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10. März 2010 | 4 Kommentare

Es geht bergab: Schulbildung

Heute abend habe ich meine Mutter zum Elternabend der Klasse meiner Schwester begleitet und ich muss sagen… es wird immer schlimmer mit der Bildung hier – zumindest wenn man sich das Gymnasium meiner Schwester anschaut.

Zuerst gab es einen Vortrag der Polizei zum Thema Drogen mit Schwerpunkt Haschisch und Herion. Okay, es war sehr interessant zu hören wie viele Drogentote es in Leipzig und Deutschland gab und es ist auch gut zu wissen, in welchen Gegenden sich hier die meisten Dealer / Junkies rumtreiben aber eine Sache hat mich mal wieder geschockt: laut den Zahlen der Polizei gab es in Leipzig im letzten Jahr mehr als 5 Kinder unter 14, die im Krankenhaus wegen übermäßigem Alkoholkonsum behandelt wurden. Bin ich einfach zu altmodisch oder ist es mittlerweile „normal“ wenn man sich schon in der siebten Klasse die Bierpulle nach der Schule auf macht? Ich glaube, als ich in diesem Alter war, war Alkohol tabu und nur für Erwachsene – ich hätte gar nicht daran gedacht auch nur einen Schluck davon zu trinken. Weiterhin ging es darum, dass schon letztes Jahr (also damals, als meine Schwester in der 6. Klasse war) von einigen aus der Klasse geraucht wurde. Mit 12 – rauchen!? Wenn das so weiter geht, lernen das die Kinder in 20 Jahren im Kindergarten. Ich will gar nicht daran denken.

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Teil des Artikels. Nach dem Vortrag der Polizistin sind die einzelnen Klassenlehrer mit den Eltern in die Klassenzimmer gegangen wo allgemeine Dinge geklärt wurden. Unter anderem ging es um Klassenfahrten. Leider hat der Freistaat Sachsen momentan nicht gerade viel Geld und spart deshalb an erster Stelle mit Bildung und Wissenschaft. Mittlerweile ist es sogar soweit, dass die Kinder nicht mehr zur Klassenfahrt fahren können, weil den Lehrern kein Abwesenheitsgeld gezahlt werden kann. Selbst wenn diese schriftlich darauf verzichten würden, würde eine Fahrt nicht genehmigt werden. Der Grund: die Lehrer könnten so gemein sein, und sich die paar Euro pro Tag hinterher gerichtlich einklagen. Wenn die Klasse Glück hat, würde die nächste Fahrt wohl wahrscheinlich in der 10. Klasse stattfinden. Falls das nicht klappt, dann noch die Fahrt in der Sekundarstufe II. Wie gesagt… momentan ist meiner Schwester in der siebten Klasse. Ich habe früher zwar auch keine Klassenfahrten gemocht aber sie dienen letztendlich dazu, die Klasse näher zusammenzubringen, das die Lehrer ihre Schüler besser kennenlernen und natürlich (offiziell zumindest) um etwas zu lernen.

Des weiteren gab es Berichte über Lehrer, die ihre Schüler den Großteil ihres Unterrichtes selbst aus Büchern ausarbeiten lassen oder einfach mal sagen „Ich habe keine Lust, blättert in euren Büchern“. Angeblich wurde er selbst, als er von anderen Lehrern darauf angesprochen wurde, ausfällig und hat schlecht gelaunt reagiert. Sind solche Leute wirklich für den Lehrerberuf geeignet?

Ach ja… noch eine Sache. In sächsischen Gymnasien gibt es von der 8. bis zur 10. Klasse Profilunterricht. An der Schule meiner Schwester kann man wohl zwischen einem gesellschaftswissenschaftlichem und naturwissenschaftlichem Profil wählen. Auf einem Elternbrief dazu stand, es würden beide Profile den Schülern vorgestellt. Letztendlich wurde nur das gesellschaftswissenschaftliche Profil vorgestellt weshalb sich die meisten Schüler auch für dieses Profil einschreiben möchten. Dummerweise sieht es aber gar nicht gut aus, wenn es gibt zu viele Schüler, die dieses Profl wählen möchten. Es gab schon mal einen Losentscheid, in dem ausgelost wurde ob die Schüler Französisch oder Latein lernen dürfen, weil der Lateinlehrer „urplötzlich“ in Rente gegangen ist und kein neuer Lehrer gekommen ist – festgestellt wurde das ganze wenige Wochen vor den Sommerferien. Eventuell kommt es nun auch wieder zu so einem Losentscheid. Kann es wirklich angehen, dass so über die Bildung der Kinder entschieden wird? Durch Lose!?

Wenn man das alles hört, fragt man sich wirklich, wie es mit dem Bildungssystem weiter gehen soll. Wahrscheinlich kann ich in 50 Jahren vergessen, irgendeine Rente von gut ausgebildeten Menschen zu bekommen 😉

Habt ihr ähnliche Erfahrungen in diesem Bereich? Gab es in eurer Schule damals ähnliche Dinge? Was sagt ihr dazu, dass immer jüngere Kinder mit Rauchen / Trinken anfangen? Ich freue mich über eure Kommentare.

Viele Grüße,
– Fabi

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4 Kommentare

  1. Geschrieben am 12. März 2010 um 11:08 | Permalink

    Ich hatte ja schon letztens darüber getwittert: Laut BZgA ist der Jugendalkoholismus rückläufig.

    • Fabi
      Geschrieben am 12. März 2010 um 11:25 | Permalink

      Hey, danke für die Info und deinen Kommentar. Wahrscheinlich hab ich das bei Twitter überlesen oder du warst damals noch nicht in meiner Timeline.

      Das sind aber immerhin mal gute Nachrichten :-) Hoffentlich geht es so weiter!

  2. Geschrieben am 12. März 2010 um 11:34 | Permalink

    Siehste… hätte ich deinen Artikel mal zu Ende gelesen, dann wäre mein Kommentar auch länger ausgefallen. ;-)

    Eine Loswahl hatten wir auch schon – in der Grundschule. Dort konnten die Schüler entscheiden, ob sie lieber Englisch oder Französisch als erste Fremdsprache erlernen möchten. Meiner Meinung ist diese Loswahl eine gute Möglichkeit, die Bildung den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

    Das Problem mit dem Lehrer, der die Schüler die Inhalte selber erarbeiten ließ, sehe ich persönlich nicht. Natürlich muss geklärt werden, wie dieses Vorgehen methodisch vorbereitet wurde – aber wenn das korrekt abgelaufen ist, dann ist diese Herangehensweise der selbstständigen Erarbeitung das beste, was den Schülern passieren kann! Vor allem auf einem Gymnasium sollten die Schüler so schnell wie möglich darin geschult werden, sich fachliche Inhalte selber zu erarbeiten. Das bereitet sie nicht nur auf die Sekundarstufe II vor, sondern darüber hinaus auch für das Studium.

    • Fabi
      Geschrieben am 12. März 2010 um 11:51 | Permalink

      Hehe, also das nächste Mal „Augen auf“ ;-)

      Ich fand es damals mit der Loswahl einfach total unpassend. Schließlich weiß man ja vorher, wann ein Lehrer in Rente geht und hat langfristig Zeit einen Ersatz zu organisieren. Wenn man aber zwei Wochen vor den Sommerferien ankommt und sagt „Oh, unser Lateinlehrer geht ja, wir haben nicht mehr genug Kapazität für zwei Lateinklassen“ dann ist das sehr verwerflich und es ist auch kein Wunder, dass in dieser Zeit vom Schulamt kein neuer Lehrer hergezaubert werden kann. Wenn das jetzt wieder von vorn beginnt, dann zweifel ich langsam an der Glaubwürdigkeit und allgemein der Organisationsfähigkeit der Schulleitung.

      Besonders am Gymnasium finde ich eine Loswahl sehr ungerecht, vor allem wenn man sich die Zukunft der Kinder ansieht. Wenn man bspw. später ein Studium anfangen möchte und Latein braucht aber man wird für Französisch ausgelost, kann das ganz schön nach hinten losgehen. Genau so sehe ich das jetzt auch mit Natur- / Geisteswissenschaften. Wenn jemandem Naturwissenschaften nicht liegen und derjenige genau weiß, dass er später z.B. Ethiklehrer werden möchte, wär es ungerecht ihn dann zu den Naturwissenschaften zu stecken. Wenn die Klassen wieder künstlich aufgeteilt werden, dann sollte es Leistungs- und Schülerabhängig passieren und auch, indem man Einzelgespräche mit Schülern und Eltern führt, anstatt eine große Tombola zu eröffnen.

      Dazu kommt ja, dass (entgegen der Ankündigung) nur eins von zwei Profilen vorgestellt wurde und die Kinder sozusagen in ihrer Wahl schon beeinflusst wurden. Sie kennen jetzt nur ein Profil genauer und das wars. Als sie ihren Mathelehrer gefragt haben, was speziell im naturwissenschaftlichen Profil passiert kam nur „Ich bin für diesen Fachbereich nicht zugeteilt“. Die richtige Antwort hätte, meiner Meinung nach lauten müssen „Ich bin zwar nicht zugeteilt aber ich informiere mich, und sage euch in der nächsten / übernächsten Stunde Bescheid“.

      In der Grundschule gibt es hier keine Wahlmöglichkeit bezüglich der Fremdsprachen. Englisch ist ab der dritten Klasse Pflicht :)

      Bezüglich des Ausarbeitens: Sicher ist es eine effektive Möglichkeit und bereitet sie gut auf die Zukufnt vor aber wenn der komplette Unterricht eines Lehrers so aufgebaut wird, verlieren gerade Kinder in der Pubertät (ist ja in der 7. / 8. Klasse besonders stark) schnell die Motivation. Speziell bei diesem Lehrer ist aber der Großteil des Unterrichts so aufgeteilt. Ich selbst hätte auch keine Lust, wenn ich in 5 von 6 Stunden mein Buch lesen müsste. Mit den Hausaufgaben geht es dann weiter (auch bei diesem Lehrer). Es muss seitenweise ausgearbeitet werden und wird aber in der Schule nicht verglichen / abgesprochen. Beim nächsten Test hagelt es dann schlechte Notzen. Das Problem mit dem Lehrer geht wohl aber schon über mehrere „Schulgenerationen“ und es wurde schon mehrfach vergeblich versucht es zu ändern. Sicher ist es ein Spezialfall und kann nicht auf andere Schulen verallgemeinter werden.

      Übrigens vielen Dank noch mal für deinen Kommentar ;-)

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