaturversion der Tastatur in der jeweiligen Sprache – in unserem Fall Hebräisch. Um nun in hebräischer Schrift zu schreiben, tippt ihr ganz normal im Textfeld auf der Website und es erscheinen die Hebräischen, anstelle der lateinischen / deutschen Buchstaben.

Leider ist das ganze System noch nicht ausgereift. So kann man zum Beispiel, mit einem Mac und der Verwendung einer deutschen Tastatur, keinen Punkt (.) setzen und Buchstaben wie „z“ und „y“ sind vertauscht. Dies hat anscheinend den Hintergrund, dass englische Tastaturen die Vorbilder der „virtual keyboards“ waren. Dort befindet sich der Punkt zum Beispiel auf der selben Taste wie das Fragezeichen (?). Da sich das Fragezeichen auf unserer Tastatur jedoch mit dem ß einen Platz teilt, wird der Punkt nicht von der virtuellen Tastatur geschrieben. Inwiefern dieses Problem auch unter Windows auftritt, kann ich euch allerdings momentan nicht sagen. Ich vermute jedoch, dass es ähnlich sein wird.

Daher sind solche virtuellen Tastaturen zwar für Dinge wie Suchanfragen bei Google oder um einen Eintrag in einem Online-Wörterbuch zu finden recht praktisch, um einen richtigen, langen Text zu verfassen eignen sie sich jedoch, zumindest mit einer deutschen Originaltastatur nicht unbedingt.

Ich persönlich empfehle mikledet.com als virtuelle Tastatur für Hebräisch. Die Seite ist schlicht und einfach gehalten, es gibt als Werbeform nur einige Textanzeigen am oberen Rand und das Eingabefenster ist für kurze Texte ausreichend groß. Eine weitere Seite mit virtueller Tastatur ist Gate2Home.com. Das Eingabefenster ist etwas kleiner und das Design ist, meiner Meinung nach, nicht sehr ansprechend. Vorteil dieser Seite ist jedoch, dass viele verschiedene virtuelle Tastaturen angeboten werden. So kann man auf der Website auch Hindi, Koreanisch, Russisch, Arabisch und viele weitere Sprachen schreiben.

Mikledet - virtuelle Tastatur

Virtuelle Tastatur "mikledet"

Was haltet ihr von der Idee der virtuellen Tastaturen? Benutzt selbst ab und an eine? Seid ihr mit den Funktionen zufrieden? Welche virtuelle Tastatur ist euer Favorit? Wenn ihr möchtet, stelle ich auch eine kleine Anleitung zur Verfügung, wie man hebräische Schrift auf Windows 7 und Mac OS X installiert und einrichtet.

Viele Grüße,
– Fabi


Die Artikelserie „Mein bester Freund beim Hebräischlernen“ besteht momentan aus zwei Artikeln:
Teil 1: Barron’s Foreign Language Guide: 501 – Hebrew Verbs
Teil 2: virtuelle Tastaturen

Mein bester Freund beim Hebräischlernen I

Um eine Sprache, außerhalb von Schulen, zu lernen gibt es Unmengen an Materialien, die man verwenden kann: Bücher, Podcasts, Sprachkurse, Foren, Chats, diverse Online-Übersetzer und Wörterbücher.

Ich möchte euch einige Materialien vorstellen, die ich sehr gerne benutze, wenn ich Hebräisch lerne.

Da ich mir teilweise einige Verben bzw. deren Formen nicht merken kann, ist die absolute Nummer eins für mich der „Barron’s Foreign Language Guide: 501 – Hebrew Verbs„. Wie der Name schon sagt, ist es ein Sprachführer für hebräische Verben.

In der zweiten Ausgabe, die ich besitze, umfasst das Buch ganze 886 Seiten und beinhaltet die gebräuchlichsten 1580 Verben, gruppiert in 565 Wurzelgruppen. Ebenfalls im Buch: ein Verbverzeichnis Hebräisch->Englisch und Englisch->Hebräisch mit Angabe der Wurzel und Seitennummer. Außerdem gibt es zu jeder Wurzelgruppe gleich noch Beispielsätze auf Hebräisch, inklusive der englischen Übersetzung.

Die einzelnen Verben sind übersichtlich in Tabellenform aufgelistet und man hat Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft und sogar den Imperativ schnell im Blick. Zu einigen Verben sind außerdem auch noch weniger gebräuchliche Formen angegeben und entsprechend markiert. Ganz wichtig ist außerdem, dass alle Verben komplett mit Nikudim punktiert sind! Wenn man also die Vokalzeichen kann, hat das Rätselraten nach der richtigen Aussprache ein Ende.

Kleiner Hinweis für alle „Unwissenden“ 😉 : In hebräischen Alltagstexten werden nur Konsonanten geschrieben. Vergleichbar wäre es, wenn man in Deutsch einfach “ ‚pfl “ an Stelle von „Apfel“ schreiben würde. Wenn jemand nur “ ‚pfl “ liest, kann er natürlich nicht wissen, dass es „Apfel“ ausgesprochen wird. In religiösen Texten, Kinderbüchern und Lernmaterialien werden die Vokale durch Nikudim, kleine Punkte und Striche bei den Konsonanten dargestellt.

Das Wort „קטן“ (katan – klein) sieht mit Nikudim so aus: קָטָן. Könnt ihr die kleinen „T“ unter den beiden ersten Zeichen* erkennen? Sie sagen uns, dass nach den Konsonanten ein „a“ gesprochen wird.

Ursprünglich wurde dies in religiösen Texten eingeführt, damit die Texte überall gleich ausgesprochen werden können, da die Nikudim ja sagen, wie die Worte ausgesprochen werden. In der modernen Zeit hat man dies dann auch für Kinderbücher und Lermaterialien übernommen, damit man die Sprache besser lesen lernt. Mit der Zeit prägt man sich die Aussprache ein und kann die Worte auch ohne Nikudim lesen.

* Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben und gelesen.

Für mich ist das Buch ein unverzichtbares Nachschlagewerk und auch im Internet habe ich bisher keine Website gefunden, die so viele Verben auch nur annähernd so komplex und detailliert darstellt. Da es in Deutschland (bei Amazon) auch nur ca. 14€ kostet, ist es eine sehr gelungene Investition für alle, die sich näher mit Hebräisch bzw. den Verben beschäftigen möchten.

Demnächst möchte ich euch an dieser Stelle auch noch andere Materialien vorstellen, die ich zum Lernen benutze. Geplant sind noch mindestens zwei weitere Artikel zum Thema, wobei ich derzeit einen Artikel pro Woche zu dieser Serie veröffentlichen möchte.

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– פבי


Die Artikelserie „Mein bester Freund beim Hebräischlernen“ besteht momentan aus zwei Artikeln:
Teil 1: Barron’s Foreign Language Guide: 501 – Hebrew Verbs
Teil 2: virtuelle Tastaturen