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10. Juli 2011 | Noch keine Kommentare

Unterwegs in Polen: Wroclaw

Hey du! Frei nach dem Motto: „Man sollte immer mal etwas Neues sehen“, habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Da es Anfang des Jahres bereits in den westlichen Teil Europas ging, wurde diesmal die entgegengesetzte Richtung gewählt: es ging nach Polen.

Die Idee nach Polen zu fahren, ist eigentlich ziemlich zufällig gekommen. Bei meinen Streifzügen durch das Internet habe ich gelesen, dass es eine Direktverbindung von Dresden nach Wroclaw (Breslau) gibt und dachte mir, dass dies ja durchaus interessant klingt. Daraufhin wurden sich bei Wikipedia und Google Infos über die Stadt rausgesucht, bei der Bahn nach Tickets gesucht und gestern war es so weit.

Der Tag ging schon sehr zeitig los. Um 5:30 Uhr hieß es „Aufstehen!“ und kurz nach 6 saß die Familie im Auto nach Dresden. Dort waren wir eine knappe Stunde später, um den ersten Zug um 7:30 Uhr noch zu erwischen. Nach Wroclaw fährt der RE 100 mit klimatisierten Dieseltriebwagen. Es ging pünktlich los, nur die Klimaanlage war so eingestellt, dass man einen Hauch von Gefrierschrankgefühl während der Fahrt hatte.

Wenn man sparen will, kann man sich übrigens das Dresden <> Wroclaw-Spezial am DB-Automaten, auf der Angebotsseite oder im Reisezentrum kaufen. Für 79€ kann man so mit bis zu 5 Personen innerhalb von 3 Tagen hin- und zurück fahren. Dies ist deutlich günstiger, als der Preis, der auf der normalen Fahrplanauskunftsseite angezeigt wird. Rynek

Eine knappe Stunde später kamen wir in Görlitz an, wo sich das DB-Personal verabschiedete und die Kollegen der polnischen Bahn übernahmen. Die Uniformen der polnischen Zugbegleiter sind übrigens im Vergleich zu den Kollegen in Deutschland sehr einfach gehalten. Falls man selbst eine nachbauen möchte, braucht man nur ein weißes Hemd, eine dunkelblaue Stoffhose und ein blaues Schlüsselband, an dem eine Karte mit seinem Foto hängt.

Bis Görlitz war der Zug noch ziemlich leer. Erst auf dem polnischen Abschnitt wurde das Angebot gut ausgenutzt. Mit Zwischenhalt in Zgorzelec, Zgorzelec Miasto, Węgliniec, Bolesławiec und Legnica kamen wir dann um ca. 10:45 in Wroclaw Glowny an. Der Bahnhof wird dort gerade umgebaut, weshalb die Umgebung eher wenig einladend wirkt. Es ist ziemlich eng, es waren sehr viele Menschen da und insgesamt erinnerte das Treiben dort eher an einen türkischen Basar anstatt an Polen.

Durch die Bauarbeiten haben wir uns dann einen Weg in Richtung Innenstadt gebahnt. Insgesamt scheint die Gegend rund um den Bahnhof noch etwas heruntergekommen zu sein und bei vielen Häusern denkt man, die Zeit wäre vor 20 Jahren stehen stehen geblieben. Wenn der Bahnhof fertig gestellt wird, werden aber sicherlich auch die umliegenden Häuser davon profitieren.

Ins Stadtzentrum wollten wir dann mit der Straßenbahn fahren, allerdings weigerte sich der Fahrkartenautomat unsere deutschen EC- bzw. Kreditkarten anzunehmen, weshalb es dann doch zu Fuß in die Innenstadt ging. Weit war der Weg allerdings nicht – man benötigt ungefähr 15 – 20 Minuten.

Je näher wir kamen, desto schöner wurde auch die Umgebung. Unter anderem kamen wir an einem größeren Park vorbei, der sehr schön und einladend gestaltet war. Solche Grünflächen wünscht man sich in Deutschland auch.

Starbucks Wroclaw Rynek Das Zentrum selbst kann locker mit westeuropäischen Städten mithalten oder diese sogar übertrumpfen. Man fand die üblichen Geschäfte wie H&M, KFC, Zara, C&A und sehr viele alte Häuser, die schön renoviert und mit kräftigen Farben angestrichen wurden. Sehr interessant ist auch das Breslauer Rathaus, das quasi das Zentrum der Innenstadt bildet. Um das Rathaus herum ist der sogenannte Rynek (Ring), an dem auch viele der alten Häuser stehen. Dort findet man auch Starbucks, Pizza Hut und andere Restaurants. Gerade Starbucks kam bei uns ziemlich gut an und meine City Mug-Sammlung freut sich über einen Neuzugang.

Insgesamt machte die Innenstadt auf mich einen sehr sauberen und schönen Eindruck und ich bin ziemlich sicher, dass es sich lohnen würde, alleine deshalb noch ein zweites Mal nach Wroclaw zu fahren. Ziemlich witzig sind übrigens die Zwerge, die in der gesamten Stadt verteilt sind und sich Sehenswürdigkeiten anschauen oder andere Dinge machen.

Da Wroclaw auch als „Vendig von Polen“ bezeichnet wird, machten wir uns auf den Weg zur Oder, die durch die Stadt fließt. Durch den Fluss und die zahlreichen Nebenarme bildeten sich viele Inseln, die mit Brücken untereinander verbunden sind. Ich habe gar nicht mitgezählt, über wie viele Brücken wir an diesem Tag liefen. Ein Teil der Inseln dienen als Grünflächen, aber auch Kirchen findet man dort.

Auf dem Weg über die Brücken gelangten wir dann zur Kathedrale im älteren Teil von Wroclaw. Auch die Umgebung dort machte einen sehr schönen Eindruck und es waren viele Touristen, aber auch Nonnen unterwegs. Ich hatte den Eindruck, dass die Kirche dort noch einen großen Einfluss hat und auch genügend Geld in die Umgebung steckt.

Es ging nun wieder zurück in Richtung Innenstadt. Unterwegs kamen wir noch an einer großen, alten Markthalle vorbei, in der Obst, Gemüse und andere Lebensmittel angeboten wurden. Mit Händen und Füßen schafften wir es auch, uns neue Getränke zu kaufen. Die Verkäuferin sprach leider weder Englisch noch Deutsch, aber wir haben es trotzdem ganz gut hinbekommen. An diesem heißen Tag bei 30°C und Vollsonne haben wir die Getränke auch dringend gebraucht.

Später begegneten wir noch einem Einkaufszentrum, der Galeria Dominikańska. Anders als in Deutschland war es dort auch nicht und anhand der Schilder glaube ich sogar, dass unsere großen Einkaufszentren den selben Betreiber haben. Auch die Geschäfte kamen einem sehr bekannt vor: Media Markt, Fielmann, Deichmann, Tchibo und New Yorker waren dort vertreten. Einen Unterschied gab es jedoch: die Preise waren zum deutschen Vergleich sehr günstig. So konnte ich mit z.B. zwei paar Nike-Schuhe zum Preis von ca. 140€ sichern. Eines der beiden Paare wird in Deutschland für über 20€ mehr verkauft, das Andere konnte ich auf der deutschen Website gar nicht finden. Außerdem gibt es beim polnischen McDonalds leckere Heidelbeer-Taschen, die es hier nicht gibt. IMG_1405

Als wir aus dem klimatisierten Einkaufszentrum raus waren, ging es wieder zum Rathaus und von dort langsam zum Bahnhof. Durch die ganze Lauferei war ich schon ziemlich kaputt, aber da wir recht zeitig am Bahnhof ankamen, konnten wir uns dort noch eine Weile hinsetzen, bevor der Zug kam. Pünktlich um 18:15 ging es mit dem letzten Zug zurück nach Dresden, wo wir dann ca. 3 1/4h später wieder ankamen. Auch auf der Rückfahrt war der polnische Teil der Strecke viel stärker ausgelastet und ab Görlitz wurde der Zug sogar von zwei Wagen auf einen Wagen gekürzt.

Von Dresden aus ging es dann mit dem Auto wieder zurück nach Leipzig und von dort aus schnell ins Bett. Die Fahrt nach Polen hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann es jedem nur empfehlen.

Um unterwegs online zu gehen, habe ich übrigens den Surf Pass M von Travel & Surf der Telekom gewählt. Mit diesem Pass kann man im Ausland 24h lang 50 MB Datentraffic verbrauchen. Um ab und an bei Twitter oder Facebook zu surfen reicht das vollkommen aus. Am Ende hatte ich sogar noch fast 30 MB übrig. Erwähnenswert sind allerdings auch die vielen kostenlosen WLANs in Polen, unter anderem bei Starbucks oder McDonalds.

Nach Wroclaw wird es mich bestimmt mal wieder verschlagen, aber auch andere polnische Städte sind bestimmt eine Reise Wert – mal schauen, wo es mich diesen Sommer noch überall hin verschlägt 😉

Noch mehr Fotos findet ihr wie immer bei Flickr (hier klicken). Viel Spaß beim Anschauen!

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