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15. Mai 2014 | 2 Kommentare

Kriminelles Madrid? Dem Diebstahl auf der Spur.

Im Zuge der Reisevorbereitung des letzten langen Wochenendes wurde vielerorts im Internet gewarnt: das Reiseziel sei hochgradig kriminell, selbst Einheimische haben sich ans regelmäßige beklaut werden gewöhnt und am besten reise man sowieso ohne Gepäck an. Natürlich war ich durch solch eindringliche Warnungen etwas verunsichert aber lies mir nicht den Ehrgeiz nehmen, mich dieser Gefahr zu stellen.

Los ging es also in Richtung Madrid. Schon auf dem Weg vom Flughafenterminal zur U-Bahn fiel mir auf, dass alles sehr sauber und gepflegt aussah. Kein Vergleich mit einem deutschen „Hauptstadtflughafen“ Berlin Tegel. Gerade in der Flughafen-U-Bahn hätten es ja viele Langfinger auf das Gepäck der Touristen abgesehen.

Bei unserer Ankunft am späten Nachmittag eines Feiertages war in der U-Bahn selbst kaum Verkehr und jeder, der etwas hätte stehlen wollen, wäre sofort aufgefallen. Auch beim Umsteigen in andere Linien und beim Kofferschleppen über (Roll)treppen machte nichts den Eindruck, als würde man gleich seine Brieftasche los sein.

Im Hotel angekommen wurden erstmal alle „Wertsachen“ im Zimmersafe verstaut und die Erkundungstour in der Innenstadt selbst begann. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die meisten Innenstädte ab 20 Uhr fast ausgestorben sind beginnt das Leben in Madrid erst richtig. Die Plätze und Straßen füllen sich mit Menschen und selbst noch um Mitternacht ist es voller als in manchen deutschen Innenstädten zur besten Shoppingzeit am Samstag. Auch davor wurde gewarnt – Taschendiebstahl im Gedränge, Portemonnaies die aus Hosen geklaut werden und absichtliches Beschütten mit Getränken, um die Opfer abzulenken, würde zum alltäglichen Leben dazu gehören. Auch in Restaurants müsse man vorsichtig sein, schließlich mischen sich die Langfinger unter die Gäste und versuchen ihnen die Wertgegenstände vom Boden oder Tisch zu entwenden.

Ungefähr das dachte ich, als ich mich am ersten Abend durch Madrid bewegte. Spätestens danach stellte ich fest, dass ein Großteil meiner Angst unbegründet war. Während der gesamten Reise kam es nur ein mal zu einem Vorfall, vor dem im Internet gewarnt wurde: Kinder, die Unterschriften für was-auch-immer sammeln. Diese sprechen wohl gezielt Touristen an und während die Touristen den Unterschriftenzettel inspizieren sind die Brieftaschen schon weg – so stand es zumindest im Internet. Als wir mit einer Unterschriftenliste konfrontiert wurden genügte allerdings ein kurzes Abwinken und das Kind suchte sich die nächsten Opfer.

Ich denke, selbst in Madrid ist die Diebstahlsituation nicht viel ernster als in anderen, insbesondere deutschen, Städten, so lange man genügend Vorsichtsmaßnahmen ergreift. Dazu gehört es unter anderem Kopien von wichtigen Dokumenten anzufertigen und diese anstelle der Originaldokumente unterwegs dabei zu haben. Nichts ist ärgerlicher als ein verwehrter Rückflug, weil man sich am Flughafen plötzlich nicht ausweisen kann.  Nicht benötigte Karten wie IKEA Family, die Kundenkarte der Dönerbude um die Ecke und die Zugangskarte fürs Büro wird man im Urlaub vermutlich eher weniger brauchen und muss diese auch gar nicht erst mit sich herumtragen. Als Frau empfiehlt es sich die Handtasche geschlossen zu halten und als Mann sollte man die Brieftasche nicht unbedingt in die weite Arschtasche stopfen. Schon durch diese simplen Maßnahmen nimmt man Gelegenheitsdieben genügend Angriffsfläche – diese wollen ja schließlich nicht auffallen und suchen sich lieber einfachere Opfer aus.

Je unsicherer man selbst wirkt, desto einladender ist man für Verbrecher aller Art – deshalb mein Hinweis: Nicht durch jeden Bericht im Internet verunsichern lassen und die Zeit in Madrid genießen. Die Stadt ist pulsierend, abwechslungsreich und trotzdem kompakt, so dass man im Zentrum gut zu Fuß vorwärts kommt. Durch ein paar einfache Sachen kann man sich vor kleinen Gefahren schützen und hat so einen hoffentlich tollen Urlaub ohne ärgerliche Erlebnisse.

Wer von euch war denn schon mal in Madrid? Wurdet ihr durch die vielfältigen Kriminalitätsberichte auch verunsichert?

Bilder der Reise werde ich in den nächsten Tagen bzw. Wochen noch auf Flickr veröffentlichen und natürlich auch hier zusammen mit ein paar Worten veröffentlichen.

Cheers,
– Fabian.

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2 Kommentare

  1. Wolfgang
    Geschrieben am 12. Oktober 2015 um 19:41 | Permalink

    Sehr schön dieser Bericht, aber nach meinen Erlebnissen nicht mehr zutreffend.
    In einem mittelmäßig besuchten Lokal fiel uns eine Frau die sich eigenartig verhalten hatte auf, meine Frau sagte ich glaube die hat eine Tasche entwendet. Ich bin sofort aufgesprungen und halt eine Diebin gerufen, darauf hin hat diese Frau das Weite gesucht. Gemeinsam mit einem Kellner nahm ich die Verfolgung auf, und nach wenigen Metern konnten wird der Diebin stellen und das Diebesgut abnehmen.
    Zweiter Vorfall, im Bereich des Palastes merke ich ein leichtes ziehen an meinen Rucksack. Ich rufe laut „Hallo was soll das“ wende mich nach hinten und ergreife einen Arm. Der Arm war gerade in meinem Rucksack. Es waren zwei Typen so um die 20 Jahre. Natürlich ist es üblich dass diese Banditen meist zu dritt zuschlagen und das war auch so. Passanten sind uns sofort zur Hilfe geeilt. Als die Gauner merkten, dass ich sie Fotografiere haben zwei sofort das Weite gesucht, nur ein etwa siebzigjähriger Mann hat auf einen dieser Burschen wild eingeschlagen bis auch dieser Flüchtete.
    Eins ist mit bei beiden Vorfällen aufgefallen, die sich übrigens innerhalb von drei Tagen ereigneten, das laut rufen sehr wichtig ist, und die Bevölkerung sofort reagiert und auch hilft.

    Übrigens wir sind sehr viel auf Reisen.
    Die Vorfälle waren am 7. u. 10. 10. 2015

    • Fabian
      Geschrieben am 18. Oktober 2015 um 21:28 | Permalink

      Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich würde mich freuen, wenn auch andere Leser ihre Erlebnisse während ihrer Madrid-Besuche hier teilen können.

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