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8. Februar 2011 | 2 Kommentare

Bye, LastFM

Wie es einige Leute bereits mitbekommen haben, werden einige Grundfunktionen von Last.fm zum 15. Februar 2011 kostenpflichtig. Für alle, die nicht wissen was Last.fm ist, gibt es hier eine kurze Erklärung. Wenn man sich die Last.fm-Applikation auf seinem PC / Mac installiert, schneidet diese automatisch mit, welche Musik man hört. Last.fm nennt diese Funktion „scrobbeln“. Durch die Musik, die „gescrobbelt“ wurde, weiß Last.fm somit welche Lieder und Interpreten man oft hört und sozusagen mag. Man konnte sich nun spezifische Radiostationen anlegen z.B. „Bruno Mars Radio“ und Last.fm spielte nun Musik, die zu „Bruno Mars“ passt und neue Musik, die dem Nutzer anhand der gesammelten Daten gefallen könnte. Auf diese Radiostationen konnte man bisher über verschiedene Wege zugreifen: über die Last.fm Website, über Programme für PC und Mac sowie über spezielle Radiosysteme und mobile Geräte wie iPhone oder Android-Smartphones.

Gerade die Möglichkeit, diese Radiostationen unterwegs über das Handy zu hören wurde von vielen Benutzern genutzt und soll bald 3 € pro Monat kosten. Viele denken sich sicherlich, dass 3€ nun wirklich nicht sehr viel sind, allerdings hat die Qualität von Last.fm in den letzten Monaten auch stark nachgelassen.

Viele Lieder werden übersprungen, weil sie in meiner Region wohl nicht verfügbar sind (erinnert mich schon etwas an YouTube) und die iPhone/iPod-Applikation hört zwischendurch oft auf, Lieder abzuspielen oder überspringt ein Lied, nachdem die Hälfte schon abgespielt wurde. Gerade in Deutschland sind in letzter Zeit weniger Lieder zum Hören da, weshalb sich bei meinen Stationen die Musik oft wiederholt. Manchmal stoppt die Applikation auch schon nach 1-2h und sagt mir, dass ich bis morgen warten soll, um mir wieder Musik über Last.fm anzuhören. Aus dem Last.fm-Forum habe ich außerdem gelesen, dass die Android-Applikation momentan so gut wie komplett unbrauchbar ist.

Es wird zwar weiterhin möglich sein, sich kostenlos Musik über die Last.fm Website anhören, aber zu Hause, wo ich meine Musikdatenbank in iTunes habe, kann ich auf diesen „Service“ durchaus verzichten. Auf dem Handy habe ich allerdings nicht immer die Lieder, die ich gerade hören möchte und es ist weitaus unbequemer, sich darauf Playlisten zu erstellen, weshalb sich Last.fm immer angeboten hat.

Trotzdem sehe ich es nicht ein für diese Funktion nun zu bezahlen. Immerhin hat Last.fm in den letzten Jahren fleißig Benutzerdaten von mir gesammelt und diese sicher auch gewinnbringend verkauft. Nun soll ich dafür bezahlen, um Musik basierend auf meinen Daten zu hören?

Außerdem ziemlich unfair ist es, dass derzeit nur Benutzer aus den USA, Großbritannien und Deutschland betroffen sind. Dazu kommt noch, dass die Preise in den einzelnen Ländern unterschiedlich hoch sind. Die monatliche Gebühr beträgt 3 US$, 3 € oder 3 £. Clevere Leute wissen jetzt natürlich, dass der Wert trotzdem unterschiedlich ist. Am „schlimmsten“ würde es die zahlenden Benutzer in Großbritannien treffen. 3 US$ entsprechen dort nämlich derzeit nur 1,86 £. Die Nutzer dort müssten also fast die Hälfte mehr zahlen als Nutzer in den USA. Da kann mir auch niemand erklären, dass es wegen Importkosten teurer ist – für Daten muss man keine Importkosten zahlen.

Ich bin von dieser „Aktion“ auf jeden Fall sehr enttäuscht und habe die Last.fm Applikationen auf PC, Mac und iPhone bereits de-installiert und werde meinen Account auf der Website außerdem noch im Laufe dieser Nacht löschen.

Was haltet ihr von der Entscheidung von Last.fm? Werdet ihr den Dienst weiterhin nutzen? Denkt ihr darüber nach, die monatliche Gebühr zu zahlen? Kennt ihr gute, kostenlose Alternativen? – Ich freue mich auf eure Kommentare.

Bis später und viele Grüße,
– Fabian.

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2 Kommentare

  1. Geschrieben am 20. Februar 2011 um 20:43 | Permalink

    Schlussendlich muss last.fm ja irgendwie auch die Lizenzen für die Musik finanzieren, insofern war es eh nur eine Frage der Zeit, bis fürs Streaming ein Abo notwendig wird. Im Übrigen wird last.fm damit nicht unfair gegenüber Usern in den USA, GB und D, sondern stattdessen fairer gegenüber Benutzern in allen anderen Ländern. Die dürfen nämlich schon länger zahlen, wenn sie Streams hören möchten.
    Ich werde last.fm weiterhin nutzen, denn die Streamingfunktion war für mich eh immer nur ein nettes Gimmick. Genutzt habe ich das schon nicht mehr, seit bei uns im Büro sämtliches Streaming geblockt wird – was verständlich ist; ich glaube zeitweilig machten die last.fm-Streams 1/4 des Traffics in der Firma aus. Aber gut, anderes Thema.
    Ich habe mich vor über 6 Jahren bei last.fm angemeldet… halt, stimmt nicht, damals waren last.fm und Audioscrobbler noch getrennte Dienste und ich habe mich damals bei Audioscrobbler angemeldet. ;) Insofern habe ich auch weiterhin Verwendung für die Seite: Ich hab‘ so’n Statistikfaible, daher interessiert mich einfach, wann ich welche Band häufiger gehört habe, als andere, wann ich welche Band neu kennengelernt habe etc. Und das bot damals eben Audioscrobbler und nicht last.fm. Da gibt es mit LastGraph übrigens einen netten Dienst, der die Daten von last.fm wunderbar visualisiert.
    Weil ich quasi wo ich gehe und stehe Musik höre, kann ich daran auch recht gut ablesen, wann was in meinem Leben passiert ist. ;) Und abgesehen davon hatte ich last.fm schon Mitte 2008 den Rücken kehren wollen, als sie ihr Site-Design grundlegend geändert haben. Konnte meine Finger dann aber doch nicht davon lassen. *g*

    • Fabian
      Geschrieben am 1. März 2011 um 21:42 | Permalink

      Hi Karl,

      sorry, dass es so lange gedauert hat auf deinen langen, interessanten Kommentar zu antworten. Vielleicht kennst du es auch… immer, wenn man etwas machen will, kommt irgendwas dazwischen ;)

      Das last.fm die Kosten für die Lizenzen finanzieren muss, ist ganz klar. Warum das über die Einnahmen von Usern gemacht wird, verstehe ich allerdings nicht. Last.fm generiert ja ein spezifisches Musikprofil von mir und verdient eine Menge Geld damit, indem es der Musikindustrie die gesammelten Informationen verkauft.

      Für deine Statistiken ist die Seite sicherlich weiterhin praktisch, da stimme ich zu. Für mich, jemanden der nur Musik hören will bzw. neue Musik kennenlernen will, ist das ohne die Streamingfunktion jedoch nicht mehr so einfach möglich. Das mit dem geänderten Site-Design ist mir überhaupt nicht aufgefallen – wie auch, wenn man die Streamingfunktion benutzt ^^

      Viele Grüße aus Leipzig und Danke für deinen Kommentar – über solche ausführlichen Kommentare freut sich jeder Blogger ;)

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